Al Hilal FC 2–0 Al Arabi SC 22.7.2024

 

Der aus Katar stammende Verein Al Arabi FC weilt noch bis Ende Juli im burgenländischen SLFC Soccer Trainingslager in Bad Tatzmannsdorf. Sind die sportlichen Erfolge in den letzten Jahren von einem Auf und Ab gekennzeichnet, so war der Klub aus Doha ob seiner Einkäufe doch stets in den Schlagzeilen. Zwar sind dort nicht so hohe Summen im Spiel wie beim heutigen Gegner, es reicht aber aus, um vielen Stars eine gute Pension zu bescheren. Die Liste, der dort ihre Karriere ausklingenden Fußballer liest sich wie eine Weltauswahl: Effenberg, Batistuta, West, Caniggia, Rafinha oder aktuell der Italiener Marco Verratti, der sich erst vor einem Jahr tränenreich bei Paris St-Germain verabschiedet hat. Al-Arabi SC zahlte eine stolze Ablöse in Höhe von 45 Millionen Euro. Das der 1,65 Meter kleine Mittelfeldspieler nicht nur der teuerste seines Vereins ist, sondern auch Dreh und Angelpunkt am Feld ist, war nicht zu übersehen. Ein starkes Pensum, was Verratti für ein Freundschaftsspiel hier absolvierte. Er war gefühlt in jede Situation involviert und half auch in der Abwehr aus. Sehr oft konnte er mit seiner Klasse das Spiel an sich reißen. 

Unterm Strich aber war der Gegner (dessen Trainer Jorge Jesus ist) aus Saudi Arabien doch zu dominant. Unter den gespickt mit einer Vielzahl an Weltstars rund um Sergej Milinkovic-Savic, Aleksandar Mitrovic, Kalidou Koulibaly oder Tormann Bono spielenden Mannschaft war es insbesondere Michael, der mit extrem viel Laufarbeit und Einsatz hervorstach. Was der auf der rechten Seite an Bälle erkämpfte, war schon beeindruckend. Einer davon führte in der 12. Minuten zum 1:0, als er von rechts kommend mit einem trockenen Schuss den gegnerischen Keeper bezwang. Eher unglücklich für Al Arabi hingegen der zweite Gegentreffer. In der 16. Minute stand der Tormann viel zu weit draußen, was Nasser ausnützte und ihn gekonnt zum 2:0 Endstand überhob.

Auch wenn dieses Freundschaftsspiel aufgrund der politischen Brisanz beider Länder sehr fair über die Bühne ging, war in der 59. Minute ein Rettungseinsatz nötig. Die Nummer 18 von Al Arabi, Ibrahim Ali Saeed, musste verletzt aus dem neuen Stadion in Wiener Neustadt abtransportiert werden. 

Die für 4.000 Besucher ausgelegte und 2019 neu eröffnete Spielstätte war an diesem Montag mit Spielbeginn 18h natürlich eher spärlich besucht. Weniger entspannter ging es aber dennoch nicht über die Bühne. Zwar gab es während dem Spiel keine Flitzer oder Selfiejäger, dafür war die Situation nach dem Spiel sehr befremdlich. Die wie Popstars angehimmelten Spieler „durften“ doch einiges über sich ergehen lassen, was man in dieser Form im österreichischen Ligaalltag nicht kennt...  

Wie in solchen Vorbereitungsspielen üblich haben beide Seiten fast die ganze Mannschaft durchgewechselt. Somit blieb bis auf den nicht anwesenden und dennoch alles überstrahlenden Neymar kaum einer der arrivierten oder angehenden Stars verschont, welche die kühle Abendluft sichtlich genossen (im Gegensatz zur tropischen Hitze in ihrer Heimat). Apropos Neymar: Der im vorigen Jahr nach Saudi-Arabien gewechselte und 400.000 Euro (!) am Tag verdienende brasilianischen Offensivstars Neymar fehlte angeblich wegen einer Verletzung oder doch wegen der Geburt seines dritten Kindes? Wie auch immer, seine Anwesenheit hätte hier in Wiener Neustadt wohl kein reguläres Spiel zulassen. 

SV Eberau 4–0 SV Oberwart 21.7.2024

 

Am Papier kann man hier von einer Sensation sprechen, die sich gestern in Eberau zugetragen hat. Die in der II. Liga Süd spielende Mannschaft hat den Regionalligisten vor knapp 300 begeisterten Zuschauern klar mit 4:0 besiegt. Deren Stürmer Draxler und Mayer waren trotz brütender Hitze in bester Torlaune. Generell schien es, als ob Eberau schon seine Form gefunden hat und für die Meisterschaft startklar ist.

Wurde dieses Spiel noch groß als Duell mit einem Regionalliga Verein angekündigt, so postete der SV Oberwart einige Stunden vor dem Spiel, das sie mit der neu gegründeten 1b Mannschaft anreisen werden. Dies ist sicher regelkonform, auch die jungen müssen gefordert werden. Aber wenn sich die Regionalliga Mannschaft für diesen Bewerb qualifiziert, sollte diese auch antreten. Diese Enttäuschung vernahm man sehr wohl auch beim heimischen Publikum, die sich doch einen Gegner erhofften, der auch mit seinen Topspielern anreist. So wird die Attraktivität des Bewerbes in Frage gestellt. Zum Glück war dies erst kurz vor dem Spiel bekannt, den sonst wären mit Sicherheit nicht so viele Besucher gekommen. Was bleibt ist ein Kantersieg mit einem bitteren Beigeschmack im Sinne des Fair Plays.

 

Apropos Regionalliga Ost: Blickt man auf die Geschichte des SV Eberau zurück, so war deren Publikum schon einmal mit einer Enttäuschung konfrontiert, welche aber seine Gründe hatte. Blättert man in den Vereinsnachrichten des Jahres 2016, so findet man dort eine erklärende Stellungnahme, warum sie damals auf den Aufstieg in die Regionalliga verzichtet haben: „Der SV Eberau ist Meister der Burgenlandliga", diese Schlagzeile war am 11. Juni 2016 Hauptgesprächsthema in allen Teilen des Burgenlandes. Was vor der Saison keiner für möglich gehalten hätte, ist an diesem Tag eingetreten. Es hätte schöner und spannender nicht sein können, als im letzten Meisterschaftsspiel als einer von vier Titelanwärtern - vor heimischen Publikum, Meister zu werden. Selbst der Wettergott hatte an diesem Samstag Erbarmen. Anfangs schüttete es noch in Strömen, aber je näher mit der 2:1 Führung im Rücken der Schlusspfiff rückte, desto mehr lockerte der Himmel auf. Als wir gegen 19 Uhr den größten Triumph in der Vereinsgeschichte feiern durften, blinzelte gar die Sonne durch. Diesen Sonnenschein hatten wir uns alle Spieler, Trainer, Funktionäre, Fans und Gönner des Vereines redlich verdient. Es war der Lohn unseres kollektiven Engagements der letzten Jahre. Von vielen zum Absteiger gestempelt, haben wir diese sogenannten Fußballexperten" eines Besseren belehrt. Dass diese Meisterkrone wahrlich verdient war, beweist überdies die Tatsache, dass man an insgesamt 25 von 34 Spieltagen an der Tabellenspitze stand…..Etwas Schatten auf diesen Erfolg warf - laut Meinung Außenstehender - die einstimmige Entscheidung des Vorstandes, nicht in die Regionalliga Ost aufzusteigen. Wir haben uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht, aber die finanziellen und infrastrukturellen Bedingungen hätten unseren Budgetrahmen überstiegen. Überdies wäre der organisatorische Aufwand durch die Gründung einer 1b Mannschaft fast nicht zu bewältigen gewesen. Die Erfahrungswerte einiger südlicher Mannschaften, das Karriereende von Mario Schrammel und Jerome Kovacs sowie die Abgänge von Bamabas Varga zum SV Mattersburg, Gergely Levay zum SC Haladas und Kevin Zinkl zum SV Güssing, waren weitere wichtige Gründe, die diese Entscheidung mitbeeinflusst haben, letztendlich war es eine Entscheidung der Vernunft-das Beste für uns, wie sich bereits herausgestellt hat.“

 

Als dies und viele weitere interessante Tabellen, Berichte, Fotos und Rückblicke kann man in der Festschrift 60 Jahre SV Eberau nachlesen, die 2017 erschienen ist. Oder in den jährlichen Sportnachrichten des Vereins. Eine überaus seltene Tatsache, dass in der heutigen schnelllebigen digitalen Welt noch auf das gedruckte Papier in Form solcher Schriftstücke wert gelegt wird.

SV Gols 3-2 SpG Neudorf/Parndorf Juniors 20.7.2024

 

In Gols sind Cupspiele, auch wenn sie in die Urlaubszeit fallen, traditionell in guter Erinnerung. Das 2025 sein 50-jähriges Jubiläum feiernde Volksfeststadion (1975 eröffnet) hat in seiner langen Geschichte insgesamt sechs ÖFB-Cupspiele erlebt. Der größte Erfolg wurde 1991 verzeichnet, als die Golser bis ins Sechzehntelfinale vordrangen wo gegen Admira/Wacker Endstation war. Ein Jahr später gewann man gegen Oberwart mit 3:0 und unterlag in der 2. Runde dem VSE St. Pölten mit 0:8. Dank all dieser Erfolge liegt man in der ewigen ÖFB-Cup Bestenliste im guten Mittelfeld auf Platz 267. Stets im Mittelfeld landeten sie auch in den drei Regionalliga Saisonen Anfang der 1990er, in welcher Gols die Massen im Volksfeststadion begeisterte.

Das tat auch das Eröffnungsspiel am 24. Mai 1975, welches mit einem klaren 7:2 Sieg gegen den FC Großhöflein endete, wie dem Sportbericht zu entnehmen war vor 300 Zuschauern: „Die Golser bestritten das erste Spiel auf ihrer neuen Anlage und gestalteten dies zu einem wahren Schützenfest. Die Gastgeber übernahmen von Spielbeginn an das Kommando und führten bereits nach 10 Spielminuten mit 4:0. Die Gäste waren sichtlich geschockt, konnten sich von dieser „kalten Dusche" nicht mehr erholen und mußten auch nach Seitenwechsel weitere Treffer hinnehmen. Ansonsten eine sehr faire Begegnung. Die Tore erzielten Zeichmeister (3), Leskovich (2), Stampfl, Hessheimer sowie Novikow (Eigentor) und Huf für die Gäste. Derweil wäre die ursprüngliche Eröffnung schon am 18. Mai 1975 angesetzt gewesen, wie dem Gemeinderatssitzungsprotokoll von 1975 zu entnehmen ist: „Der Gemeinderat fasst den einstimmigen Beschluss, die Gemeinderäte Stefan Feiler und Hans Sautner mit diesen Agenden zu betrauen. Insbesondere ist es deren Aufgabe, im Einvernehmen mit der Gemeindeverwaltung und den zwei Sportvereinen alle Angelegenheiten, welche die Betreuung und Benutzung der Anlage betreffen, zu erfüllen! 

„Einen Traum erfüllen“ wollte sich einst auch SV Gols Präsident Ernst Brunner, welcher der Golser Bevölkerung zu ihrem Volksfest ein "Fußballschmankerl" präsentierte. Am 15. August 1989 spielten sie ein Freundschaftsspiel gegen die CSSR, also den tschechoslowakischen Europameister 1976! Mit dabei waren so Kaliber wie Koloman Gögh, Antonin Panenka, Anton Ondrus, Jan Pivarnik, Jozef Capkovic oder Marian Masny. 1.100 Zuschauer kamen, um sich diesen Starauflauf anzusehen und gingen nach dem 3:3 zufrieden nach Hause. 

Mit der Leistung seiner Elf konnte der Trainer der SpG Neudorf/Parndorf Juniors, der Bundesliga erfahrene Paul Hafner (spielte in der Meistersaison 1999/00 bei Wacker Innsbruck!), heute nur bedingt zufrieden sein. Das war er jedenfalls mit Schiedsrichter Unger, dem er in der 44. Minute „Adleraugen“ bescheinigte, als dieser einen Outeinwurf, trotz verdeckter Sicht, für die Gäste gab. Ansonsten gehörte das Feld in der 1. Hälfte klar Gols, deren 1:0 Führung in der 32. Minute durch Bortel verdient war. Eher überraschend, aber für die Motivation wichtig fiel in der 37. Minute der Ausgleich. 

Nach Seitenwechsel dauerte es zwar ein wenig, aber in der 53. Minute nahm das Spiel an Chancen und Spannung so richtig Fahrt auf. Ein schöner Drehschuss der Nummer 7, Baumann, ringte Trainer Hafner einen Applaus ab. Postwendend sorgte Gols in der 55. Minute mit einem gefährlicher Schuss der Nummer 12, Limbeck, für ein Raunen im Publikum. Lautstark wurde hingegen die Kritik am Spielleiter in der 58. Minute, als er ein Abseits gab, wo mindestens 50 Trainer im Publikum keines sahen.

Auch wenn Gols weiter am Drücker war und Chance um Chance hatte, erkämpfte sich Neudorf mit viel Einsatz und Willen einen Elfmeter, den Kapitän Pinter trocken ins linke Eck verwandelte. Doch seine Freude währte nicht lange, wie uns die nächste Minute zeigte. Es war die Aktion des Tages. Sie bezog sich aber nicht auf das Spiel selbst sondern auf eine Fair Play Geste der Golser. In der 72. Minute bliebt Pinter nach einem Schlag in die Brust liegen. Der Golser Masseur zögerte nicht und sah nach dem Rechten. Pinter konnte anschließend weiterspielen. Großes Kino!

Die große Chance auf den Ausgleich hatte die Nummer 7 von Gols, Krikler, in der 74. Minute. Auf Höhe des 16ers traf er nur die Stange, wohl auch weil er den Ball nicht 100% mit dem Vollspann getroffen hat. 10 Minuten später dann der überfällige Ausgleich durch Limbeck, der nach einem Dribbling und einem Drehschuss sicher einnetzte. Viel Pech hingegen für Neudorf in der 86. Spielminute, als man trotz mehrerer Schüsse aus kurzer Distanz am Gästekeeper scheiterte. 
Und wie es so ist, wenn du die Tore nicht machst, bekommst du sie. Als viele schon das Elfmeterschiessen vor Augen hatten, zirkelte Ziniel den Ball zu 3:2 ins gegnerische Tor und bescherte dem SV Gols den Aufstieg in die nächste Cuprunde. 

FC St.Andrä 1–2 ASV Steinbrunn 19.7.2024

 

„Schon vor Beginn des Spieles gab es eine Aufregung, nachdem der nominierte Schiedsrichter wegen einer Autopanne nicht rechtzeitig erschien. Dieser wurde in Neusiedl von Funktionären gesucht, doch nicht gefunden. Beide Vereine einigten sich für die Austragung eines Freundschaftsspieles, doch dann traf endlich Herr Artner ein, ließ dieses abbrechen und pfiff um mehr als eine Stunde Verspätung das Meisterschaftsspiel an. Durch diese nervliche Belastung kam es zu keinem richtigen Spiel mehr, das schließlich zugunsten der Gäste ausging.“ Was heute undenkbar ist, war dem Sportartikel der "Burgenländischen Freiheit" nach Realität (siehe Bilder am Ende der Fotogalerie). Die mehr als verpatzte Premiere des zur Saison 1968/69 in der 2. Klasse A Nord zum dritten Male neu gegründeten SV St.Andrä ging in die Geschichtsbücher ein. Mehr als 300 Besucher strömten am 17. Augst 1968 zum Sportplatz, welche Zeugen einer knappen 2:3 Niederlage gegen den SV Neudorf wurden. 

Das Tradition hier gelebt wird, davon zeugt die Tatsache, dass der Verein noch immer in blau-gelb spielt (heute keine Selbstverständlichkeit mehr!). So wie einst 1928, bei der ersten Vereinsgründung in St. Andrä am Zicksee. Laut deren Chronik gilt man als „einer der ältesten Sportvereine Burgenlands zählen. Gründer war Ernst Nemeth. Der Verein gehörte dem VAFÖ an und galt als Arbeitersportverein. Gespielt wurde in den Vereinsfarben blau-gelb, welche die Spieler auch noch in der Gegenwart tragen. Der erste Rückschlag erfolgte jedoch im Jahr 1934 als der Vereinsbetrieb eingestellt wurde. Im Jahr 1952 erfolgte die Neugründung des Vereines. Diesmal spielte man als SC St. Andrä. Ab 1953 spielte die Mannschaft im Meisterschaftsbetrieb der 2. Klasse A Nord mit. Erfolge blieben jedoch aus und auch der SC St. Andrä stellte bereits nach 5 Jahren den Spielbetrieb im Jahr 1958 ein.“

Um auch im gestrigen Cupspiel keinen neuerlichen Rückschlag zu erleiden war es nötig, dass die Zeislbären (der Ziesel oder Zeisel gehört zu den geschützten Tieren und ist das überlieferte Maskottchen von St. Andrä am Zicksee, weiters gibt es einen gleichnamigen Kirtag) aus dem Seewinkel ihre Höchstform abriefen. Denn die eine Klasse höher, in der II. Liga Nord, spielende ASV Steinbrunn galt am Papier als Favorit. St. Andrä hingegen holten in der Sommerpause mit Patrik Sabo (8, zentrales Mittelfeld) und Lukas Cambal (9, hängende Spitze) zwei durchaus hockkarätige und erfahrene Spieler. Vor allem von Sabo kann man sich einiges erwarten, ein Spieler, der schon mit Slovan Bratislava im Europacup gespielt hat. Ebenfalls ein hochkarätiges Kaliber hat sich Steinbrunn geangelt. Gyula Angyal kam vom ASK Marz und spielte in seiner Laufbahn bereits bei Ujpest, Haladas Szombathely, Zalaegerszeg und Soproni. Außerdem war er mehrfach für das ungarische U-21 Nationalteam im Einsatz!

Schnell kristalisierte sich heraus, dass dies gestern das Duell schlechthin war. Man kann es aber vorwegnehmen, Angyal hatte seine gutstehende Abwehrkette über weite Strecken in Griff und konnte insbesondere Cambal stets entschärfen. Das 0:1 nach bereits 11 Spielminuten war nicht unverdient, auch wenn Goalie Bitter diesen scharfen Schuss ins lange Eck zunächst abwehren konnte, beim Nachschuss von Honc aber keine Chance mehr hatte. Steinbrunns Spielzüge waren einfach flüssiger und dank der robusten Hintermänner gab es kaum ein Durchkommen für die Gastgeber. Kurze Zeit später verpasste St. Andrä um Haaresbreite den Ausgleich. Cambal kam auf der linken Seite um einen Tick zu spät und setzte den Ball nur ins Außennetz. 

Trocken verwandelt hat hingegen Györvari einen platzierten Weitschuss aus gut 20 Metern ins rechte Eck, womit der Spielstand in der 42. Minute egalisiert war. In der Pause wechselten die Gastgeber zweimal und brachten dadurch frischen Wind ins Spiel, das nun durchaus offen war. Cambal hatte nach Seitenwechsel erneut die Möglichkeit sein Torkonto zu erhöhen, verzweifelte in Folge aber sichtlich an seinen vielen vergebenen Chancen und schickte ein Stoßgebet in den Fussballerhimmel. Diesmal scheiterte er im Fünfer knapp vor dem bravourösen Gästekeeper stehend, ehe auch schon sein heutiger Schatten, Györvari, herbeieilte und die Situation auflöste. 

Beide Parteien schenkten sich trotz hoher Temperaturen wenig, eine einzige Gelbe Karte im gestrigen Spiel überraschte doch sehr viele Zuschauer (etwa 130 waren bei drückender Hitze gekommen). Mit klarer Ansage der Ersatzspieler von Steinbrunn dann der 1:2 Siegestreffer in der 75. Minute. Zunächst war unklar wer den Freistoß ausführen würde, es sah danach aus, als würde die Nummer 13, Honc, die Verantwortung übernehmen. Wegen seiner für solche Standartsituationen antrainierten Technik eine gute Option. Schlussendlich wurde der Freistoß aus idealer Position nahe der 16er Linie aber von Harangozo ausgeführt, welcher diesen sauber ins rechte Eck drehte. Obwohl sich der Goalie lang machte pfiff der Ball an seinen Fingerspitzen vorbei. Auch die massive acht Mann Mauer, die sowohl in liegender als auch stehender Art aufgestellt war konnte den Schuss nicht abblocken. 

Steinbrunn ist somit in die nächste Cuprunde aufgestiegen. Aber auch wenn die Gastgeber gut mithielten, war der Klassenunterschied doch vielerorts erkennbar.      

SV Neuberg 3–2 SK Unterschützen 17.7.2024

 

Burgenland Premiere in Neuberg! Das landesweit erste Bewerbsspiel der neuen Saison 2024/25 fand gestern in der beschaulichen, 960 Einwohner zählenden Gemeinde Neuberg im Bezirk Güssing statt. „Ich war immer entweder ganz oben oder ganz unten. Die Mitte hat mich nie interessiert“, dieses Zitat stammt von Neubergs größtem Sohn, den ehemaligen Europameister im Boxen, Johann „Hans“ Orsolic. Und obwohl sich hier sein Geburtshaus befindet, sucht man Denkmäler oder ein Museum für Persönlichkeiten dieses Formates vergeblich. 

Besagtes Zitat trifft in den Grundzügen auch auf den Protagonisten des gestrigen Tages zu, den der SV Neuberg klopfte einst sogar an die Tür zur zweiten Bundesliga. Als Meister der Landesliga war man 1982/83 für die Aufstiegsspiele qualifiziert. Die Gruppe Mitte (Lienz, Voitsberg und Gmunden) sowie die Gruppe Ost (Schwechat, Neuberg und Krems) spielten die Aufsteiger aus. Nach dem Heimremis gegen Schwechat in der ersten Runde und einem überraschenden 1:3 Auswärtssieg lebte die Hoffnung. Die beiden Finalspiele gegen den späteren Europacupteilnehmer Krems gingen jedoch klar mit 0:3 und 1:7 verloren. Insgesamt fünf Spiele in zwei Wochen waren laut dem damaligen Spieler und langgedienten Obmann Martin Konrad für die Mannschaft am Ende des Tages doch zu viel (Danke an dieser Stelle für die Korrektur!).    

Erfolgreich waren insbesondere auch die vielen Jahre in der Regionalliga (1997/98 durchgehend immerhin bis 2003/04!). In der Saison 2000/01 verzeichnete man den zweitgrößten Erfolg der Klubgeschichte. Nur fünf Punkte hinter dem Aufsteiger Kottingbrunn belegte man Platz vier, noch vor Vereinen wie dem SC Eisenstadt, Austria Wien Amateure, Simmering, Schwechat oder Stockerau. Nicht von der Hand zu weißen sind auch die vielen Titel im einstigen Kroatencup. Der Ort Neuberg im Burgenland ist ausgewiesenes kroatisches Minderheitsgebiet, wo die Burgenlandkroaten entsprechend stark vertreten sind. In diesem Zusammenhang ist auch ein Spiel gegen die kroatische Nationalmannschaft 2012 erwähnenswert, welches hier stattfand. Ebenfalls in Neuberg gaben sich 2002 die Stars von Arsenal ein Stelldichein. 

Ganz unten, um auf das Zitat von Orsolic zurückzukommen, ist der SV Neuberg aber auch heute nicht. Jedoch sitzt man seit 2018/19 in der fünftklassigen II. Liga Süd fest. Mit solch einer großen sportlichen Vergangenheit sollte sich ein Verein dieses Formates über kurz oder lang mindestens in der Landesliga wiederfinden. Einen neuen Austragungsort finden musste der SK Unterschützen, den entgegen der ursprünglichen Cupauslosung wurde ja in Neuberg gespielt. Da die heimische Anlage wegen des Sommercamps des FC Porto nicht verfügbar war, haben beide kurzerhand das Heimrecht laut Cupregeln „im beiderseitigen Einvernehmen“ getauscht.

Ein Hin und Her war auch das Spiel selbst. In der Anfangsphase hatte man den Eindruck, dass die Gäste besser ins erste Pflichtspiel gekommen sind, wovon auch der flüssigere Spielaufbau zeugte. Dank einem gerechtfertigten Elfmeter, welchen Vlasics souverän ins rechte untere Eck verwandelte, ging Unterschützen mit 0:1 in Führung. Dies war wohl der Weckruf für Neuberg, den die folgenden Minuten gehörten ihnen. War der Ausgleichstreffer für Tormann Wagner noch unhaltbar, so gehörte das 2:1 durch Doppeltorschütze Glavina ganz allein der Abwehr von Unterschützen. Nach einem Eckball konnte Glavina am langen Eck stehend seelenruhig einköpfeln. Nun lagen nicht nur bei Trainer Tölly die Nerven blank, der die Mannschaft in die II. Liga Süd führte. Mit ein Grund war sicher auch das phasenweise überaus harte Einsteigen so manch eines Spielers. 

Neubergs Chancenauswertung war hingegen in der ersten Halbzeit sehr effizient, zwei Chancen zwei Tore. Es dauerte einige Zeit, bis sich die Gäste wieder fingen, ehe sie in den letzten Minuten die Anweisungen ihres Coaches nochmals gut umsetzten und ordentlich Druck in der gegnerischen Hälfte erzeugten. Doch obwohl die Gäste in der zweiten Hälfte fünf Spieler auswechselten, schien es, als ob Neuberg das Spiel nicht mehr aus der Hand gab. Diese untermauerten ihre gute Leistung mit dem 3:1 durch Gabriel in der 69. Minute, der sich erneut dem freien langen Eck bediente. Die Gastgeber waren nun darauf bedacht, den Aufstieg über die verbleibende Spielzeit zu bringen, doch der Kampfgeist von Unterschützen war beachtlich. Mit dem 2:3 Anschlusstreffer war plötzlich alles offen, bei einigen nun folgenden Kontern stockte dem Neuberger Publikum der Atem. 
Deren Unmut zog sich vor allem der Spielleiter zu, denn die Nachspielzeit war schon sehr großzügig. Schlussendlich pfiff Schiedsrichter Fercher in der 97. Minute ab und bescherte somit dem SV Neuberg eine weitere Cuprunde!    

 

 

ASKÖ Hirm 0–9 Mattersburger SV 6.7.2024

 

Es gab was zu Feiern in Hirm! Nach einem Jahr Pause stieg die Kampfmannschaft wieder in den Spielbetrieb ein. Passenderweise in jenem Jahr, wo der Sport- und Gesangsverein Hirm sein 100jähriges Jubiläum feiert. Aus jenem ging ja 1927 der ASKÖ Hirm hervor. 
Die letzte Station der ASKÖ Hirm war jene in der 2. Klasse Mitte 2022/23, wo man den zweiten Platz erreichte, der den Aufstieg bedeutet hätte. Anstatt aber den sportlichen Aufstieg wahrzunehmen, verzichtete der Verein und gewährte sich eine „sportliche und organisatorische Auszeit“. Während man die beachtliche Anlage weiter gehegt und gepflegt hat und sichtbar Instandsetzungen wie eine neue straßenseitige Einzäunung bewerkstelligt wurden, hat sich in der Zwischenzeit die 2. Klasse Mitte 2024/25 weiter ausgedünnt. Statt 12 Vereine steigt der ASKÖ Hirm am 10. August mit einem Heimspiel gegen Dörfl in eine Liga ein, die bloß acht Vereine umfasst!
Wechselhaftes bietet aber auch die Geschichte des am 24. März 1924 gegründeten Sport- und Gesangsverein Hirm, welcher sich Ende 1926 auflöste, ehe im Jahre 1927 aus der Sportsektion der heutige ASKÖ Hirm hervorging. Mit der Neugründung wurden seinerzeit auch die Vereinsfarben von violett/weiß auf weiß/schwarz gewechselt, was angesichts des grünen Rasens eine weise Entscheidung war. Ein Spieler mit einer großen violetten Vergangenheit spielte hier tatsächlich 2007/08: Franz Wohlfahrt. Damals suchte Hirm einen Ersatz für den verletzten Torhüter Höppel. So kam es zu dem doch etwas überraschenden Comeback der violetten Legende. 
Interessantes kann auch die Alfred Wiesinger Sportanlage mit ihrer sehr ansprechenden Tribüne erzählen. Sie bot einst neben der landesweiten Burgenlandliga auch hochklassigen Regionalliga Fußball. Zu Mattersburger Bundesligazeiten haben deren Amateure 2010/11 ihre Heimspiele in Hirm ausgetragen, bevor diese zur Saison 2011/12 auf die neu errichtete Anlage der Mattersburger Akademie wechselten. Gegner waren damals unter anderem die Amateure von Rapid und Austria Wien, der Wiener Sportklub und der FAC. Benannt ist die Anlage nach dem verstorbenen Obmann Alfred Wiesinger. Er war aber nicht nur ein verdienter Funktionär des ASKÖ Hirm. Kenner des burgenländischen Fußballs erzählen sich, dass man ihm unter anderem die Verlegung des Sportplatzes in die Ortsmitte, den Bau des Trainingsplatzes und der Zuschauertribüne sowie den Ausbau der Kabinenanlage zu verdanken hat.
Nach all dieser Vorgeschichte war es also naheliegend, dass man sich zum feierlichen Comeback den wiederauferstandenen Mattersburger SV einlud. Dessen rasanter Aufstieg wird wohl auch in der Burgenlandliga nicht zu bremsen sein, seine Favoritenposition ist trotz einer Liga mit Parndorf, Draßburg und Siegendorf unbestritten. Alles andere als ein weiterer Durchmarsch in die Regionalliga wäre eine Überraschung.
Erstaunlich ist aber auch der zusammengestellte Kader von Hirm, wo vor allem Mirza Sejmenovic hervorsticht. Mit seinen 23 Toren war er maßgeblich am Aufstieg der Mattersburger aus der II. Liga Mitte 2023/24 beteiligt. Ein Spieler der aber auch Erfahrung in der Regionalliga mitbringt, wo er mit Schwechat und Stegersbach in den Spieljahren 2014/15 und 2015/16 spielte. 
Gegen den heutigen Gegner konnte aber auch Sejmenovic wenig ausrichten. Er war zwar in seiner neuen Kapitänsrolle der Dreh und Angelpunkt der jungen Hirmer Elf, meist wartete er aber vergeblich auf eine Flanke, um den Abschluss zu suchen. Die Gäste hingegen waren schon sehr gut eingespielt, in bester Torlaune und auch konditionell gut im Saft. Der Sieg hätte weit höher ausfallen können, den vor allem in der zweiten Spielhälfte vergab das große Talent Angelo Pöttschacher unzählige Chancen, meistens allein vorm Tormann stehend. Mit seinen drei Treffern hat das erst 17 jährige Talent heute aber bereits ebensoviel Tore wie in der gesamten vorigen Saison erzielt.   
Auch im gegnerischen Strafraum tat sich nach Seitenwechsel einiges, zweimal hatte Sejmenovic die Chance auf einen Anschlusstreffer, konnte aber nur durch Fouls gestoppt werden. Zumindest bei letzterer Aktion roch es stark nach Elfmeter. Schade, dass hier der VAR versagt hat. Einen Ehrentreffer hätte sich Hirm im Comebackspiel verdient. Nicht unerwähnt darf aber an dieser Stelle der Fair Play Gedanke bleiben. Sowas wie heute sieht man auch nicht alle Tage. Bei einigen verletzungsbedingten Unterbrechungen war sofort der Mattersburger Masseur zur Stelle, aber nicht um seine eigenen Spieler zu behandeln, sondern jene von Hirm! Der Applaus nach dieser Aktion von Seiten der Hirmer Trainer Bank war mehr als verdient. Ganz großer Sport!
Auch wenn die Niederlage für den Gastgeber klar und äußerst hoch ausfiel, gegen so einen übermächtigen Gegner konnte man sowieso nur gewinnen. Bis zum Saisonauftakt bleibt noch genug Zeit, um sich einzuspielen und die richtigen Positionen zu finden. Vermutlich wird es zu Meisterschaftsbeginn auch für die heute schon zahlreich anwesenden Zuschauer leichter, sich zurechtzufinden. Denn ohne Rückennummern tut sich nicht nur der Schiedsrichter schwer…

 

USV Burgauberg 5-1 DUSV Loipersdorf II 4.7.2024

 

In einem streckenweise doch sehr temporeichen Bundesländerübergreifenden Freundschaftsspiel zeigten sich die Gastgeber, der USV Burgauberg (2. Klasse Süd B), aus dem Südburgenland zu Saisonauftakt in bester Torlaune. Loipersdorf (ein Verein aus der Steiermark, spielt in der 1. Klasse Süd/Ost B) bot den Gastgebern anfänglich durchaus Parole, doch just in deren besten Momenten setzte Luca Schwarz in der 18. Minute zu einem schönen Solo von Höhe der Mittelauflage an und bezwang von links stürmend souverän den Gästekeeper. Loipersdorf setzte in der Phase eine gute Reaktion und wurde mit einem schönen Lupfer von Holler belohnt, der kurze Zeit später für den Ausgleich sorgte. Die Gäste konnten diesen Schwung jedoch nicht weiter umsetzen, Burgauberg störte oft und erfolgreich deren Aufbauspiel. Es wurden dadurch viele Chancen herausgespielt. Ebenfalls ein schöner Schupfer sorgte für das 2:1 durch Heinrich in der 31. Minute, wobei der Tormann von Loipersdorf hier vielleicht etwas zu weit draußen stand. Keine Möglichkeit zur Abwehr hatte er hingegen nach einem Eckball in der 41. Minute, als Kühberger am 5er stehend sauber abstaubte.

Eine Standartsituation in der 50. Minute und erneut ein schönes Solo sorgten in der zweiten Spielhälfte für zwei weitere Tore, was den späteren Endstand manifestierte. Loipersdorf hatte in der 58. Minuten noch eine gute Möglichkeit dank eines Freistoßes von der 16er Grenze. Den scharfen Schuss ins linke untere Eck konnte Tormann Wurm aber mit viel Routine abwehren. Ein klarer Spielverlauf für Burgauberg in einem Freundschaftsspiel, wo auf beiden Seiten viel gewechselt wurde. Erschwerend für den Gästekeeper war wohl auch die tiefstehende Sonne, insbesondere nach Seitenwechsel machte sich dies auf der 1983 eröffneten Anlage bemerkbar.

 

Weiter zurück reicht die Gründungsgeschichte der hiesigen Union. Wie deren Chronik auszugsweise verrät, entschlossen sich „…Anfang des Jahres 1978 die Proponenten Franz Frisch, Erwin Pfingstl und Erich Pichler, alle aus Burgauberg stammend, zur Gründung eines Fußballvereines in unserer Gemeinde. Das Ansuchen wurde mit entsprechendem Bescheid der Sicherheitsdirektion genehmigt. Nach der am 18. März 1979 abgehaltenen Gründungsversammlung erfolgte die Eintragung ins Vereinsregister der Bezirkshauptmannschft Güssing als Union-Sportverein Burgauberg/Neudauberg. Vereinsfarben: blau/weiß

Der erstgewählte Vereinsvorstand unter Obmann Friedrich Schwarz nahm als wichtigstes Vorhaben die Werbung von Mitgliedern sowie die Errichtung eines Sportplatzes in Angriff. Nach Bereitstellung eines Grundstückes durch die Gemeinde Burgauberg-Neudauberg wurde begonnen, eine in die Richtung Lafnitz abfallende Wiese zu einem ebenen Sportplatz um zu bauen. Während der ersten Meisterschaftssaison 1979/80 trugen wir auf der Anlage des SV Rohrbrunn unsere Heimspiele aus. Unserem Nachbarverein gebührt dafür Dank. Erst ab der Herbstsaison 1980 konnten wir unsere Heimspiele auf dem von der Famile Lugitsch gepachteten Grundstück, das provisorisch als Sportplatz fungierte, austragen. Ab Herbst 1983 war unser neuer Platz bespielbar“. 

 

 

SC Pinkafeld 1-8 Grazer AK 29.6.2024

 

„Die nächste Meisterschaft gewinnen wir…“, tönt es im Refrain von der CD des Clubliedes vom SC Pinkafeld, aufgenommen anlässlich des Meistertitels 1999/00 in der 2. Liga Süd. Ob dem so auch in der neuen Saison sein wird, steht natürlich auf einem anderen Blatt Papier. Etabliert ist man in der Burgenlandliga schon seit über zehn Jahren, wo man sich sportlich meistens im Spitzenfeld festsetzte. Für die kommende Saison kündigte der Verein einen Umbruch samt Verjüngungskur an. Insgesamt acht Transfers und etliche aufrückende Eigenbauspieler sprechen für hier eine klare Sprache. Als erster Spieler kam der 17jährige Julian Psihoda vom UFC Markt Allhau. Mit Anton Stanic fand ein einheimischer Spieler den Weg zum SCP, der die letzten zwei Jahre beim TSV Pöllau in der steirischen Oberliga für reichlich Schwung im Angriff sorgte. Als größtes Talent im Südburgenland setzt man viel Hoffnung auf Elias Neubauer, der als Innenverteidiger den Angreifern das Fürchten lehren wird. Ihm zur Seite stehen wird Jonas Johann Herczeg, der mit seinen 20 Jahren bereits als Routinier auf dieser Position gilt. Das neue Schlusslicht wird Aron Szakos sein. Der 20-jährige Tormann kommt vom SV Lafnitz nach Pinkafeld. In der Offensive kommen mit Lukas-Stefan Weber und Al Mahic zwei Spieler, wo vor allem ersterer namhafte Stationen vorweisen kann (z.b. AKA Admira und Ritzing).

 

Ein Umbau beim Stadion war auch der Grund für dieses feierliche Eröffnungsspiel. Die Tribüne wurde erweitert und präsentiert sich nun auf höchstem Regionalliga Niveau. Beachtlich was hier grosteils in Eigenregie in kürzester Zeit vollbracht wurde. Genau das macht aber den Amateurfußball aus! Beginnend am 11. Juni 2023 startete mit der Demontage verschiedener Geländerteile im alten Tribünenbereich die SCP-Jahrhundertbaustelle. 384 Tage später wird es neben den unermüdlichen Freiwilligen und dank zahlreicher Firmen aus der Umgebung eingeweiht. Natürlich braucht es für solche Projekte immer ein Organisationstalent. In dem Fall dankte der SCP seinem Obmann Mario Windhofer mit einer kurzen Dankesrede: „Ohne deine Vision, dein Organisationstalent und deinen unglaublichen Energieaufwand, lieber Mario, wäre dieses Projekt, von dem der Verein und die Pinkafelder Jugend noch jahrzehntelang profitieren werden können“. 

 

Keinesfalls als Amateure kann man den heutigen Gegner bezeichnen. Niemand geringeren als den Aufsteiger in die 1. Bundesliga, den Grazer AK, hat man sich fürs Eröffnungsspiel eingeladen. Ein Traditionsverein, der eine bewegte Vergangenheit hat und nun hoffentlich in ruhigere Gewässer steuert (Stichwort Finanzen). Das zu diesem freudigen Anlass freier Eintritt galt, ist in der heutigen Zeit schon sehr bemerkenswert. Ob aber das Vorspiel zwischen dem Landtag und der Gemeinde eine Freude für die Kicker war ist zu bezweifeln, es war wohl eher eine Qual bei brütender Hitze und gut 35 Grad. Auch wenn beide Teams mit nahmhaften Kickern bestückt war zählte hier in erster Linie der Spaß. Und der kam nicht zu kurz. Genauso die notwendigen Trinkpausen. 

Kurz und schmerzlos war es dann aber im Hauptspiel, dem allerlei Prominenz beiwohnte. Gesichtet wurden unter anderem der Präsident des Burgenländischen Fußballverbandes Georg Pangl oder der Pinkafelder Abgeordnete zum Nationalrat Norbert Hofer, welcher heute Heimvorteil hatte und sich ein gemütliches Achterl Wein gönnte. 

Weniger gemütlich ging es der GAK an, dieser schien schon ziemlich gut in Schuss zu sein und ließ keine Zweifel aufkommen, wer heute als Sieger vom Platz geht. Die Pinkafelder hingegen nutzten die wenigen Chancen, die sich auftaten. In Zahlen war das ein Angriff und ein Tor in der Anfangsphase. Der Klassenunterschied war leider viel zu eklatant und so spielte sich das Geschehen fast nur in der Hälfte der Gastgeber ab. Einsatz und Kampfgeist der Gastgeber stimmte aber zu 100%, das vernahm man auch von der Trainerbank des GAK. Vor allem die Nummer 14 hat es den Grazern angetan…

 

Eine besonders schöne Geste organisierte der Gastgeber in Abstimmung mit dem GAK  

 für Herbert Oberrisser zum Abschluss dieses Eröffnungsspieles. In der letzten Spielminute wurde die Tormannlegende unter tosendem Applaus an seinem 60. Geburtstag eingewechselt. Oberrisser spielte 1985/86 beim GAK und war jahrelang auch Spieler in Pinkafeld (1980-1985,1986-1991 bzw. im Frühjahr 1995). 

 

Erstaunlich ist auch die Geschichte des Vereins hinsichtlich der früheren Spielstätten, an die man sich hier sehr gerne erinnert. Überhaupt spürt man hier an jeder Ecke, dass man in Pinkafeld sehr viel Wert auf seine Geschichte und die Tradition legt, nicht nur hinsichtlich der alten Sportplätze. Deren Festschriften zu Folge „…befand sich die erste Sportstätte auf der Fliegenschneewiese, wo heute das Fernheizwerk steht. Danach wurde auf der Meierhofwiese gespielt, wo sich heute die HTBL Pinkafeld befindet. Allerdings durfte man dies nur nach Rücksprache mit der Gutsverwaltung machen, welche dies meist nur nach der Heuernte zuließ. 1928 übersiedelte der Verein auf einen Platz in der Eller, dort wo heute die Ellerhäuser stehen. Die Gemeinde Pinkafeld stellte diesen ersten echten Fußballplatz dem jungen Verein zur Verfügung. 1930 bis 1939 war das sogenannte Hammerfeld die Heimat des SCP, dass sich südöstlich der Turba-Kaserne befand. Es galt seinerzeit als einer der attraktivsten Sportplätze im Burgenland. Der Verein musste diese aber 1938 wieder aufgeben. Als Ersatz wurde dem Verein ein Grundstück auf der Sowiesn zur Verfügung gestellt, auf dem sich noch heute der Sportplatz des SC Pinkafeld befindet. 1947 wurde Burgenlands erste Tribüne am neuen (und heutigen) Platz der Sowiesn errichtet. Sie diente als Schauplatz für Peter Handkes Film "Die Angst des Torwarts vor dem Elfmeter". Den Jugendlichen war es zu verdanken, dass der neue Platz auf der Sowiesn gepflegt wurde. Man half sich, indem man die Spielfeldbegrenzung mit Sägespänen kennzeichnete. Und als die beiden alten Holztore schon teilweise vermorscht waren, grub man nächtens, auf einer der Werkssportanlagen, kurzerhand zwei schöne Tore aus und pflanzte sie auf der Sowiesn wieder ein. Da dieser Streich keine weiteren negativen Folgen hatte, konnte sich die Pinkafelder Jugend nun an einer schönen Sportstätte erfreuen. In der Saison 1946/47 wurde der Ausbau der Sportstätte fortgesetzt. Der Platz hatte eine Abmessung von 65x110 Meter und hatte sogar als erste des gesamten Burgenlandes eine überdachte Holztribüne. 1981 wurde die Kabine neu errichtet“.

 

Das dies einst das Schmuckstück des Burgenlands war ist sich der Verein auch heute noch bewusst. In seinem schmucken VIP Raum auf der neuen Tribüne wurde ein eigener Bereich installiert, wo ein großes Gemälde eine Spielszene des Freundschaftsspiels gegen Rapid Wien 1963/64 zeigt, welches 3:3 endete. Auf diesem ist im Hintergrund die besagte Holztribüne abgebildet, während vorneweg die Spieler vor über 4.000 Zuschauern einlaufen. Ein Dank geht an dieser Stelle an Szalay „Wendi“ Wendelin, der die nostalgische Ecke unter anderem dem Herrn Bürgermeister Kurt Maczek sichtlich stolz präsentierte. In erster Linie natürlich deswegen, weil „Wendi“ auch auf diesem Bild zu sehen ist (er läuft rechts als zweiter Spieler ein)!

 

All diese heutigen und ehemaligen Plätze einen der Umstand, dass der Verein aus der knapp 6.000 Einwohner zählenden Gemeinde seit jeher auf sein Publikum zählen kann und es bei sportlichen Höhenflügen zahlreich erscheint. Die Pinkafelder gelten aber nicht nur als treu und zahlreich, es kann auch sehr emotional zur Sache gehen. 1975/76 kam es in der Regionallliga Ost vor über 2.000 Zuschauern in einem sogenannten Jahrhundertspiel gegen den Kremser SC zu Zuschauerausschreitungen. Die Heimmannschaft wurde dabei durch den Schiedsrichter Nehoray derart benachteiligt, dass es nach Spielende handgreiflich wurde. Nehoray konnte nur unter Polizeischutz die Stadt gesund verlassen. Für den Verein hatte dies die sportliche Konsequenz, dass er die Tabellenführung an die Kremser verlor. 

 

FK Inter Bratislava 3-1 Dunajská Lužná 15.6.2024 

 

Nach fast 15 Jahren kehrte heute Inter Bratislava in seine alte Heimat zurück! 

Eine kürzlich unterzeichnete Vereinbarung mit Eigentümer Slovan Bratislava ermöglicht ihnen, dass sie, mit dem heutigen letzten Heimspiel beginnend, auch ab 2024/25 in der zweiten Liga hier ihre Heimspiele austragen können: „ŠK Slovan Bratislava und FK Inter Bratislava haben eine gegenseitige Zusammenarbeit vereinbart. Sein Hauptzweck ist die Nutzung des Stadions. Der Kern der Vereinbarung zwischen den Klubs besteht darin, einander auszutauschen und Inter zu helfen, insbesondere beim Aufstieg in die 3.Liga und den damit verbundenen höheren Anforderungen an die Infrastruktur“, verkündete Inter auf seiner Website. 

Nicht nur der mehrfache Europacupteilnehmer, zweifache Meister und sechsfache Cupsieger Inter hat eine große Geschichte, auch das Pasienky kann eine solche vorweisen. 1968 wurde Bratislava die Hauptstadt des Teilstaates Slowakische Sozialistische Republik (SSR) in der CSSR, was der Stadt die Jahre zuvor rege Bautätigkeit in der Infrastruktur bescherte. Große Investitionen tätigten sie vor allem im Bereich Sport, was Ende der 1950er Jahre zum Bau des Stadion Pasienky und der naheliegenden Sporthalle führte. Bis zur Insolvenz 2009 war das Pasienky Heimat des FK Inter Bratislava, welcher von 1952-2004 als Hauptsponsor die größte Erdölraffinerie (Slovnaft) der Slowakei hinter sich wusste. Mit seinen mächtigen Flutlichtmasten und dem optisch sehr ansprechenden Eingangsbereich hob es sich seinerzeit von den durchschnittlichen, sogenannten „Ostschüsseln“, weit ab (siehe am Ende der Fotogalerie, Aufnahmen von 1998). Konzipiert war es als Multifunktionale Anlage für Leichtathletikbewerbe, Fußball und Konzerte. Historische Zeitungsberichten zufolge lag das Fassungsvermögen in den 1970er Jahren bei rund 20.000 Besuchern. In den Kurven waren 1998 noch die original gelben Wellenbrecher von der Eröffnung 1962 installiert, welche ob der roten Sitzbänke doch untypisch für ihre Zeit waren. Von 2009 bis zur Vollendung des eigenen Stadionneubaus 2019 eignete sich Slovan Bratislava vorübergehend das Gelände an. Sie ließen es sich dann auch nicht nehmen, den neuen Besitz optisch zu unterstreichen, indem man die Plastiksitze durch blaue ersetzte und einen Slovan Schriftzug in die Sitze der Gegengerade setzte. 2010 bis 2012 trug hier, mangels Alternativen (zu der Zeit wurden alle in Frage kommenden Stadien der Slowakei neu gebaut), das slowakische Nationalteam neun Spiele aus. Die Gesamtkapazität lag in den 2000er Jahren bei 13.295 Plätzen, zuletzt waren es aufgrund der Pufferzonen 11.591. 

Das Inter 2024 in seine eigentliche Heimat zurückkehrt hätten wohl nicht mal die größten Optimisten gedacht. Der absolute Tiefpunkt war 2009 erreicht, wo man auf dem Sportplatz Ihrisko na Drieňovej ulici spielte (siehe am Ende der Fotogalerie, Aufnahmen von 2012). Dieser Platz liegt einen Steinwurf vom Pasienky entfernt, und war mehr als dürftig ausgestattet. 2017 musste man gar auf einen Sportplatz 15 km außerhalb in Stupova wechseln. Manche Spiele wurden auch in Dunajska Luzna ausgetragen! Nach all diesen leidvollen jahrenlangen Erfahrungen in den Niederungen des slowakischen Fußballs kehrt man als Meister auf jener Bühne zurück in die dritte Liga, wo man die meisten Erfolge in der Vereinsgeschichte feierte. Jener Verein, der einst in der Championsleague spielte. Auch wenn man die 3. Qualifikationsrunde gegen Rosenborg Trondheim verlor, so war das 3:3 dennoch ein würdiger Abschied vom Bewerb. Gespielt wurde im Pasienky, vor knapp 6.000 Besuchern! Eine andere Liga sind auch die Gegner sein, die Inter in der dritten Liga erwartet. Diese sollte bei dem neu geweckten Potential aber nur eine Zwischenstation sein, den das klare Ziel und der neue Anspruch lautet zweite Liga. 

Die Dominanz in der laufenden Meisterschaft manifestieren und die glorreiche Rückkehr feiern war heute das klare Ziel von Inter. Dem Ruf folgten erstaunliche 600 Zuschauer in die alte Heimat, welche sich unter dem Dach der Haupttribüne einfanden. Für den Anfang eine sehr gute Kulisse, wenn man bedenkt das es die vierte Liga ist. Unter den Besuchern waren viele alte Legenden zu sehen, welche sich um den Klub verdient machten. Eine schöne Geste des Vereins, dem Präsident Joszef Barmos vorsteht, unterstützt von Jan Palencar. Die Tribünen wurden aber auch von vielen Fans bevölkert, die sich im Trikot zu ihrem Verein bekannten. Vor allem bei der älteren Generation hat Inter aufgrund seiner großen Geschichte viele Anhänger. Sie alle sahen trotz enormer Hitze ein flottes Spiel, welches auch ohne die Tore des erfolgreichsten Stürmers, Ivan Betik, gewonnen wurde. Beim heutigen 3-1 Sieg scorten zweimal  Jakub Kolník und einen Treffer steuerte Tomáš Majtán bei. Inter bleibt somit auf Kurs, welcher ganz klar neuerlicher Aufstieg lautet! 

 

 

SC Edelstal 0-7 SC Hof/L. 9.6.2024 

 

Von der Papierform her wären die Gastgeber der klare Favorit gewesen, doch stark ersatzgeschwächt kamen sie am Vatertag ordentlich unter die Räder. Matchwinner und Spieler des Tages war die Nummer 10 der Gäste. Der unter anderem in der Vergangenheit beim ASV Draßburg in der Regionalliga spielende Manuel Hanyka erzielte vier Treffer und war einer der Aktivposten am Platz. Die Abwehr der Edelstaler hatte alle Mühe ihn zu halten. Auch wenn das Ergebnis einen klaren Spielverlauf vermuten lässt, so konnte sich der SC Edelstal bei seinem Tormann Peter Jurcik bedanken, der mit einigen Glanzparaden seine Kameraden vor einer zweistelligen Niederlage bewahrte. Der anhaltende Sturmlauf der Gäste war nur während der unzähligen Trinkpausen zu stoppen, die angesichts der enormen Hitze notwendig waren. 

Ein paar Worte noch zur Geschichte des SC Edelstal, der ja bekanntlich der nördlichste Verein des Burgenlands ist. Dennoch spielen sie seit der Vereinsgründung im niederösterreichischen Verband mit. Der entsprechende Antrag datiert aus dem Jahr 1947 und hat bis heute seine Gültigkeit. Die Begründung des Vereins war seinerzeit der kürzere Weg zu den Auswärtsspielen. So eine Entscheidung ist nachvollziehbar. Dennoch schade, dass ein solch traditioneller Verein in einer Stadt, wo mit Römerquelle/Coca Cola ein riesiger Konzern beheimatet ist, nicht mehr Unterstützung erhält, dass sich ein Wechsel in seinen heimatlichen Verband, den burgenländischen, rechnen würde. Bis dahin deuten am ausbaufähigen Sportplatz einzig die Corner Fahnen in den Landesfarben, sowie der gute Wein, auf das Burgenland hin.  

 

UFC Tadten 2-1 ASV Steinbrunn 7.6.2024

 

Ein Spiel in dem es um nichts ging? Für einen sehr wohl, den in der 89. Spielminute wurde ein Spieler vom Feld geholt, der sich sehr um den UFC verdient machte. Nach einer längeren Durchsage im Stile einer Boxkampf Ansage, voller Dankbarkeit und Aufzählung seiner geleisteten Dienste für den UFC, wurde Rastislav Kruzliak unter Standing Ovations vom Platz geholt. Laut ÖFB Datenbank erbrachte er in seiner Laufzeit 7.058 Einsatzminuten, wo er 55 Tore erzielte!

Und sein letztes Spiel bot wirklich alles, was ein Match braucht. Es ging rasant los, die Gäste schienen, als wollten sie die Tadtener überrollen. März traf nach wenigen Sekunden zum 0-1. Das war für den Gastgeber mehr als unangenehm, man wollte sich ja gebührend in die Sommerpause verabschieden und nicht nur dank der belegten Heurigenbrote auftrumpfen. Ein kurzer Weckruf in den eigenen Reihen und nach wenigen Minuten schien sich das Blatt zu wenden. Das Spiel verlagerte sich immer mehr in den Strafraum der Steinbrunner, wo mehrere Chancen liegen blieben. Eine Standartsituation führte schließlich zum umjubelten Ausgleich. Umso schöner für Kruzliak, dass er in seinem Abschiedsspiel diesen wichtigen Ball versenkte.

Nach Seitenwechsel schien es, als ob beide mit einem Unentschieden zufrieden wären. Aber wieder war es eine Standartsituation, dank derer Pittnauer das Siegestor erzielte. Auch ein kurzes Gewitter mit heftigen Regen konnte nichts am Resultat ändern, auch wenn der Schiedsrichter mit gefühlten zehn Minuten Nachspielzeit sehr großzügig auf Seiten des ASV war.

 

 

Tatabánya 2-2 Békéscsaba 2.6.2024

 

Playoff Fieber in Ungarn! Vor einer überragenden Kulisse kam es heute in Tatabanya zum ersten Spiel um den Aufstieg in die NB2. Obwohl es Gerüchte gibt, dass aufgrund von Lizenzprobleme anderer Teilnehmer auch der Verlierer dieses Finales aufsteigen kann, wollte sich darauf natürlich niemand verlassen. 
Einen derartigen Andrang hat das altehrwürdige, 1946 eingeweihte, Grosics-Gyula-Stadion sowieso schon lange nicht gesehen. Seine Blütezeit erlebte es gemeinsam mit den Fußballern in den 1980er Jahren, wo sich die großen Vereine die Türklinke in die Hand gaben. Das Spiel gegen Real Madrid ist noch immer präsent, in den Katakomben künden stolz Zeugnisse von diesem großartigen 2:1 Sieg (siehe Fotogalerie am Ende). Leider ist es heute nur mehr für 5.021 Plätze zugelassen, einst kamen hier 1960 gegen Ferencvaros gar 25.000 Zuschauer. 

Die aktuelle Realität nennt sich aber NB3, was aber nicht der Anspruch einer solchen Stadt sein kann. Mit dieser Tradition und der aktuell herrschenden Euphorie stieß das Spiel auch auf großes Interesse, wodurch heute an die 2.000 Zuschauer die Ränge füllten. Das ist in Ungarn viel, wo doch in diesem Level oft nur einige hundert Besucher zu gegen sind. 

Bei brütender Hitze waren vor allem die schattigen Plätze auf der historischen Sitzplatztribüne äußerst begehrt. Von hier sahen die begeisterten Besucher ein Spiel auf gutem Niveau. Der Gastgeber versuchte von Anfang an den Gästen keine Räume zu bieten. Es war ein sehr offensives Spiel in den ersten 15 Minute, es ging Schlag auf Schlag. Ein Konter jagte den anderen. Leider waren echte Torchancen Mangelware, was aber für die gute Abwehrkette vor allem von Tatabanya sprach. 

Mit Fortdauer des Spiels wurden die Gäste gefährlicher und Arvai hatte den Führungstreffer beinahe am Kopf. Nur wenige Minuten später das erlösende 0-1. Die Gäste kamen von links und Sarmany lochte sicher ein.

Bevor es in die Kabinen ging ein letzter Angriff der Gastgeber. Eine Flanke und wie aus dem nichts der so wichtige Ausgleich. Nun keimte wieder Hoffnung auf im Stadion, die Stimmung war grandios! Nach Seitenwechsel ging es in derselben Tonart weiter. Einen falschen Pass nutzte zuerst Toth, der in an Korodi abgab welcher den Ball zum 1-2 unter die Latte donnerte. Der erneute Ausgleich folgte nur kurze Zeit später, als Bora den Abpraller einlochte. Der Hitze geschuldet lies das Tempo in der Schlussphase merklich nach, verwunderlich warum es keine Trinkpausen gab. 
Jedenfalls sahen die Zuschauer hier ein echtes Spektakel, ein Spiel, das sich ein ausverkauftes Stadion verdient hätte! Mit diesem Resultat ist aber alles offen , beim Rückspiel am 9. Juni in Békéscsaba werden die Karten neu gemischt.

 

 

ASV Draßburg 3-0 Wiener Viktoria 31.5.2024

 

Wunder passieren, Wunder geschehen…das hoffte man auch in Draßburg. Doch ohne zeitgleiche Schützenhilfe in Neusiedl und Wien würde auch ein Sieg den Gang retour in die Burgenlandliga bedeuten. 

Der Wichtigkeit bewusst fieberten von Beginn weg nicht nur die Schafe auf den umliegenden Feldern mit, sondern auch gut 450 Zuschauer auf der schmucken Anlage des ASV Draßburg. Sie sahen in der ersten Viertelstunde eine mit viel Drang zum Tor spielende Heimelf, wo sich besonders Schimandl mit etlichen Chancen hervortat. Aber auch die Nummer 9, Niklas Lang, wusste durchaus Akzente zu setzen. Die mangelnde Einsatzbereitschaft der Gäste bemängelte hingegen Trainer und Spielerlegende Anton Polster mehrmals. Er verkündete dies auch verbal sehr lautstark. Von „war gestern eine Party“ zu einem Abwehrspieler bis hin zu einem generellen „geh Buama aufwochen wos is?“ oder „unfassbar…unfassbar eine Frechheit ist das“ war seine Unzufriedenheit im ersten Spielabschnitt nicht zu übersehen. Währen dessen über die rechte Seite ein Konter und Lang netzt sicher zum 1:0 ein. Der Jubel ist groß, gebannt gehen die Blicke der meisten Zuschauer sofort auf die Handys und den Liveticker. Der besagt nichts Gutes. Neusiedl und Elektra müssten heute gewinnen…

Auf der Siegerstraße ist hingegen Draßburg, die sofort nachlegen und fünf Minuten später das 2:0 nachlegen. In der Zwischenzeit lässt Toni Polster weitere Wuchteln vom Stapel, schickt drei Spieler zum Aufwärmen und bemängelt alsbald deren langsames Warm machen. Doch auch nach dem Spielerwechsel ändert sich nicht viel am Verlauf, die Gastgeber gehen mit einer 2:0 Führung in die Pause.

In jener ziehen erste Gewitterwolken auf, die sich bis zur 62. Minute in ein paar Regentropfen verwandeln. Weit entfernte Blitze lassen Schiedsrichter Mayrhofer abbrechen, sehr zum Unmut der Zuschauer und vor allem Toni Polster, der tobend allein auf der Trainerbank sitzen bleibt. Währenddessen schickt Mayrhofer alle in die Kabine, wo man den leichten Regen abwartet. In der Zwischenzeit harrten die Besucher der Dinge oder labten sich am ausgezeichneten Grillstand, der von Hühnerfilet, Bratwurst und Kotelettsemmeln samt Salatbar alle Stückerln spielte. Eine Seltenheit im Burgenland! 

Anstatt der angekündigten 20 Minuten wurde zur Freude aller Beteiligten schon nach etwa 15 Minuten entschieden, weiterzuspielen. Die Offiziellen und auch das Regenradar meldeten weiterziehende Blitze, sodas keine Gefahr mehr drohte. Schwer zu sagen, ob der Abbruch berechtigt war, Fakt ist die Sicherheit geht immer vor.

Nun war aber merkbar die Luft draußen, Draßburg ist bemüht den Vorsprung zu verteidigen und spielt eher defensiv. Auch wenn Viktoria bei immer stärker werdenden Regen besser ins Spiel kommt und Anteile gewinnt ist hier nichts mehr zu holen. Einzig Polster bekam nach abermaliger lautstarker Kritik eine Gelbe Karte. Die immer wieder aufgerufenen Liveticker verkünden weiterhin Spielstände zum „Nachteil“ von Draßburg.

Dank eines Fouls auf der rechten Seite auf Höhe des Fünfers verwandelt Pester in der Schlussphase den zugesprochenen Elfmeter zum 3:0. Doch all die Müh war umsonst, die Liveticker berichten auch nach 90 Minuten keine sensationellen Ergebnisse und im Endeffekt muss Draßburg absteigen.

  

 

 

USV Halbturn 4-1 SV St. Margarethen 30.5.2024

 

2023 feierte die Gemeinde Halbturn das Jahr der Jubiläen. Die Gemeinde ihr 350-jähriges, die Feuerwehr 125 Jahre und der Fußballverein wurde 100 Jahre alt. Ihr Durchmarsch von der 1. Klasse Nord (2013/14) bis in die Burgenlandliga war einzigartig und ging in die Chronik ein. 

Das man im Spiel der vorletzten Runde gegen St. Margarethen ebenfalls etwas zum Feiern hatte war unsicher. War doch die Ausgangslage eindeutig. Während Halbturn seit über einen Monat nicht voll anschreiben konnte, ist St. Margarethen in dieser Form ein ernstzunehmender Aufstiegskandidat in der nächsten Saison. Seit zwei Monaten ungeschlagen stehen sie mit satten 47 Punkten auf Platz 3. Doch Papier ist geduldig, das zeigte sich auch heute wieder. Jenes Papier in Form der Startaufstellung vermerkte auch das fehlen von 5 Stammspielern auf Seiten der Gäste (laut Auskunft SV St. Margarethen unter anderem die komplette Innenverteidigung), wobei zwei Spieler gesperrt waren und drei verletzt pausieren mussten.

So wie sich das drohende Gewitter im Laufe der dahintröpfelnden Anfangsphase wegdrehte, schafften auch die Gastgeber zum sichtlichen Ärger von Trainer Lederer die Wende. Nach ein paar Härteeinlagen während der Abtastzeit waren es die Gäste, die wenig überraschend den Ball nach einem Querpass versenkten. Es folgten etliche Raumgewinne und Möglichkeiten für Halbturn, sehr aktiv in dieser Hinsicht war Hoffmann. Dieser war es auch der den Elfmeter in der 42. Minute sicher ins linke Eck verwandelte. Mit seinen 16 Toren wird es schwer, einen Stürmer von solch einem Format in Halbturn zu halten. Im zahlreich anwesenden Publikum (etwa 400 Besucher füllten den Platz) vernahm man heute auch erste Gerüchte um einen Transfer zu Hartberg oder anderen Bundesligavereinen. 

Jedenfalls löste der Ausgleichstreffer bei den Einheimischen den gordischen Knoten. Die zweite Halbzeit zeigte eine mit viel Zug zum Tor effizient spielende Halbturner Elf, während St. Margarethen eher wie aufgelöst wirkte. Die Abwehr stand nicht mehr so sicher und lies einige Fehlpässe zu, die vom Gastgeber eiskalt genutzt wurden. So gab es Chance um Chance, vor allem die Treffer drei und vier waren sehenswert. Hoffmann mit einem Doppelpack sicher der Spieler des Tages! 
Obwohl die Gäste in der Schlussphase dreimal wechselten und sich wieder etwas fingen, gingen die drei Punkte aufs Konto der USV, womit sie einen schönen Saisonabschluss schafften und diesen bei ihrem kommenden Sportlerfest wohl entsprechend feiern. Eine Runde noch dann ist dieses Spieljahr Geschichte. Im Herbst beginnt jedoch eine äußerst hochklassige Saison, unter anderem mit Mattersburg in einer Liga!


Ein Blick auf die Historie der Halbturner zeigt allerdings, dass sie durchaus im Stande sind längere Zeit auf diesem Level zu spielen. Wie deren Chronik verrät „wurde dem Fußballsport schon immer große Bedeutung beigemessen. 1923 wurde der Sportverein Halbturn gegründet. Während des 2. Weltkrieges musste der Spielbetrieb des Sportvereins Halbturn stillgelegt werden. Nach Kriegsende, im Herbst 1945, kam es zur Neugründung des Vereins. 1962 wechselte der Halbturner Sportplatz seinen Besitzer. Als der damalige Eigentümer den Pachtvertrag mit dem Sportverein kündigen wollte, um das Gelände als Bauplätze zu verkaufen, hat der Gemeinderat beschlossen, den Sportplatz zu kaufen und in weiterer Folge an den Sportverein zu verpachten. Das Spieljahr 1965/66 wurde zu einem der erfolgreichsten Jahre in der Vereinsgeschichte. Halbturn wurde Meister der 1. Klasse A Nord und stieg in die 2. Liga Nord auf. In der Frühjahrssaison konnte erneut der Meistertitel errungen werden und Halbturn stieg in die höchste Liga des Landes, die Landesliga, auf. Die Saison 1970/71 sollte die bisher beste Landesligasaison in der Vereinsgeschichte werden. Nach acht Runden war der USV Halbturn hinter Siegendorf am zweiten Tabellenplatz und konnte diesen bis zum Ende der Herbstsaison bestätigen.“

 

Große Spiele gab es hier jedoch vor allem auf freundschaftlicher Basis. Am 12. April 1982 war Austria Wien zu Gast. Rund 1.000 Zuschauer sahen sich dieses Fußballspektakel am Sportplatz an. Zur 70er Feier des USV war am 1. August 1993 der österreichische Rekordmeister Rapid Wien zu Gast, die Halbturn mit 0:4 besiegten. Der Zuschauer Rekord mit 2.500 Besuchern datiert hingegen vom 28. Juni 1997. In einer heute undenkbaren Doppelveranstaltung spielte der USV gegen den slowakischen Verein SK Codecon Kmetovo, während Rapid Wien im Hauptspiel Ferencvaros Budapest als Gegner hatte. Die Ungarn gingen mit 0:1 als Sieger vom Platz. Wobei an diesem Tag wohl jeder Erwachsenen ein Sieger war, den Sponsor Ottakringer hat jedem Erwachsenen eine Dose Bier geschenkt. Heute ebenfalls undenkbar. Fotos davon inklusive dem Originalplakat sehen sie in der Fotogalerie am Ende, dort wo auch ein paar Impressionen vom direkt neben dem Sportplatz liegenden Schloss Halbturn zu bestaunen sind. Fußball und Kultur geben sich hier einander quasi die Türklinke!

SC Frauenkirchen 0-1 UFC Podersdorf am See 24.5.2024

 

Ob das gestrige Donnerwetter im Seewinkel dieselbe Intensität hatte, wie jenes in der Frauenkirchener Kabine ist nicht bekannt, nach der zweiten Niederlage in Folge aber anzunehmen. Galt es doch in erster Linie den Startplatz im BFV-Cup abzusichern. Und auch wenn es für Derbygegner Podersdorf sportlich gesehen nur mehr um die goldene Ananas ging, war deren Tempo, Anteil am Ballbesitz, Spielaufbau und Anzahl an Chancen unerwartet hoch. In der ersten Halbzeit ging es Schlag auf Schlag, bereits die erste große Chance in der 12. Minute führte zum heutigen Siegestreffer. Schnell über die rechte Seite herausgespielt lochte Nagy trocken ein. In der 24. Minute war es die linke Außenstange, welche ein 0:2 für Podersdorf verhinderte. Aber wie sich im Nachhinein herausstellte, war es „nur“ die hintere Tornetzstange. 

Es ging weiter Schlag auf Schlag. In der 31.Minute wurde es zum ersten Mal etwas turbulent, als Frauenkirchens Angriff im angeblichen Abseits mündete. Lautstarke Diskussionen, auch seitens der 150 Zuschauer, mündeten in eine lange Besprechung von Schiedsrichter Tatzber mit gleich fünf Feldspielern der Gastgeber. Resultat daraus waren aber keine Verwarnungen, sondern einfache Belehrungen. 

Nach Seitenwechsel schien Frauenkirchen gut ins Spiel zu gehen. Die erste Möglichkeit ergab sich in der 49. Minute. Die Nummer 4 Höflich scheiterte aber, auf Höhe des Fünfers, am Tormann der Gäste. Das wäre die Möglichkeit für den Ausgleichstreffer gewesen. 
Doch je länger die 2. Halbzeit lief, desto besser kam Podersdorf wieder ins Spiel. Wieder wurde Chance um Chance vergeben. Ob allein am Tormann laufend wie in der 70. Minute oder ein abermaliges Abseitstor in der 82. Minute, der Sieg hätte heute weit höher ausfallen können oder müssen.

In der Schlussphase erspielte sich Frauenkirchen noch ein paar Strafraumszenen, hier war aber auch trotz sieben (!) Minuten Nachspielzeit nichts für die Gastgeber zu holen. Sie haderten aber auch sehr mit etlichen Schiedsrichterentscheidungen, egal ob Foulspiele oder Abseitssituationen. 

Woher die enorme Nachspielzeit stammt, bleibt fraglich, den vor allem bei Fouls war der Schiedsrichter heute bedacht schnell weiterzuspielen. Das weiß jetzt auch die Nummer 12 der Gäste, Szüks, nachdem er nach einem Foul am Boden liegend vom Spielleiter mit folgenden Worten belehrt, wurde: „Brauchst du was oder stehst du auf? Dazwischen gibt es nix“

SK Pama 0-2 ASV Draßburg 20.5.2024

 

Ob das heurige Erreichen des Cup Halbfinales oder der erstmalige Aufstieg 1969/70 in die aktuelle II. Liga Nord der größte sportliche Erfolg des SK Pama war oder ist, bleibt den örtlichen Geschichtsbüchern überlassen. Würde man sich im Falle eines Cupsiegs für den ÖFB-Cup qualifizieren, so hätten die Pamenser diese Frage aber ein für alle Male geklärt. 

Im Jahr des 100jährigen Jubiläums eine mehr als passende Gelegenheit, Geschichte zu schreiben. Diese begann in Pama schon 1917, wie deren Chronik berichtet: „Wenn man der mündlichen Überlieferung nachgeht, wurde in unserer Gemeinde bereits während des 1. Weltkrieges, rund um 1917, mit dem runden Leder zu spielen begonnen. Unwissend, welche Bedeutung dies in den nachfolgenden Jahren haben wird. Damals besuchten Schüler unserer Gemeinde das Gymnasium Ungarisch Altenburg, sowie auch in Pressburg. Dort liefen sie in ihrer Freizeit einem runden Leder nach. Im Jahre 1924 war es dann so weit. Es fanden sich einige Idealisten zusammen und gründeten den Fußballklub SK Pama. Es war in dieser Zeit nicht leicht, einen Verein zu gründen, da sowohl die finanziellen Mittel fehlten als auch die Bevölkerung - wie für so manches neue - hierfür kein Verständnis hatte und die Akteure als Narren und Dummköpfe bezeichneten. Diese Einstellung hielt sich teils sogar bis nach 1945. Trotz allem wurden die ersten Schwierigkeiten mit viel Freude und persönlichem Einsatz überwunden. Die Vereinsstatuten wurden erst Jahre später aufgestellt, an einem geregelten Spielbetrieb, wie wir ihn heute kennen, konnte auch noch nicht gedacht werden. Vorerst wurden hauptsächlich Freundschaftsspiele mit bereits bestehenden Nachbarvereinen, wie Kittsee, Berg, Wolfsthal, Hundsheim, Kroatisch Jahrndorf oder Pressburg ausgetragen. Fahrzeuge gab es zu dieser Zeit noch nicht, sodass zu den Spielorten vielfach zu Fuß marschiert werden musste. Einige wenige hatten den Vorteil, dass ihnen ein Rad gehörte. Es gab aber auch Landwirte, die der sehr sportbegeisterten Jugend gut gesinnt waren und sie mit von Pferden gezogenen Leiterwagen zu den Auswärtsspielen beförderten. An der Meisterschaft selbst wurde seit 1931 teilgenommen. So wurde der Spielbetrieb bis zum 2. Weltkrieg aufrechterhalten. Alle Sportler mussten dann zur Deutschen Wehrmacht einrücken - von ihnen kehrten viele vom Krieg nicht mehr zurück. Nach dem furchtbaren Krieg lebte der alte Sportgeist in unserer Jugend, die noch durch ältere Sportfreunde, zum Teil noch einige Gründer aus dem Jahre 1924, verstärkt wurde, wieder auf. So trafen sich bereits im Oktober 1945 einige Herren, um dem SK Pama wieder neues Leben einzuhauchen“.

Nach diesem kurzen Blick auf die Vereinsgeschichte noch ein paar Worte zur Ausgangslagevor diesem Cup Halbfinale: Bereits für das Finale qualifiziert war der ASV Siegendorf, der am 30.4.2024 in Mattersburg etwas überraschend im Elfmeterschießen 3:5 gewann. Ein erneutes Zeichen, das der Cup immer wieder für Überraschungen sorgt. Für eine kleine Sensation sorgte der SK Pama auch in der ersten Cuprunde 2016/17, als man den Landesliga Verein SV Sankt Margareten mit 4:2 nach Hause schickte. Und während in dieser Saison der ASV Draßburg in der Regionalliga in höchster Abstiegsgefahr ist, steuert man in Pama auf den Meistertitel in der II. Liga Nord zu, was den Aufstieg in die Burgenlandliga bedeuten würde. Zumindest wenn man sich die letzten Ergebnisse ansieht spricht vieles für die Nordburgenländer. Und sollte Draßburg heuer absteigen, würde man dort erneut aufeinandertreffen. Gemeinsamkeiten beider Vereine gibt es auch auf lokaler Ebene, sowohl was die Einwohnerzahl betrifft (Pama: 1.282, Draßburg: 1.230) als auch den Umstand das man seit jeher kroatisch-stämmig zweisprachig geprägt ist (Pama: Bijelo Selo, Draßburg: Rasporak). 

Zumindest halb so viele Zuschauer wie Einwohner drängten sich bei tropischer Sommerhitze rund um den Sportplatz. Das Interesse war mit offiziell 500 Besuchern überraschend höher als bei den berühmten Ortsderbys gegen den UFC Pama. Mindestens aber genau so hoch wie beim letzten Pamenser Derby im Sommer 2023, wo  450 Zuschauer zu gegen waren. Mittels Plakate wurde auch in den umliegenden Dörfern mobilisiert, wodurch fast die Hälfte der Einwohner Pamas den Weg auf den Sportplatz fanden. Diese sahen über weite Strecken ein ausgeglichenes Spiel, wobei in der ersten Halbzeit die größten Torchancen dem Gastgeber zuzuschreiben waren. Es war die 20. Spielminute, als den Zuschauern zum ersten Mal der Torjubel im Hals stecken blieb. Am linken Pfosten stehend war es die Nummer 20, Szikonya, der die beste Chance für den SK Pama am Fuß hatte. Dem nicht genug, folgte in der 25. Minute ein schöner Volleyschuss für Pama. Das verdiente sich die erste Trinkpause in der 28. Minute. Gut gestärkt hatte der Pamenser Torhüter Groß in der 29. Minute seine erste Bewährungsprobe, als er mit einer super Parade einen scharfen Schuss von Drassburg ins rechte Eck abwehrte, was ihm frenetischen Jubel der Einheimischen bescherte. 

Nach Seitenwechsel schienen die Spieler der Hitze Tribut zu zollen, das Tempo lies doch etwas nach. Nichtsdestotrotz gab es in der 54. Minute abermals eine gute Chance für die Gastgeber, wieder war es Szikonya der vergab. Auch der quirlige Brasilianer Edson da Silva sorgte für etliche gute Momente. Über rechts kommend war er einer der aktivsten Spieler am Feld. In der zweiten Halbzeit zeigte sich jedoch mit Fortdauer des Spiels der Klassenunterschied und die Erfahrung vom Regionalliga Verein Draßburg. Spielerisch war es eine ausgeglichene Partie, mit vielen Chancen auf beiden Seiten. Die Gäste waren hierbei effizienter und nutzten die sich bietenden Möglichkeiten, um mit einem 0-2 alles klar zu machen. Auch wenn es in der 84. Minute für Nagy (Draßburg) eine rote Karte, so war es bis auf ein paar strittige Strafraumsituationen eine bemerkenswert fair geführte Partie, aus der der erfahrene Verein als Sieger vom Platz ging. 
Im Finale, wo es um einen Startplatz im ÖFB-Cup geht, wartet mit Gastgeber Siegendorf ein ganz anderes Kaliber auf Draßburg.

FC Andau 4-2 UFC Tadten 18.5.2024

 

Die seit sieben Runden sieglosen Andauer empfingen im gestrigen Nachbarschaftsderby den achten aus der Tabelle, den UFC Tadten. Während die Gäste noch Chancen auf einen BFV Cup Platz haben, wird es für Andau mit Spiel zu Spiel schwerer aus der Abstiegszone zu entkommen. Wen man bedenkt das sie in der Vorsaison noch in der Burgenlandliga antraten… 

Wohl kaum jemand hätte im Vorfeld auf einen Sieg der Gastgeber gewettet, geschweige den mit zwei so verschiedenen Spielhälften gerechnet. Auch wenn die Mannschaft aus Tadten schon das ganze Frühjahr über mit vielen Verletzten Spielern hadert, gingen sie als Favorit ins Spiel. Entsprechend groß war der Jubel im heimischen Lager nach 90 Minuten: "Derbysieger Derbysieger“ skandierten die Andauer Fans. Gut und gerne 600 Zuschauer wurden Zeuge eines fast schon historischen Sieges. Schließlich mussten sie seit dem 24. März auf einen Sieg ihrer Mannen warten. Eine Elf, die heute mit acht Eigenbauspielern auflief. Ein positives Signal Richtung Jugend!  

Das Derby begann flott und bot in den ersten Minute Chancen auf beiden Seiten. Ein Schuss an die Querlatte von Augustini ist hier klar hervorzuheben und hätte die Führung für Andau sein können. In weiterer Folge war es aber Tadten, die das Spiel machten jedoch etliche Möglichkeiten ausließen. Es sollte bis zur 33. Minute dauern, wo ein Schupfer von Wendelin fast wie in Zeitlupe den Weg ins Tor fand. Kurze Zeit später folgte ein fragwürdiges Elfmeterfoul an den Tadtener Spieler Kruzliak. Ein ungeschriebenes Gesetz missachtend trat der Gefoulte selbst zum Elfmeter an und versemmelte diesen. Von vorn bis hinten war die erste Hälfte seitens der Gastgeber eine geschenkte. Ein Sieg von Tadten schien nur mehr eine Frage der Zeit.

Nach Seitenwechsel sollte sich am Spielverlauf zunächst wenig ändern. Nach und nach gelang Andau der Spielaufbau aber immer besser und ihr Tätigkeitsfeld verlagerte sich zunehmend in die Hälfte der Gäste. In der 66. Minute wurden die Anstrengungen schließlich mit einem wunderschönen Schuss von Buljubasic ins Kreuzeck belohnt. Man spürte förmlich das jetzt ein gewaltiger Ruck durch die Andauer ging. In der Schlussphase ging es weiter Schlag auf Schlag Richtung Tadtener Tor. Die Gastgeber drückten enorm und bauten den Vorsprung gar bis auf 4:2 aus. Tadten agierte in dieser Phase wie aufgelöst. 
Andau kann sich dank dieser drei Punkte wieder leichte Hoffnungen auf den Klassenerhalt machen, hingegen Tadten diese bittere Derbyniederlage erstmal verkraften muss.  

Ein normaler Sportartikel würde nun mit dem Derbybericht das Kapitel Andau abschließen. Der Fokus von www.sportmagazin-unterwegs.at liegt aber auch auf der Geschichte der Vereine und dessen Sportplätze. In Andau, wo man mittlerweile am dritten Sportplatz spielt, hat man 2017/18 den umgebauten Sportplatz samt neuer Kabinen wieder eröffnet. Um knappe 1,5 Millionen wurden auf der Südwest-Seite die Haupttribüne mit neuer Infrastruktur errichtet. Diese bietet 250 Sitzplätze und etliche Stehplätze sowie verschiedene Nutzräume. Eine Anlage, die einen Vergleich mit Regionalliga Plätzen nicht scheuen muss. 
Gegenüber der Haupttribüne standen bis 2014 die alten Kabinen. Im geschichtlichen Kontext sind diese von besonderer Bedeutung. Stammen sie doch von dem in der nähe errichteten ehemaligen Reichsarbeitsdienstlager (kurz RAD) aus dem zweiten Weltkrieg. Einhergehend mit dem Abriss transferierte man diese in das Dorfmuseum Mönchhof, wo sie zum zweiten Mal aufgebaut und diesmal in den historischen Kontext gebracht wurde, wie die Fotos zeigen.  


Von geschichtlicher Bedeutung ist auch ein Blick auf die Derbyvergangenheit. Aber nicht jenes gegen Tadten, sondern das „Ortsderby“. Richtig, einst existierten in Andau zwei Vereine. Der Verein, um den es sich handelt, ist keiner, der innerhalb eines der vielen Dörfer des Burgenlandes gegründet wurde, sondern inmitten von Feldern. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war Erzherzog Albrecht Besitzer des gleichnamigen Landgutes, von dem der Flecken im Seewinkel auch den Namen erhielt: Albrechtsfeld. Albrechtsfeld gehört zum Gemeindegebiet von Andau. 1955 gründete der Gutsbesitzer seinen eigenen Fußballklub und trat dem ASKÖ sowie dem BFV bei und schon im Juni 1955 wurde der eigene Sportplatz auf dem Gutshof feierlich eröffnet. Bevor es mit den Pflichtspielen 1955/56 los ging, wurde ordentlich getestet. Hier kam es auch gleich zum ersten Derby mit dem FC Andau, der damals schon seit 25 Jahren existierte. Trotz 2:0 Rückstand drehten die Andauer das Spiel und gewannen schließlich 3:6. Die zwei Derbys in der Meisterschaft 1957/58 endeten mit einer Niederlage und einem Unentschieden für den ASKÖ. Beim Hinspiel in Andau, das bei orkanartigem Wind ausgetragen wurde, führte Albrechtsfeld zur Pause mit 1:0, doch am Ende gewann Andau mit 3:1. In der Saison 1958/59 fand auf dem tiefen Boden des Gutshofes ein weiteres Derby gegen Andau statt, welches torlos endete.

Mit nur sieben Pünktchen und einem Rückstand von vier Punkten auf den neunten Platz verabschiedeten sich die Kicker vom Albrechtsfeld von der 1. Klasse A Nord. Der ASKÖ Albrechtsfeld hat in seiner Vereinsgeschichte alle Höhen und Tiefen erlebt: Aufstieg, Abstieg, hohe Siege, hohe Niederlagen, Spielabbrüche und vieles mehr. Auch wenn sie nur mit sechs Saisonen bis 1961/62 in der Chronik des burgenländischen Fußballs aufscheinen, so waren sie doch einer der ganz besonderen Klubs, die im Burgenland dem Ball nachjagten. 

Wer heute den Spuren des ehemaligen Sportplatzes folgen will, der sucht leider vergeblich. Auf dem Gelände der Domaine Albrechtsfeld, wo sich der Platz einst befand, hat sich im Laufe der Jahrzehnte doch einiges geändert. Die Fläche des Sportplatzes wurde mittlerweile verbaut oder wird als landwirtschaftliche Fläche genutzt, wie man auf Nachfrage bei der Domaine Albrechtsfeld erfahren konnte. Aus geschichtlicher Sicht ist das schade, aus Sicht des Besitzers natürlich nachvollziehbar.  

Zum Abschluss durfte natürlich auch ein Besuch der in der Nähe des Sportplatzes liegenden berühmten „Brücke von Andau“ nicht fehlen, die man nach 1996, 2006 und 2022 nun bereits zum dritten Mal neu errichtete. Diesmal wurde sie von ungarischer Seite originalgetreu anhand von Fotos aus dem Jahr 1956, ohne dem bisherigen überdachten Mittelteil, neu errichtet. 

Wie der geneigte Leser abschließend feststellen kann, ist die Geschichte von Andau und dessen Fußballverein reichhaltig und vor Ort äußerst gut dokumentiert.

ASV Sonnenberg Hornstein-UFC Oggau 16.5.2024

 

Während sich an der Tabellenspitze der 1. Klasse Nord schön langsam der SC Freistadt Rust um den Aufstieg in Stellung bringt, kämpfen die restlichen Vereine bis Platz fünf noch um einen der begehrten Tickets für den Burgenland Cup. Wegen des bevorstehenden Pfingstfestes der Hornsteiner Vereine fand dieses Spiel der 23. Runde bereits am ungewöhnlichen Donnerstag Abend Termin statt. Die im Vorjahr ihr 100 Jahre Jubiläum feiernden Gastgeber hatten den UFC Oggau zu Gast, die allerdings schon etwas abgeschlagen in der Tabelle auf Platz 10 rangieren. Nach den zuletzt guten Ergebnissen der Heimischen Elf sollten Hornstein die drei Punkte sicher sein, vor allem nach dem heroischen Sieg in der vorigen Woche in Zurndorf. Für viele Emotionen sorgten dort etliche fragwürdige „Entscheidungen“ des Schiedsrichters.

Emotionen und vor allem viel Spaß haben sie hier schon immer am Platz, das zeigte sich auch bei der großen 90 Jahr Feier 2013, in dessen Rahmen sogar eine Festschrift erschienen ist. Diese wurde einst an alle Einwohner von Hornstein gratis verteilt, was zeigt wie stolz man hier auf den 1923 als ASV Sonnenberg gegründeten Verein ist. Der Name geht auf den gleichnamigen Höhenrücken an der Landesgrenze zwischen Niederösterreich und dem Burgenland zurück. Auf dessen 484 Meter hohen Gipfel erinnert ein von der ungarischen Grenze hierher transferierter originaler Grenzwachturm an die Zeit des Kalten Krieges. 

Auf weit erfreulichere Ereignisse weist hingegen die erwähnte Festschrift hin. Darin ist unter anderem der Aufstieg in die Landesliga 1948/49 erwähnt, oder der Vorstoß im Landescup 1949 bis ins Semifinale. Als schwärzeste Stunde in der Vereinsgeschichte gilt sicher die Einstellung des Spielbetriebes 1955. Als Grund wurden Probleme mit dem Fußballplatz-Standort genannt. Nach viel Schatten folgte aber bald wieder Sonnenschein, wie zum Beispiel die 40-Jahr-Feier im Jahre 1963. Das Spiel gegen die berühmte Staatsligamannschaft von Wacker Wien endete sensationell mit 1:1. Große Namen waren auch 1986/87 in Hornstein vertreten.  Trainer Geza Gallos, seines Zeichens ehemaliger österreichischer Nationalteamspieler, übernahm Hornstein und führte sie zum Meister der 2. Klasse. Nach vielen Auf und Abstiegen spielt man seit 2021/22 wieder in der 1. Klasse Nord. Also dort wo es gestern um wichtige Punkte ging.

Die erste Halbzeit bot zwar kein hochklassiges Spiel, dennoch verzeichneten beide Mannschaften die eine oder andere Chance. Mehr Spielanteile waren sicherlich den Gastgebern zuzuschreiben. Eine Schrecksekunde gab es für die etwa 150 Zuschauer kurz vor der Pause nach einem Zusammenprall der beiden Spieler Sara und Salmer, auf Höhe der Mittelauflage. Dem Anschein nach kamen sie aber mit einem „blauen Auge“ davon. Die mehrminütige Unterbrechung hätte sicherlich 5 Minuten Nachspielzeit erfordert, der Schiedsrichter begnügte sich mit etwas mehr als einer Minute.  

In der zweiten Hälfte gab Hornstein das Spiel kurzfristig aus der Hand und lies den Gästen viel Raum für Konter. Justament in der besten Phase der Oggauer nutzte der Favorit einen Fehler eiskalt aus. In der 73. Minute gelang Niklas mit einem trockenen Schuss der Lucky Punch, dem ein ungenauer Abschlag des Gästetormann vorausging. Präzise hingegen war der euphorische Torjubel, welcher eine ungewöhnliche Pose vor der Hornsteiner Südkurve zur Folge hatte.

In weiterer Folge waren es ein Spiel ohne wirkliche Höhepunkte, einzig der Linienrichter nahm sein Amt manchmal sehr sehr genau. Das er einmal sogar vom Schiedsrichter korrigiert wurde wird ihm sicher nicht so geschmeckt haben. Ohne Würze verblassten auch die zwei Standartsituationen für Oggau, in der Schlussphase einer eher trockenen Partie. 

Unterm Strich schrieb Hornstein mit etwas Glück voll an und hat den BFV-Cup weiter im Visier. Die Reise von Oggau hingegen geht weiter Richtung Tabellenkeller.

SV Dinamo Helfort 0–1 SV Donau 8.5.2024

 

So lautete das Finale des 36. Wiener Landescups, dessen große Bühne das altehrwürdige Ernst-Happel-Stadion war.  Vor dem Landescup Finale wurde der Sieger des DSG Cups ermittelt. SG Südtirol 07 (trägt seine Heimspiele am Red Star Platz aus) besiegte vor stimmungsvoller Kulisse den amtierenden Titelverteidiger, die DSG Sektion Westside aus Vösendorf, durch einen Treffer von Berg in der 64. Minute mit 1:0.  Kurz zur Erklärung, die Diözesan-Sportgemeinschaft (DSG) Wien ist eine eigenständige Organisation mit eigenem Vorstand, Schiedsrichterkollegium und Strafausschuss, kooperiert organisatorisch beim Onlinesystem mit dem Wiener Fußballverband (WFV). 
Da drängen sich sofort Vergleiche mit England auf, wo es Tradition hat nicht nur das FA Cupfinale, sondern auch die Non-League Finals der unterklassigen Teams im Wembley (also im Nationalstadion) auszutragen. Hierzulande wird das Endspiel seit der Einführung des Bewerbes 1988/89 fast durchgehend im Happel Stadion ausgetragen, heuer bereits zum 31. Mal. Ausnahmen waren die drei Finali in den Jahren 2007 bis 2009. Wegen der Pandemie wurde der Landescup 2019/20 und 2020/21 abgebrochen und nicht zu Ende gespielt. 

Sehr wohl bis zum bitteren Ende kämpften die diesjährigen Finalgegner. Mit dem SV Donau und Dinamo Helfort standen sich zwei traditionsreiche Teams gegenüber, die derzeit auch in der viertklassigen Wiener Liga gemeinsam um Punkte spielen. Helfort galt im Vorfeld als klarer Favorit um den Cup-Titel, standen sie doch schon zum dritten Mal im Finale und spielen seit dem Aufstieg 2021/22 stets um den Aufstieg in die Regionalliga vorne mit. In seinen Geschichtsbüchern kann der seit seiner Gründung in Ottakring sesshafte Verein auf einige Fusionen oder Namensänderungen zurückblicken. Der wichtigste Vermerk in der Vereinsgeschichte war 1945/1946 die erste und einzige Saison in der höchsten Spielklasse Österreichs. Auch wenn diese wenig erfolgreich war, so sorgten sie mit einem 2:1 Heimsieg gegen Rapid vor 12.000 Zuschauern für beachtliche Schlagzeilen. Auch sonst war der Helfort-Platz in aller Munde, jedoch nur wegen dem Geläuf. Dieses bestand bis in die 1970er Jahre aus Schlacke, was eine enorme Verletzungsgefahr bedeutete.

Die Rolle des Underdogs hingegen gehörte klar dem SV Donau, die seit 2017/18 in der Wiener Stadtliga spielen und mit einem fünften Platz 2021/22 die beste Platzierung in jüngster Vergangenheit verzeichneten. Diese Saison kämpfen sie mit vielen Verletzungen und Erkrankungen, wodurch sie sich aktuell im Mittelfeld der Tabelle festsetzten. In den Geschichtsbüchern findet man keine großen Erfolge, sieht man von einer Spielzeit (1933) in der damals höchsten Spielklasse in der Zwischenkriegszeit samt Freundschaftsspielen gegen Teams wie Barcelona ab. Dennoch kann der Verein auf eine treue Anhängerschaft stolz sein, dessen Heimat der am Weissauweg in Kaisermühlen gelegene Donau-Platz ist. Im Sommer lässt sich ein Spielbesuch auch ideal mit einem Ausflug ins Gänsehäufel verbinden. Dass Donau trotz fehlender eigener Erfolge früher sogar für den österreichischen Fußball von höchster Relevanz war, hat ebenfalls mit der Nachwuchsarbeit zu tun. Einst galt SV Donau Wien als die Talenteschmiede schlechthin aus Kaisermühlen. Zahlreiche Fußballer starteten dort ihre Karriere, die bekanntesten in den 1960er Jahren waren sicher die Brüder Sara und Willi Kreuz. In einem Interview konstatierte Robert Sara einst, dass „der beste Kicker bei der SV Donau-Jugend Hans Orsolics war, seines Zeichens linker Außendecker“. Aber auch in der aktuellen Saison ist die Handschrift der guten Nachwuchsarbeit des Vereins aus Kaisermühlen erkennbar, standen doch zu Beginn der Spielzeit 2023/24 insgesamt sieben 7 Spieler aus der eigenen U18 im Kader der Kampfmannschaft! 

Doch so klar wie es im Vorfeld vermutet wurde war das Finale nicht. Im Gegensatz zu den Meisterschaftsspielen war Donau in der ersten Hälfte spielbestimmend und kaufte dem vermeintlichen Favoriten die Schneid ab. Aus einer sicheren Abwehr heraus wurden die besten Chancen in der 19. und 30. Minute erspielt. Auch im Ballbesitz waren sie bestimmender. Helfort war nach Seitenwechsel zwar aktiver und hatte mehr vom Spiel, das Glück war aber nicht auf Seiten der Ottakringer. Vor allem in der 75. Minute, als nach einem Pass von links Cerkez den Ball am 5er Volley nimmt und die Latte trifft. Die Dinamo Fans aus Ottakring sprangen schon auf... 
In der 85. Minute jedoch jubelten die Fans aus Kaisermühlen, die unter den knapp 1.000 Besuchern akustisch klar in der Überzahl waren. Einen schönen Querpass verwertet Jetishi trocken zum viel umjubelten 1:0, nun brachen alle Dämme, es hielt keinen mehr auf seinem Platz. 
Trotz fünf Minuten Nachspielzeit änderte sich aber nichts mehr am Resultat, als Belohnung gab es für das Siegerteam neben einen Scheck von 5.000€ die Teilnahme am ÖFB Cup. Auf die Frage welches Team sich Trainer Jusic am Donau-Platz wünscht kam die Antwort ganz trocken: „Rapid natürlich oder Sturm Graz“. Das der SV Donau verdient dieses Finale gewonnen hat, meinte im Nachgang auch WFV Präsident Herr Werner Sedlacek. 

SV Hundsheim 3-0 ASV Petronell 5.5.2024

Was vor 23 Jahren galt, hat auch heute noch bestand. Wenn in Hundsheim am Sportplatz was los ist, pilgert der halbe Ort hin. Wer will kann hier auch die Anreise aus der Luft wählen, denn der 650 Einwohner zählende Ort verfügt sogar seit 1936 über einen eigenen Flughafen. Zwar „nur“ für Segelflugzeuge aber immerhin. Anfang der 2000er Jahre war hier sehr oft reger Verkehr. Nicht in der Luft, sondern auf den zwei Straßen des beschaulichen Dorfes, als man ein paar Saisonen in der dritthöchsten Spielklasse, der Regionalliga Ost spielte. Die Dimensionen waren aber am 17. April 2001 noch ganz andere, als etwa 3.000 Besucher den Hang am Hundsheimer Berg füllten, um sich das ÖFB Cup Viertelfinale gegen Wacker Innsbruck anzusehen. Ein überdimensionales Bild vom bis heute gültigen Zuschauerrekord ziert auch die Anzeigetafel.
Heute drängten sich bei einem ungewohnten Mittagstermin um 13h etwa 300 Zuschauer auf den Rängen. Besser gesagt suchten sie sich einen schattigen Platz in den Katakomben der Kantine, denn der ausgerufene Schnitzeltag wurde zum Renner. Der Platzsprecher sah sich sogar genötigt in der 5. Spielminute den Ausverkauf der Putenschnitzel zu verkünden. In weiterer Folge konnte er es jedoch beim Durchsagen der Torschützen belassen, deren Treffer es gleich drei zu bestaunen gab.
Wobei der Heimsieg der Hundsheimer weit höher ausfallen hätte müssen, den über weite Strecken kontrollierten sie aus einer gesicherten Abwehr heraus das Spiel. Für den ASV Petronell/Carnuntum ergaben sich nur einzelne Chancen, die sich aber oft als harmlos erwiesen. In der 11. Minute verzeichneten die Gastgeber die erste 100% Möglichkeit, als die Nr.8 Ducar mit einem schönen Schuss ins rechte Eck den soliden Torman Skarits prüfte. Das Tempo war weiter gut, die Spielanteile gehörten durchwegs dem Gastgeber. In der 21. Minute war es die Nr.10 Veresteanu, welcher nach einem Solo die nächste Chance vergab. Auch ein Kopfball in der 26. Minute durch Ducar wollte nicht in Tor. Dieses traf dafür in der 39. Spielminute Timm, der eine Flanke trocken verwertete, was das 1-0 bedeutete.

Nach Seitenwechsel dauerte es bis das Spiel wieder an Fahrt aufnahm. Der Sieg von Hundsheim schien aber zu keiner Zeit in Gefahr. Das 2:0 gelang ebenfalls Timm, der in der 60. Minute einen Pass von der rechten Seite vom Elferpunkt aus verwertete. Während sich die Zuschauer an den Schnitzeln und einem chancenreichen Spiel erfreuten, bekam Gästetormann Skarits in der 80. Minute eine Fliege ab, die ihm sichtlich nicht schmeckte und sogar für eine kurze Unterbrechung sorgte. Dafür hat er aber mit seiner bravourösen Leistung seine ausbaufähige Abwehr und die restlichen Mannschaftskameraden vor einer weit höheren Niederlage gerettet. Ein flacher Schuss vom 16er durch Biese in der 85. Minute bedeutete das 3-0 und gleichzeitig auch den Endstand in dieser Partie, welche ob der sommerlichen Hitze viele Trinkpausen benötigte. Der SV Hundsheim bleibt weiter im Rennen um den Aufstieg. Das direkte Duell mit dem drei Punkte voran liegenden Tabellenführer ASK Kleinneusiedl/Enzersdorf steigt in der letzten Runde am 9. Juni.    

Übrigens ist der Gastverein aus Petronell/Carnuntum nicht mit dem ehemaligen FC Carnuntum 1920 zu verwechseln, welcher einst im Nachbarort Bad Deutsch Altenburg beheimatet war. Ein römischer Vereinsname ist in Österreich ja eine seltene Begebenheit. Ähnliches ist nur aus der Steiermark bekannt, wo sich der ehemalige SV Flavia Solva (spielte sogar in der 2. Division!) nach der römischen Siedlung Flavia Solva benannte. 

Im Falle vom FC Carnuntum war es keine Siedlung, sondern die gleichnamige Zivilstadt, die parallel zum großen Legionslager entstanden ist. Die meiste Zeit seines Bestehens spielte der 1920 als SC Carnuntum gegründete Verein in der 2. Klasse, jedoch war dies eine der niedrigsten Spielklassen im niederösterreichischen Verband NÖFV. Als sportliche Erfolge sind 3 Meistertitel zu erwähnen (in der 2. Kreisklasse Ost I Reichsbundmeisterschaft 1938/39, in der 2. Klasse Ost A 1949/50 und zuletzt in der 2. Klasse Ost 1965/66). Der Platz am Fuße des ehemaligen Steinbruchs in Bad Deutsch Altenburg ist seit jeher einfach gehalten, einzig der Kabinentrakt wurde öfters renoviert. Sitzbänke auf der Donauseite, Flutlichtmasten, herumliegende Tore und Laternen vermitteln den Eindruck, als wäre der Platz fluchtartig verlassen worden. Dass es in Deutsch Altenburg (so hieß die Stadt bis 1928) sowieso oft turbulent zur Sache geht davon zeugt ein Sportbericht des Grenzboten vom 24. September 1950: „…Gesittete, wohlerzogene und ehrliche Sportanhänger sind herzlichst dazu eingeladen. Rowdies, wie wir sie in Bad Deutsch-Altenburg beim Pokalturnier sahen, mögen zu Hause bleiben“. 
In den 1980er Jahren ist der Vereinsname auf ASC Bad Deutsch-Altenburg geändert worden. Damals hat man seitens des Niederösterreichischen Fußballverbandes die Bezeichnung „Carnuntum“ stets mit angeführt. Man schrieb öfters auch vom FC Bad Deutsch Altenburg-Carnuntum. Am Ende der Saison 1994/95 wurde der Spielbetrieb am letzten Platz in der 2. Klasse Ost stehend eingestellt. Gründe sind offiziell keine bekannt, man hört aber immer wieder das das liebe Geld ausgegangen sei. In den letzten Jahren diente der Platz leider nur mehr einem Flohmarkt, parkenden Autos und seinen Marktständen. Ein Ende mit Schrecken.

Wer mehr darüber lesen oder Fotos davon sehen will, sich für verlassene Sportplätze und Stadien unter anderem aus Österreich interessiert dem sei das neu erschiene Buch: „DAS FUSSBALLSTADION - LOST GROUNDS UND STADIEN ABSEITS DER MODERNE - BAND 2“ empfohlen. Weitere Informationen gibt es direkt auf der Seite des Verlages: www.unterwegsfanzineverlag.at

Sturm Graz 2–1 Rapid Wien 1.5.2024

 

Seit der Saison 2013/14 war dies bereits das 10. Cupfinale in Folge in Klagenfurt. Somit manifestiert sich der Endspielort im Süden Österreichs als der traditionellste in der Geschichte des ÖFB Cups. Einzig in den Jahren 1946-1964 war das Praterstadion mit 8-jähriger Unterbrechung (es wurde kein Cup ausgespielt) 10x der Austragungsort. Es wäre schön, wenn der ÖFB diese aufgebaute Tradition beibehält und an dem Ort festhält, egal wie das Finale (selbstredend abgesehen eines Wiener Derbys) lautet. Klagenfurt ist in dieser Hinsicht der beste Ort, zu dem Entschluss kamen zuletzt schlussendlich auch die ÖFB-Granden selbst nach einer Präsidiumssitzung. Zumindest bis zur Saison 2025/26 bleibt das Wörthersee Stadion die Kulisse für dieses prestigeträchtige Fußballereignis des Jahres. 

Traditionell ist auch die Teilnahme von Rapid am besagten Finale, wobei dies schön langsam mehr als Fluch denn als Segen zu betrachten ist. Seit 2005 nahm man an fünf Finali teil und ging stets mit hängenden Köpfen zur Siegerehrung. Sieger wurde jeweils eine andere Mannschaft. Heute war dies der angehende Meister Sturm Graz. Wobei es in der ersten Halbzeit sehr nach einem Titel für Rapid aussah, die Chance lebte, dass der Pokal nach 29 Jahren wieder nach Hütteldorf geht. Cupkrieger stand auf einer Fahne der Rapid Fans, entsprechend hart ging es am Feld auch zur Sache. Es war kein Spiel mit spielerischen Leckerbissen, dazu war die Anspannung zu groß. Das sah und spürte man in jeder Ecke des Stadions. Chancen waren hüben wie drüben Mangelware. Die bis zum Führungstreffer einzig gute von Außenseiter Rapid war jene in der 25. Minute, als Jansson knapp davor stand, sich zum König von Hütteldorf zu krönen. Doch leider verfehlte der Ball das Tor nur knapp, der Jubel hingegen blieb den Rapidlern im Hals stecken. Doch dann kam die 43. Minute, wo Seidl einen Schuss von Grüll, den der Goalie zuvor abgewehrt hatte, sauber einnetzte. Der Jubel war grenzenlos, Rapid schien der Cupsieg gewiss, die Spieler schrien sich gegenseitig an, alles war möglich. Die Sterne waren zum Greifen nahe...  
Doch die Rechnung wurde ohne die Grazer gemacht, Sturm glich sofort nach der Pause aus und schien nun das Spiel auf ihre Seite zu ziehen. Rapid war angezählt und ließ in vielen Belangen nach, die Auswechslungen machten sich bemerkbar. Dass dieser Cup Fight jedoch in der 81. Minute durch eine derart umstrittene Entscheidung geklärt wird, hat sich dieses Finale nicht verdient. Es stellt sich abschließend die Frage für was man so viel Technik seitens des ORF und des VAR auffährt, wenn ein so eindeutiges Foulspiel an Querfeld wie jenes was zum Siegestreffer von Sturm führte nicht geahndet wird. Da braucht es keine Vereinsbrille. Somit war es nur eine Frage der Zeit, bis Sturm den nächsten Titel einfuhr und Rapid wieder mit leeren Händen nach Hause fuhr.     

ASV Zurndorf 0–0 ASV Nickelsdorf 27.4.2024

 

Rückblick auf den 30. September 2023: Gut 500 Nickelsdorfer Zuschauer skandierten nach dem 2-1 Heimsieg lautstark "Derbysieger Derbysieger" auf der Haupttribüne des außerordentlich gut gefüllten Sportplatzes. Es war damals ein kampfbetontes Derby zwischen den beiden Arbeitersportvereinen aus der Grenzregion zu Ungarn. Garniert mit etlichen Härteeinlagen, die Schiedsrichter Thomas Kaplan mit fünf gelben Karten ahndete. Beide Kontrahenten zeigten aber, dass sie als Sieger vom Platz gehen wollten, denn das Tempo war gut und es gab etliche Chancen auf beiden Seiten. Dank der vielen Zuschauer und etlichen Strafraumszenen in einem temporeichen Spiel war das eine gute Werbung für das Unterhaus, genauer gesagt für die 6. Liga! 

Seit damals hat sich einiges getan im Nordburgenland. Zurndorf befindet sich mitten im beinharten Abstiegskampf und hat diese Woche den Trainer gewechselt, um nicht in den letzten sieben Runden noch auf einen Platz in der roten Zone zu rutschen. Nickelsdorf hingegen hat sich im vorderen Mittelfeld festgesetzt und spielt eine durchwachsene Saison. Die noch vor gar nicht langer Zeit in der Burgenlandliga (1996-1998 und 2003-2005) spielenden Zurndorfer sind heuer noch ohne Sieg. Der letzte volle Erfolg datiert gar vom 29. Oktober 2023, wo man in Mönchhof 0:2 gewann. 

Wie immer lockte dieses Spiel viele Zuschauer ins 1962 eröffnete Akazienstadion, die Heimat des 1950 gegründeten ASV Zurndorf. Interessant ist die Chronik des ASVZ im Hinblick auf die Vereinsfarben: „Da zur damaligen Zeit der First Vienna FC einer der besten Vereine in Österreich war, wählten auch die ASVZ-Gründer die Farben blau-gelb als Vereinsfarben“. 

Bis zur Eröffnung der neuen Heimat spielte man seinerzeit auf dem Sportplatz „Am Tolingspitz“. Der Bau des Akazienstadions nahm am 8. Jänner 1959 seinen Lauf, als die Gemeinde eine schriftliche Verkaufszusage über ihren Anteil an der damaligen Schottergrube ausfertigte. Im Frühjahr begannen die Arbeiten, ca 1.500m3 an Material wurde bewegt, wegtransportiert und planiert. 1960 wurde bereits mit der Bewässerung des neuen Geläufs begonnen. Die feierliche Eröffnung ging 1962 über die Bühne. Weitere Bauphasen gestalteten sich in Folge mit dem Bau der Tribüne 1976 und einem Kabinenneubau 1986. 

Als Gegner für den Eröffnungstag am Sonntag, den 29. Juli 1962, hatte man sich niemand geringeren als den frischgebackenen Landesliga Meister von 1961/62, den SC Eisenstadt, geladen. 1.000 Besucher sorgen für einen wohl bis heute gültigen Zuschauer Rekord des damals noch als ASKÖ Zurndorf firmierenden Vereins. Sie sahen bei brütender Hitze eine dominante Gastmannschaft, die sich, obwohl am Beginn der Saisonvorbereitungen stehend, mit einem klaren 2-9 Sieg von den Feierlichkeiten nicht beeindrucken ließen. Das die Landeshauptstädter aktuell eine Liga unterhalb Zurndorfs spielen hätte damals wohl auch keiner gedacht, wo doch justament in den 1960er Jahren der Erfolgslauf der Eisenstädter begann und seinen Höhepunkt im Europacupsieg von 1984 (der gewonnene Mitropa Cup gilt als Vorgänger der Champions League bzw. Cup der Landesmeister) fand und er somit noch immer als DER erfolgreichster Verein im Burgenland gilt. Von solchen Erfolgen sind die Zurndorfer weit entfernt, im Konzert der großen durften sie aber zumindest 2009 reinschnuppern. In der ersten Runde des ÖFB Cups empfingen sie vor 350 Zuschauern den FC Dornbirn. Ein hart umkämpftes Spiel, das mit 2:3 verloren ging und den Cup Traum schnell platzen ließ.

Hart ging es heute auch zur Sache, die über 400 Zuschauer bekamen bei bestem Fußballwetter einige Härteeinlagen zu sehen. Vor allem die Zurndorf Kicker bekam das zu spüren. Mit Wohlfahrt in der 28. Minute und Weber in der 82. Minute mussten zwei Spieler der Gastgeber in die Kabine getragen werden. Spielerische Höhepunkte für Zurndorf waren sicherlich ein überraschend scharfer Stangenschuss von Nevrivy aus knapp 20 Meter in der 33. Minute, bei dem der mit Kopfschutz spielende Torhüter Bolech keine Abwehrmöglichkeit gehabt hätte. Danach hatten die Nickelsdorfer ihre besten Chancen. Zuerst pariert Tormann Szep in der 38. Minute und keine zwei Minuten später missglückt ein Doppelpassspiel der Gäste, dem ein schwerer Abwehrfehler voran ging. Zurndorf agierte generell oft unsicher im Spiel nach vorne, aus der Abwehr kamen die Bälle nur zögerlich nach vorne. Hier wartet für den neuen Trainer Marco Cadek noch viel Arbeit. 

Die zweite Hälfte hatte weit weniger Höhepunkte, die Härteeinlagen nahmen zu, was auch die vier gelben Karten erklärt. Richtige Torchancen waren nun aber Mangelware. Vielleicht lag es auch an der Konzentration, den speziell bei den Gästen bemerkte man nun öfters Abstimmungsprobleme. Nichtsdestotrotz hatten sie in der 69. Minute die wohl größte Chance auf den Lucky Punch. Varga stürmt in der 69. Minute allein auf den Tormann zu bringt den Ball aber nicht an ihm vorbei. In der vier Minuten langen Nachspielzeit gibt es zwar noch eine gelbe Karte für Nickelsdorf, am Ende aber keinen Derbysieger.

Rapid Wien 1-3 Sturm Graz 24.4.2024

 

Egal mit wie vielen Gliedern in der Kette sich Rapid in der gestrigen Partie verteidigte, sie war nicht wirklich haltbar. Die einzelnen Protagonisten agierten einige Male, mitunter aufgrund von Fehleinschätzungen der Situationen und mangelnder Grundordnung, als exzellenter Gastgeber. Es wurden zwei großzügige Geschenke verteilt, die es Sturm leicht machten, mit einem 1:3 Vorsprung zum Pausentee zu schreiten. Trainer Klauß führte diesen auch auf die Qualität des Gegners und dessen Abgezocktheit zurück. Zweite Halbzeit war sichtlich besser von Rapid. Die Hütteldorfer Kanoniere hatten das Gehöft von Ex-Liverpool Tormann Jaros (er schaffte es immerhin einige Male in den Spieltag Kader unter Klopps Fittiche) wohlweislich im Visier. Mit seinen Paraden machte dieser aber alles zunichte, was Klauß seiner ersten Linie mit auf den Weg gab. Da half es auch wenig, das Oswald des Öfteren viel Platz auf der rechten Seite hatte oder der wieder fitte Cvetkovic einigen Staub im Strafraum der Grazer aufwirbelte, die sich ob der mehr als sensationellen Schützenhilfe aus Klagenfurt mit dem Ergebnis begnügten. 

Viel wird nun vom Sonntag abhängen. Wenn sich Sturm am Weg zum Meistertitel im Battle zu Salzburg voll ins Zeug wirft und entsprechend ausgepowert sein wird, könnte das für Rapid ein kleiner Funken Hoffnung sein: "Die größten Erfolgsgeschichten beginnen oft mit einer Niederlage. Gib nicht auf, sondern arbeite weiter an deinem Ziel" 

SC Freistadt Rust 4-0 UFC Oggau 20.4.2024

 

Keine zwei Kilometer trennen Rust und Oggau am wieder gut gefüllten Neusiedler See, die gestern im sogenannten See-Derby aufeinander trafen. Aber auch für die Tabelle war es ein wichtiges Spiel, schielt man in Rust doch in Richtung fünftklassiger II. Liga. Bei einem Sieg könnten die Hausherren im äußerst knappen Aufstiegskampf die Tabellenspitze übernehmen, wo man sich zuletzt mit Sankt Andrä, Neudorf, Frauenkirchen und Wallern Woche für Woche duelliert.

Duell ist auch ein gutes Stichwort für dieses Derby, den ein Rückblick auf die Geschichte dieser Rivalität ist äußerst kurios und sucht in Österreich wohl seinesgleichen. Das Rust eine Freistadt ist und mit knapp 2.000 Einwohnern landesweit als der kleinste Verwaltungsbezirk/Statutarstadt gilt ist sicher hinlänglich bekannt. Doch das einst ein „Seekrieg“ für die schlechten Beziehungen zwischen beiden Städten schuld war, ist vielleicht dem einen oder anderen unbekannt. 

Ein Blick in die Chronik der Freistadt Rust verrät (auszugsweise), wie es am 6. November 1866 zu diesem Massaker kam: Im Jahre 1866 entwickelte sich eine kriegerische Auseinandersetzung zwischen den Rustern und Oggauern, welche als Seeschlacht zwischen Oggau und Rust in die Geschichte eingeht. Umstritten war die Zugehörigkeit der Wiesen auf den Erbfischwässern sowie der Verkauf des gesammelten Fischgrases in einer notvollen Zeit, in welcher der Neusiedler See ausgetrocknet war. Am 5. November 1866 befand sich noch eine große Menge dieses trockenen Fischgrases am Oggauer Hotter, welches auch teilweise schon verkauft war. Viele Ruster wünschten nun, sich dieses Gewächs, fremdes Eigentum, zu annektieren. Dazu sahen sie, größtenteils Protestanten, die zwei hohen Gemeinde-Feiertage der echt katholischen Gemeinde Oggau als idealen Zeitpunkt vor. Die Zeit der Andacht benützten die Ruster also zum Raub. Während eines dreistündigen Gottesdienstes fuhren sie mit 30 bis 40 Wagen auf das Oggauer Gebiet hinüber, raubten den armen Leuten ihre Streu, und führten dieselbe ungehindert nach Rust. Als die Oggauer nach dem Ende des Gottesdienstes nach ihrem Eigentum Ausschau halten sahen sie die Bande von Räubern. Sie beanspruchten sofort ihr Eigentum und auch das Oggauer Ortsgericht kam hinzu, um den Streit zu schlichten. Infolgedessen gab der Ruster Stadthauptmann das Kommando zum Feuer; und auf einmal krachte es aus 15 bis 20 scharf geladenen Mordgewehren gegen die noch immer Wehrlosen Oggauer. Zwei fielen, ein Dritter erhielt einen schweren Kolbenschlag auf den Kopf. Viele Kinder und Erwachsene Oggaus erhielten Schrott in Leib und Füße, es floss unschuldiges Blut. Als die Ruster ihr Blei verschossen haben, setzen sich verständlicherweise die Oggauer zur Wehr und holten die mit leeren Gewehren flüchtenden Räuber ein und mehrere von denselben mögen mit durchbläutem Rücken zu Hause angelangt sein. Das Urteil des Strafgerichtshof im sogenannten Raufhandel wurde am 19. April 1870 gefällt. 14 Ruster erhalten Gefängnisstrafen zwischen einem Jahr und einem Monat, 20 Oggauer müssen zwischen einem Monat und sechs Monaten hinter Gitter.

158 Jahre später geht es da schon viel gesitteter zwischen beiden Städten zu, wenngleich sich eine gesunde Derbyrivalität mit Emotionen, wie es sie seit jeher am Fußballplatz gibt, entwickelte. Das konnte man auch gestern wieder sehen. Auch wenn so mancher Schlachtruf in vergangenen Derbys in einer Zeit der „Political correctness“ warum auch immer nicht jedem ins Konzept passte, so blieb es doch immer fair. 
Und sportlich betrachtet hatte Rust sowieso darauf zu schauen, dass der Derbyfluch endlich besiegt wird. Datiert der letzte Sieg gegen Oggau doch vom 8. September 2019, wo man die heutigen Gäste mit einer 6:2 Packung nach Hause schickte. 

Bei wechselhaften Bedingungen, von Sonnenschein und Regen war alles dabei, verfolgten an die 450 Zuschauer im Weinstadtstadion ein in der ersten Halbzeit vom Gastgeber dominiertes Spiel. Was die Besucherzahl angeht, schwankte diese jedoch sehr, der einsetzende Regen und die windige Kälte vertrieb immer wieder die nicht so standhaften. Hier wäre es an der Zeit, an eine zumindest kleine überdachte Tribüne zu denken. Platz genug ist auf der gepflegten und weitläufigen Anlage zuhauf. Der Abzug der Gästefans, lange vor Abpfiff, ist hingegen wohl eher der Enttäuschung über die Derbyschmach zuzuschreiben.  

Diese nahm eindrucksvoll und äußerst klar ihren Lauf. Man ließ Oggau nur wenige Möglichkeiten sich an das Tor der Ruster heranzutasten. Im Gegenzug vernebelte man selbst Chance für Chance, ehe nach gut 25 Minuten Spielzeit und einem schönen Doppelpass Nemeth endlich das ersehnte 1:0 erzielte. Einen Elfer kurz vor Seitenwechsel nutzte Orszagh, um vermeintlich alles klarzumachen. 

Doch auch wenn die Hausherren den Vorsprung bis zur 94. Minute auf 4:0 ausbauten, so hatte man den Eindruck das die Disziplin und der Einsatz insbesondere der Abwehr stark nachließ. Oggau hatte etliche Möglichkeiten auf das eine oder andere Tor, scheiterte aber am eigenen Unvermögen. Die Abwehrkette von Rust könnte im Aufstiegskampf noch das Zünglein an der Waage sein. Hier gilt es für den langgedienten Ruster Trainer Özgür Nurlo die Schrauben noch weiter anzuziehen. Bei einem derart knapp zusammenliegenden Quartett, wie es in der 1. Klasse Nord der Fall ist, dürfte am Ende die Tordifferenz den Ausschlag für den Meistertitel geben.

Ein Aufstieg würde für Rust sicher viel bedeuten, obwohl der größte Erfolg der Vereinsgeschichte beinahe 60 Jahre zurück liegt. Damals waren Rohrbach, Oberwart oder Neusiedl die prominenten Gegner in der Landesliga 1966/67. Und je nach Klasseneinteilung wäre ein Wiedersehen mit dem ein oder anderen Gegner von damals auch in Rust bald wieder möglich. 

Bis dahin wartet auf die Mannschaft aus der Stadt der Störche noch viel Arbeit, so wie auch für die Symbolträger selbst. Diese hatten während dem Derby regen Flugverkehr und sichtbar viel Arbeit mit dem Nestbau. Während die Ruster Spieler den Derbysieg feierten, hatten die Störche Feierabend und suchten zwischen den abertausenden Weinstöcken rund um Rust seelenruhig ihr Futter, unbeeindruckt von den vielen heimfahrenden Spielbesuchern.  

Fazit: Das See-Derby im Norden Burgenlands hat sich in den letzten Jahren zu einem beeindruckenden Duell entwickelt, was Zuschauer aus Nah und Fern anlockt. Besonders hervorzuheben sind hier klar die beiden Fangruppen, die mit bunten und äußerst kreativen Choreografien dem Spektakel eine besondere Note geben. Solche Spiele sollte sich auch der ehemalige UEFA Mitarbeiter und neue Präsident des burgenländischen Fußballverbandes, Georg Pangl, einmal genauer ansehen. Auch um über die Sinnhaftigkeit der gerade für kleine Vereine schwer zu stemmenden Geldstrafen für die Verwendung von Pyrotechnik nachzudenken. Solch ein Spektakel gibt diesen Derbys eine besondere Note und gefährdet absolut niemanden. Hier gilt es als neuer starker Mann an der Spitze ein Zeichen zu setzen und die Verbandsstrafen zu ändern bzw. ein für alle Male abzuschaffen! 

SC/ESV Parndorf 2-2 ASV Siegendorf 12.4.2024

 

Showdown in der Burgenlandliga! 

Das absolute Spitzenspiel um die Tabellenführung zwischen Parndorf und Siegendorf wurde gestern Abend, unter Bundesliga tauglichem Flutlicht, vor einer großartigen Kulisse ausgetragen. In ihrer Spielvorschau haben die Gastgeber ihr Stadion sogar in „Stadio della Heideboden“ umbenannt. Beim Anblick der dichtbesetzten Ränge wurden jedenfalls Erinnerungen an die Zeiten wach, als Parndorf 2006/07, 2007/08 und 2013/14 in der 2. Bundesliga spielte. 

Seither hat sich nicht viel verändert im und um das Heidebodenstadion, welches 1992 samt seiner Haupttribüne und Trainingsplätzen neu eröffnet wurde. Ein Rückblick in die Geschichte verrät, dass jenes Stadion davor, an gleicher Stelle, ein viele Jahrzehnte mit Holzplanken eingezäunter Sportplatz war. So wie damals jeder andere auch im Burgenland. 

Ebenfalls nicht verändert ist auch heuer wieder die Zielsetzung der Parndorfer: Aufstieg in die Regionalliga. Seit Jahren schon versucht der heutige Gastgeber den Fängen der Burgenlandliga zu entkommen. Was die Infrastruktur betrifft, wäre das Stadion sicher auch heute noch, trotz veränderter Ansprüche der Lizenzgeber, mehr als geeignet.   

Glasklar war die Ausgangslage des gestrigen Battles. Parndorf hatte auf Platz zwei stehend einen Rückstand von drei Punkten auf Siegendorf. Ein Verein, der aufgrund seiner Kadergröße, den vielen Ex-Profis (Christoph Kröpfl, Dominik Wydra, Stephan Auer oder die Tormaschine Lukas Grozurek) und dem offensichtlich höheren Budget als klarer Aufstiegsfavorit gilt. Auf der anderen Seite jedoch steht dem Gastgeber mit dem Ex-ÖFB Präsidenten Gerhard Milletich ein erfahrener Mann an der Spitze, welcher den Verein einst zu dem machte, was er heute ist. 

Insgesamt 1.000 Zuschauer haben sich bei besten Fussballwetter eingefunden. Sie sahen eine erste Halbzeit, die in ihrer Anfangsphase sehr vom Abtasten geprägt war. Es dauerte etliche Minuten, bis beide so richtig ins Spiel fanden und die Stürmer ihre Chancen erarbeiteten. Die stärkste Phase der Siegendorfer nahm in der 30. Minute ihren Lauf, als Grozurek mit einem Volleyschuss den Parndorfer Keeper prüfte. In weiterer Folge scheiterten die Gäste nach einem Freistoß in der 38. Minute am Torpfosten. Und wie so oft passiert, wer die Tore nicht macht bekommt sie. Diese alte Weisheit bewahrheitete sich auch heute, den die Parndorfer erzielten kurz vor dem Pausenpfiff wie aus dem Nichts das 1:0. Jani sprintet nach einem genialen Pass allein auf den Tormann zu und bezwingt diesen problemlos.  

Was man auf jeden Fall loben muss, ist die überaus faire Spielweise beider Vereine, sodaß der Schiedsrichter kaum Arbeit hatte und weder rot noch gelb rausholen musste. Auffallend war auch, dass die Parndorfer vor Anpfiff den Rasen wirklich intensiv bewässert haben. Vielleicht ein kleines Hilfsmittel, um den Siegendorfern ihr schnelles und druckvolles Kombinationsspiel zu erschweren für das sie bekannt sind? 

Auch in der zweiten Halbzeit gibt es Chancen auf beiden Seiten, Torgefährlicher waren nun aber die Gäste, wenngleich Parndorf mehr Spielanteile hatte. Bereits nach wenigen Sekunden notierte Siegendorf erneut einen Stangenschuss, ein starker Beginn. Es sollte bis zur 63. Minute dauern, als völlig unerwartet Zeco zum Ausgleich einnetzt. Jetzt läuft es für die rotweißen wie geschmiert. 5 Minuten später ist es erneut Zeco, der heute fast immer goldrichtig steht und zum Leidwesen der Parndorfer das Spiel dreht. Sein Tor zum 1:2 wird von den vielen Gästefans lautstark umjubelt.

Kurz vor Schluss hätten die Siegendorfer Ex-Profis mit ihrer langjährigen Erfahrung beinahe alles klar machen können. Aber sowohl Grozurek als auch Auer finden in Torhüter Kraus ihren Meister. Und wie schon in Halbzeit eins auch passiert, wer die Tore nicht macht…dank 5 Minuten Nachspielzeit kommt Parndorf nach einem Eckball nochmal vors Tor der Gäste. Pinter hat alles Glück der Welt und egalisiert mit seinem Schuss aus kurzer Distanz die Führung. 

Ein spannendes und sehr faires Spiel ging mit einem Unentschieden zu Ende. Für Siegendorf eine verpasste Chance, die Tabellenführung weiter auszubauen. Da Parndorf in der kommenden Runde „dank“ Ritzing spielfrei hat, muss man auf Umfaller der Siegendorfer hoffen, um im Aufstiegsrennen im Spiel zu bleiben. Realitisch gesehen werden sich die Parndorfer diesen wohl erst in der Saison 2024/25 mit dem Mattersburger Sportverein ausmachen, die aus der II. Liga raufkommen…      

Sportclub Gattendorf 2-0 FC Andau 6.4.2024

 

Die 2024 ungeschlagenen Gattendorfer hatten heute vor gut 200 Zuschauer im Kampf gegen den Abstieg den unmittelbaren Konkurenten aus Andau zu Gast. Bei sommerlichen Temperaturen bestimmten die Gastgeber über weite Strecken das Spiel. Aus einer sicheren Abwehr herauskommend war der Drang zum Tor zwar unermüdlich, wirklich Torgefährlich wurden sie in Halbzeit ein aber nur einmal. In der 25. Minute war es Dominik Krankl, dessen Schuss das Ziel knapp verfehlte. Aber auch die Gäste konnten in der 37. Minute nur eine 100%ige notieren. Auffallend war generell die faire Spielweise, trotz der Brisanz und der Wichtigkeit der heutigen Partie. Das schien auch dem Schiedsrichter zu gefallen, den der pfiff nicht jedes kleine Foul, was phasenweise einen flüssigen Spielverlauf garantierte. Unterbrochen wurde dieser einzig von ein paar Trinkpausen, die der frühsommerlichen Hitze geschuldet waren. 

Auch wenn Andau besser in die zweite Hälfte ging, war es Gattendorf, das in der 64. Minute nach einem Konter in Führung ging und für großen Jubel bei den Zuschauern sorgte. Nun kontrollierten die Einheimischen wieder das Spiel und bauten den Vorsprung in der Nachspielzeit sogar aus. 

Diese zwei Tore können am Ende noch sehr wichtig sein im Kampf gegen den Abstieg. Zumindest ist man mit diesen drei Punkten vorerst am rettenden 11. Tabellenplatz der fünften Liga. Mit einem Punkt Vorsprung auf die rote Zone ist das Polster aber sehr gering. Auch die Tordifferenz ist schlechter als die der Tabellennachbarn. Es gilt dranzubleiben. Auch wenn Gattendorf seit fünf Spielen ungeschlagen ist, hat künftig jede Partie die Bedeutung eines Endspiels. Spannend bleibt die Abstiegsfrage auf jeden Fall, den ob nun zwei oder drei Vereine runter müssen, hängt aber wie immer von den oberen Ligen ab.  

SV Oberwart 0-6 SR Donaufeld 5.4.2024

 

Sorgte Oberwart in der Vorwoche noch für positive Schlagzeilen, indem sie in Krems eine völlig verrückte Partie drehten und drei Punkte mitnahmen, so fanden sie heute in Donaufeld ihren Meister. Obwohl das Ergebnis eine deutliche Sprache spricht, schnupperten die Südburgenländer zumindest in der ersten Hälfte ein paar Mal am Tor der Wiener. Doch sowohl der Torschuss in der 20. Minute als auch die vier Eckbälle hintereinander in der 38. Minute brachten die Gäste kaum in Gefahr. Diese war in der 44. Minute gegeben, den ein Foul an Simon Radostits auf Höhe der Mittelauflage hätte klar mit Rot bewertet gehört. Spätestens nun wurden auch die Stimmen aus dem Publikum laut, welches der Meinung war es handelt sich um ein sehr „Wien lastiges Schiedsrichtertrio“. 

Mit sechs Toren waren die Gastgeber jedenfalls noch gut bedient. Donaufelds Sturm erarbeitete sich Chance um Chance und machte das Spiel über weite Strecken sehr einseitig. Hier fehlte es den Oberwartern heute an der Durchschlagskraft. Das konnte auch der im Winter geholte Stürmerstar Rajko Rep (spielte bei Austria Klagenfurt, LASK Linz, Hartberg etc.) nicht ändern. 

Anspruch und Wirklichkeit klaffen also im Moment noch weit auseinander, hat man bei Oberwart doch ganz andere Vorstellungen und Ziele. Dies hörte man auch bei einem Interview im Februar (Quelle Kronen Zeitung 8.2.2024), wo der sportliche Leiter Lehner diese klar definierte: „Es ist ganz klar unser Ziel und auch unser Anspruch, in fünf Jahren im Profibereich zu sein“.

Was auf jeden Fall für einen Aufstieg sprechen würde, ist das Informstadion und die umliegende Infrastruktur, welche absolut geeignet ist für eine 2.Liga. Neben einer Haupttribüne und einem sehr starken Flutlicht (400 Lux) gibt es ausreichend Platz für einen eventuellen Ausbau oder einen notwendigen Gästesektor. Eine Liga, wo man bekanntlich zuletzt in den 1990er Jahren vertreten war und die Massen ins Stadion strömten. Von 5.000, wie 1992 gegen Donawitz oder 6.500 gegen den Grazer AK 1994 ist man dennoch weit entfernt. Aktuell ist der Zuspruch eher dürftig, was auch die heute 550 zahlenden Besucher belegten. Dabei hätten sich die Südburgenländer, gerade nach dem heroischen Sieg in der Vorwoche, eine weit größere Kulisse verdient! 

UFC Pama 0-3 SV Wimpassing 31.3.2024

 

Am Ostersonntag kam es zu einem um die Tabellenführung vorentscheidenden Spiel in der II. Liga Nord. Wimpassing musste alles riskieren, um den Anschluss nicht zu verlieren. Für ein Spiel dieser Konstellation absolut unwürdig war die Kulisse, die angegebenen 200 Zuschauer im Spielbericht waren sehr wohlwollend geschätzt. Immerhin hat man die Chance auf den Aufstieg in die Burgenlandliga! Warum dies die Bevölkerung nicht honoriert, ist ein Rätsel.

Bei bestem Wetter waren es die Gäste, die das Spiel nach Strich und Faden dominierten und dem UFC kaum Chancen boten. Mit enormem Drang aufs Tor erspielten sich die Wimpassinger viele Möglichkeiten, die ersten in der 10. und 16. Minute. In der 21. Minute schockten die Pamenser mit einem Weitschuss von der Mittelauflage Torhüter Bubak, der das Glück hatte, das der Ball das Tor verfehlte. Dies war über das gesamte Spiel eines ihrer wenigen Ausrufezeichen. 

Kurz vor der Pause wurden die vielen Chancen der Gäste endlich zu zählbaren Erfolgen. In der 39. Minute war es Heinicker, der zum 1:0 traf. Ein paar Minuten später erhöhte Marchuk zum 2:0. Mit dieser klaren Führung in der Tasche konnte Wimpassing beruhigt zum Pausentee schreiten.  

Nach Seitenwechsel änderte sich wenig am Spielverlauf, einzig die Gastgeber wurden nervöser und auch das Mannschaftsgefüge scheint nicht das beste zu sein, was einige lautstarke Diskussionen seitens des Kapitäns erahnen ließen. Mit 0:3 war der UFC noch gut bedient, den Wimpassing hatte über die 90 Minuten gesehen gut und gerne fünf weitere 100% Torchancen. An der Tordifferenz wird es am Ende nicht liegen, sollte der Aufstieg verpasst werden.

Auffallend war jedenfalls die für solch ein Duell faire Spielweise der Gäste. Die von Trainer Hornek (2018/19 Co-Trainer beim VfB Lübeck) gut eingestellte Wimpassinger Elf lies heute wahrlich nichts anbrennen und positionierte sich als echter Aufstiegskandidat im Schatten des UFC Pama. Positiv hervorzuheben ist abschließend der Fakt, das über die gesamten 90 Minuten sechs Spieler aus dem eigenen Nachwuchs für den SV Wimpassing aufliefen, was auf eine gute Nachwuchsarbeit deuten lässt.

ASV Hohenau 2-1 SK Ernstbrunn 30.3.2024

 

1989 bis 1991 spielte ein gewisser Antonin Panenka in den Reihen eines sehr traditionsreichen Vereins, dem ASV Hohenau, an der tschechischen Grenze. Von Spielern solcher Qualität konnte man beim heutigen Duell der Gebietsliga zwar nur träumen, dennoch verzeichnete der Gastgeber einige gute Schüsse aufs Tor der Ernstbrunner. Erste Höhepunkte waren in der 13 Minute zu sehen, als auf beiden Seiten kurz hintereinander nur dank der beiden Tormänner die Führungstreffer verhindert wurden. Vor allem der überragende Schlussmann von Ernstbrunn, Mistelbauer, lieferte eine starke Leistung.

Je länger die erste Halbzeit dauerte, desto mehr Anteile hatte der SK Ernstbrunn und konnte sich in Folge viele Möglichkeiten erarbeiten. Es war aber Hohenau, welches schließlich in der 25. Minute mit 1:0 in Führung ging. Den verdienten Ausgleich erzielte nach einem Doppelpass Voglmayr in der 51. Spielminute. Danach drehte sich das Blatt jedoch zu Gunsten des ASV und der Spielverlauf zog sich Richtung Tor der Ernstbrunner. 

Es sollte nun bis zur 90 Minute dauern, als Delic den Treffer zum 2:1 Heimsieg erzielte und der ASV Hohenau somit seinen Platz im vorderen Tabellendrittel absichert. 

USC Schletz 3-1 AFC Haugsdorf 30.3.2024


Im Niederösterreichischen Fussballverband gibt es die Sonderheit, das im Weinviertel zur Saison 2019/20 die sogenannte Bezirksklasse Weinviertel ins Leben gerufen wurde. Im Ligasystem bedeutet dies die neunte Leistungsklasse. Bis zu jener Saison waren die Vereine in der 3.Klasse Region Mistelbach eingegliedert, da es früher ab und zu mehrere dieser 3.Spielklassen gab. Eine interessante Begebenheit ist in dieser Bezirksklasse der Verzicht auf die Eintrittsgelder. Warum man hier auf diese Einnahmen verzichtet, ist nicht nachvollziehbar, auch wenn die Zuschauerzahlen überschaubar sind. 

Die heutige Partie war am Papier klar. Haugsdorf als überlegener Tabellenführer war der Favorit. Erschwerend kam der sehr starke Wind auf der offen gelegenen Anlage hinzu, was Pässe und Flanken oft zu einer Lotterie machte. Ein Spiel, quasi „Vom Winde verweht“. 

Zur Überraschung der knapp 100 Zuschauer war es aber der USC, welcher die wenigen Chancen (oder Abwehrfehler der Gäste, das ist Ansichtssache) nutzte und mit 2:0 die erste Halbzeit beendete. Die Pausenansprache von Trainer Diem war entsprechend deutlich, die ausgegebenen Parolen wurden jedoch auch in den kommenden 45 Minuten nicht umgesetzt. Viel mehr waren die Gäste mit Kritik an den Entscheidungen des altgedienten Schiedsrichter Kalr Veselka beschäftigt, der offensichtlich eine härtere Gangart aus der Vergangenheit gewohnt ist und diese auch hier so praktizierte. 

In der 80.Minute gelang Haugsdorf noch eine Kosmetik des Ergebniss. Nach einem berechtigten Elfmeter netzte Vaculka zum 3:1 ins rechte Eck ein. Es gilt festzuhalten des dem AFC der Aufstieg auch nach dieser Niederlage sicher scheint, jedoch muss man in den verbleidenden 10 Runden mit mehr Engagement ans Werk gehen, um nicht den ganzen Vorsprung zu verspielen.



UFC Purbach 4-2 ASV Neufeld 29.3.2024
 

Steil bergauf zeigt die Formkurve der Purbacher, die vor etlichen Jahren noch Stammgast in der fünftklassigen Burgenlandliga waren, ehe man im Sommer 2016 freiwillig in der siebenten Liga neu begann. Grund war damals der Rückzug von Obmann und Sponsor Harald Neumayer. 

Es war sicher einer der schmerzhaftesten Momente in der Geschichte eines Vereins, der 1982/83 landesweit bekannt wurde. 30 Runden lang beehrten die Purbacher in jener Saison die 2.Division, wobei der sportliche Erfolg leider sehr zu wünschen über lies. Auch der Zuschauerzuspruch hielt sich mit 2-600 zahlenden in Grenzen. Man muss hier jedoch festhalten, dass zu der Zeit mit dem SC Eisenstand und dem SC Neusiedl gleich zwei Vereine in der 1.Division spielten und entsprechend die Massen anlockten. Für die geographisch in der Mitte liegenden und knapp 2.000 Einwohner zählenden Gemeinde war dies dennoch ein großer Erfolg, wenngleich er sich kaum mehr wiederholen wird. Überhaupt waren die 1980er Jahre eine Wohltat für den Burgenländischen Fußball, denn auch Oberwart beehrte kurze Zeit später die 2.Division. Von all diesen Erfolgen ist man heute leider weit entfernt, egal wohin man im sonnigsten Bundesland blickt.

Was den UFC Purbach betrifft, scheint es, als ob man nach langen Jahren wieder bereit ist, sich aus der letzten Leistungsklasse (2. Klasse) zu verabschieden und den Weg in die 1. Klasse im Visier hat. Den Erfolgslauf gutieren im heutigen Spitzenspiel immerhin 550 Zuschauer, das sind 50 mehr als 1983 zum Spiel gegen Vorwärts Steyr in der 2.Division kamen! Fairerweise muss man sagen, das auch die mit dem Bus angereisten Neufelder einige Fans mitbrachten.

Sie alle sahen ein flottes und torreiches Match, auch wenn das Spielfeld an einigen Stellen sanierungsbedürftig ist. Purbach war in der Chancenauswertung effizienter, beim 1:0 bedurfte es der Mithilfe eines Neufelder Spieler, der den Ball nach einer Ecke der Gastgeber ins eigene Tor beförderte. 

Mit der 2:0 Pausenführung schien es, als ob die von Trainer Castek gut eingestellte Mannschaft ihre Tabellenführung weiter ausbauen kann. Spätestens nach dem 4:0 durch Holemar war die Angelegenheit durch und die große Anspannung schien verflogen. 

Dachte man, den trotz einem Mann weniger erspielte sich Neufeld just in den letzten Minuten die besten Chancen und kam in den Schlussminuten bis auf zwei Tore heran. Purbach feierte nun verdient den wichtigen Heimsieg gegen einen direkten Konkurrenten, wenngleich es noch zehn lange Runden sind und noch alles passieren kann.

 

Mattersburger Sportverein 4-1 SC Bad Sauerbrunn 1b 28.3.2024

 

Das die Mattersburger auch die fünfte Liga, sprich II. Liga Mitte mehr als dominieren, ist angesichts des großen Kaders keine Überraschung und ein Aufstieg in die Landesliga (=Burgenlandliga) nur mehr eine Frage der Zeit. Der Zuschauerzuspruch ist ebenso beachtlich und ein Lohn der offenbar guten Arbeit, die man hier verrichtet. Auch heute pilgerten trotz Dauerregen und Spieltermin an einem Donnerstagabend 600 Besucher ins Stadion. 

Ein Stadion, welches sich völlig verändert gegenüber den Zeiten in der Bundesliga präsentiert. Durch seine unzähligen monströsen Stahlrohrtribünen erreichte man hier einst astronomische Zuschauerzahlen von bis zu 18.600, wie im Cup gegen den Grazer AK am 9. April 2003 geschehen. Es war damals aber auch wegen dieser mobilen Ungetümer eines jener Objekte, die bei jedem Architekturbewerb durchfallen würden. Und damit meine ich nicht den zuletzt misslungenen und am 26. Dezember 2019 vom Winde verwehnten Versuch einer Überdachung des Auswärtssektors. Das herrliche Panorama der Haupttribüne mit dem Eisenbahnviadukt im Hintergrund ist hiervon selbstverständlich ausgenommen! 

Wer heute auf der mittlerweile seit dem Sommer 2023 mit roten Sitzen ausgestatteten Tribüne Platz nahm, der sah zumindest in der ersten Halbzeit ein offenes Spiel. Eines, das zur Überraschung vieler gut mitspielende und Chancen erabreitende Kurstädter zeigte. Nach einem Doppelschlag auf beiden Seiten stand es unerwartet 1:1, für die Gäste aus Bad Sauerbrunn ein beachtlicher Erfolg. Dieser hielt aber nicht lange an, Mattersburg kam nun immer besser ins Spiel und war vor allem nach Seitenwechsel die dominierende Mannschaft. Mit einem 4:1 Sieg gingen sie als verdienter Sieger in diesem Bezirksderby vom Platz, was offensichtlich auch Trainer Kühbauer mehr als zufrieden stellte. 

ASV Deutsch Jahrndorf 1-0 UFC Pamhagen 22.3.2024
 

In einem klassischen Mittelfeldduell ging die ASV Deutsch Jahrndorf als glücklicher Sieger von der heimischen Anlage. Ein Sportplatz, der sich in der östlichsten Gemeinde Österreichs an der ungarischen und der slowakischen Grenze befindet, was die Deutsch Jahrndorfer Birkenwiese naturgemäß zum östlichst gelegenen Fußballplatz Österreichs macht. 

„Vom Platz gehen“ könnte heute auch ein Wortspiel bilden, den die Härteeinlagen seitens der Gäste aus dem Seewinkel waren sehr oft überzogen. Mit vier gelben und einer gelbroten waren sie hier noch gut bedient. Spielerisch betrachtet lies Schiedsrichter Bukvic so gut es eben ging ein Spiel zu, in welchem in der ersten Halbzeit Pamhagen die größeren Chancen hatte. In der 39. Minute waren sie dem Führungstreffer zum Greifen nahe, der Jahrndofer Torhüter verhinderte mit einer Glanzparade das 1:0. 

Obwohl sich die Gastgeber kaum nennenswerte Chancen erarbeiteten, war das Glück heute auf ihrer Seite, denn in der 69. Minute pfiff der Schiri einen mehr als berechtigten Elfer. Der bis 2019 beim SC Ritzing spielende Slowake David Bodo verwandelte diesen ganz trocken und bescherte den Jahrndorfern drei wichtige Punkte.  

 First Vienna FC 8-1 Austria Salzburg 9.2.2024


Ein Freundschaftsspiel, das früher vom Namen her ein Duell auf Augenhöhe versprach. Dass die Vienna bereits nächsten Samstag in die Frühjahrsrunde startet und die Salzburger Austria erst morgen ins Trainingslager nach Kroatien fährt, zeigt deutlich, dass hier zwei völlig unterschiedlich vorbereitete Mannschaften aufeinandertrafen. Obwohl der Start vielversprechend war für die Gäste. Die Mozartstädter gingen nach wenigen Minuten in Führung. Das war wohl der Weckruf für die Vienna, denn auch wenn Salzburg in Folge brav mitspielt und Einsatz zeigte, waren die Döblinger meist einen Schritt schneller. Der Klassenunterschied und der unterschiedliche Stand in der Vorbereitung zeigte sich in vielen Situationen. Interessant war, dass sich beinahe die ganze Mannschaft ein Tor gönnte, sprich acht verschiedene Torschützen der Vienna ins Netz trafen. Auch wenn Austria Salzburg die Regionalliga dominiert, für die 2. Liga müssen sie an mehreren Schrauben drehen, wollen sie halbwegs mithalten. Und das betrifft nicht nur das Budget. 

Für ein Testspiel definitiv bemerkenswert die enorme Zuschauerzahl, sei es die gut gefüllte Haupttribüne oder der Gästesektor, der mit etwa 500 Leuten dicht besetzt war. Warum aber die Gastronomie derart unterbesetzt war, ist und bleibt ein Rätsel, ein guter Wirt hätte heute den Umsatz des Monats gemacht. Aber auch auf der Haupttribüne sah es diesbezüglich nicht besser aus. Das war schade, denn der Andrang zu dem Spiel war lange vorhersehbar. Lobenswert natürlich, dass der Eintritt gratis war, auch nicht selbstverständlich!

SKN St. Pölten 1-0 Kremser SC 27.1.2024 


Premiere für den Kremser SC. Zum ersten Mal in seiner Vereinsgeschichte spielte der Tabellenzweite der Regionalliga Ost in der NV-Arena von St. Pölten. Die letzte Begegnung in der Landeshauptstadt, ebenfalls ein Freundschaftsspiel welches der SKN 3:0 gewann, wurde am 13. Februar 2015 im NÖ-Sportzentrum vor rund 50 Zuschauern ausgetragen. Heute ursprünglich auf Kunstrasen geplant, verlegte man die Partie doch ins Stadion, weil man wohl mit einem größeren Zuschauerandrang rechnete. Zumindest auf Kremser Seite reisten knappe 150 Besucher an, sodass gesamt etwa 300 Zuschauer bei freiem Eintritt dem einzig wahren Niederösterreich Derby beiwohnten.

Der Spieltag begann auch gleich mit einer Transferüberraschung. Es wurde bekannt, dass der bisherige 1er Tormann von St. Pölten, Franz Stolz, zu Genoa wechselt. Da ich im Dezember erst einem Heimspiel von Genoa CFC beiwohnte, kann ich mir gut vorstellen, warum man ihn holte. Die dortige Nummer 1, Josep Martinez, ist zwar bei hohen Bällen ein sicherer Rückhalt, zeigt jedoch auf der Linie und beim direkten Duell schwächen. Möchte Genoa das Ziel, den Europacupplatz erreichen, müssen sie an der aktuellen Tordifferenz arbeiten. Das wird für Stolz eine große Bewährungsprobe.

Die Generalprobe für das ÖFB-Cupspiel gegen Rapid hingegen nutzte der SKN vor allem, um beiden Torhütern, Turner und Strasser, je 45 Minuten Spielpraxis zu geben. 90 Minuten in der NÖ-Landesliga bei den St. Pölten Juniors sind halt doch etwas anderes als ein Cupspiel bei Rapid. Ansonsten ließ Trainer Semlic zwei völlig unterschiedliche Mannschaften in beiden Hälften auflaufen, sodass man für das Cup Viertelfinale wenig Rückschlüsse machen kann. Das die 11 Spieler in der zweiten Halbzeit nicht die Stammformation darstellen war unverkennbar. Hier hatte auch Krems einige Spielanteile und durchaus Zug zum Tor. Mangelnden Einsatz im direkten Zweikampf kann man der Mannschaft heute nicht vorwerfen. Der Klassenunterschied zweigte sich halt spätestens an der Abwehr der St. Pöltner, die die wenigen Chancen der Kremser zunichte machten. Das der ehemalige St. Pölten Tormann Riegler, über 10 Jahre feste Größe der Gastgeber, die meisten Chancen des SKN abwehrte war hingegen fast schon zu erwarten. Heute musste er nur einmal hinter sich greifen, um einen Kopfball von Bauer aus dem Netz zu fischen.

Ferencvaros 1-1 Fiorentina 14.12.2023


20.657 Zuschauer strömten in die Groupama Arena in der Hoffnung, das Ferencvaros den notwendigen Punkt holt, der ein Weiterkommen in der Conference League bedeutet. Die Vorzeichen gegen die bereits fix qualifizierte Fiorentina waren allerdings denkbar schlecht. Beim Abschlusstraining am Dienstag davor konnten die Ungarn nur mit 14 Spieler trainieren, wovon 3 gar nicht für die Gruppenphase nominiert sind. 
Zu Beginn des Spieles sehen die Zuschauer eine Choreographie, die den Titel der Göttlichen Komödie von Dante Alighieri neu interpretierte. Für die Gäste war es nach 18 Minuten vorbei mit der Komödie. Das Spiel wird für zwei Minuten unterbrochen, nachdem sich Nicolás González nach einem unglücklichen Tritt verletzt und sich die Kniesehne verstaucht hat. Der argentinische Nationalspieler wird mit einer Bahre vom Platz getragen werden. Aber auch bei den Gastgebern hadert man mit den Verletzungen, so stehen gleich drei Spieler zum ersten Mal in der Conference League in der Startaufstellung. 
Die Italiener hatten zu Beginn des Spiels die Oberhand, doch in den letzten 15 Minuten der ersten Halbzeit kämpfte sich Fradi ins Spiel zurück und glich zumindest in der Ballbesitz Quote aus: 52% für Fiorentina, 48% für Ferencváros. Nach Seitenwechsel ging es Schlag auf Schlag. In der 48. Minute schickt Abu Fani einen Ball durch die Mitte, der von den Beinen eines Verteidigers abprallt und in den Weg von Zachariassen gelangt, der ihn mit einem feinen Spitz aus fünf Metern in die Mitte des Tores befördert. Ein paar Minuten später muss Trainer Sztankovic den bisherigen Doppeltorschützen im laufenden Wettbewerb, Barnabas Varga, austauschen. In der 73. Minute wird der Sturmlauf der Fiorentina belohnt. Ranieri trifft nach einem Eckball, er schießt den Ball aus vier Metern ins Netz. 
Nun merkt man beiden Mannschaften an, das sie mit dem Resultat zufrieden sind. Von den Gastgebern war es auf jeden Fall eine starke kämpferische Leistung. In der Zwischenrunde um den Aufstieg ins Achtelfinale treffen sie auf Olympiakos Piräus, hingegen ist Fiorentina als Gruppensieger fix qualifiziert. 

Rapid Wien 0-1 Red Bull Salzburg 9.12.2023

„Wir müssen schauen das wir die Qualität der Eingaben noch mehr verbessern, noch mehr Verlässlichkeit. Grundsätzlich haben wir gute Schützen, aber die sind nicht ganz so verlässlich, das heißt die Streuung ist noch etwas zu groß von den Zielräumen…“, sagt Rapid Trainer Klauß nach der erneuten Niederlage gegen Red Bull Salzburg. Zuverlässiger sind die Rapid Fans, unglaubliche 20.400 strömten am zweiten Adventsamstag bei frostigen Temperaturen nach Hütteldorf. Man möge sich nicht ausdenken, was passiert, wenn Rapid wieder einmal einen Lauf bekommt und eine Siegesserie hinlegt…
Auch wenn heute die Statistik und der Spielverlauf mindestens für ein Unentschieden sprach, so war es der Tabellenführer, welcher aus zwei Eckbällen ein Tor machte und effizienter agierte. Die Abwehr der Gäste ließ kaum Chancen von Rapid zu. Obwohl mit Innenverteidiger Pavlovic die teuerste Aktie (Marktwert 25 Millionen) für das Spiel gegen Benfica geschont wurde und sein Companion Solet (bringt es derzeit auf 17 Millionen) verletzt pausierte, war diese noch immer äußerst stark und bot wenig Räume für Rapid. Die wenigen Torschüsse der Gastgeber wurden vernebelt oder lösten sich durch den VAR in Luft auf. 
Sicher mag jeder Verein irgendwann von diesem Instrument profitieren oder tat dies bereits im Laufe der Saison. Jedoch gilt es die Abläufe einmal grundsätzlich zu überdenken, denn die Nettospielzeit entfernt sich schon sehr weit von den klassischen 90 Minuten. Vor allem in der kalten Jahreszeit wäre da etwas mehr Rücksicht geboten. Das so manch ein Zuschauer oder Spieler sich bei einem Tor gar nicht mehr freut spricht auch Bände. Gut beobachten konnte man das heute bei Burgstallers Abstauber zum vermeintlichen 1:1. Eine bedenkliche Entwicklung…
Erfreulich aus Sicht der Hütteldorfer war die Ehrung von Antonin „Tondo“ Panenka vor Anpfiff, der seinen 75. Geburtstag feierte und heute das begehrteste Fotomotiv war. Vielleicht findet sich ja irgendwann ein Rapid Spieler, der auf seinen Spuren wandelt… 

Treviso FBC 2-1 Luparense 3.12.2023

Sonntag 1430h, Schauplatz Stadio Omobono Tenni, nahe der historischen Stadtmauer zu Treviso. Dort wo einst Spielergrößen wie Bonucci oder ein gewisser Luca Toni dem runden Leder nachjagten, lautet die heutige Realität Serie D. Nach Trevisos Höhenflug bis in die Serie A 2005/06 ging es die folgenden Jahre, nach Pleiten und Neugründungen, gar bis in die 6. Liga runter. 2020/21 in der Promozione Veneto war man am absoluten Tiefpunkt der letzten Jahrzehnte angekommen. 

Schön langsam kehrt aber eine gewisse Stabilität ein, was sich auch am Zuschauerzuspruch messen lässt. Bei lokalen Derbys erreicht man öfters hohe vierstellige Besucherzahlen. Heute waren es bei Postkartenwetter beachtliche 1.021 zahlende.

Für den Gegner aus Vigonza war es natürlich das Spiel des Jahres, was sie auch eindrucksvoll am Feld demonstrierten. In der ersten Hälfte waren sie über weite Strecken in allen Belangen, sprich Chancen und Ballbesitz, überlegen. Das erste Tor aber gelingt den Gastgebern. Ein schöner Kopfball von Edoardo Mamelli lässt Tormann Ferretti alt aussehen. Es geht weiter Schlag auf Schlag, in der 26. Minute ist es Alessio de Cerchio der einnetzt. Als sich schon alle mit einem Remis in der Pause sehen passierte Luparense ein fataler Abwehrfehler. Nach einer Aktion von der linken Seite gibt es ein Handspiel im Strafraum der Gäste. Alessandro Amedeo de Respinis tritt zum Elfmeterpunkt an, sein Schuss findet von Torhüter Ferretti ab. Den Abpraller verwertet Diego Orlando Simonetta, was die Gastgeber in Führung bringt.

Die 2. Halbzeit bringt in der 79. Minute die größte Chance für Daniele Buongiorno, der den Ball in die Mitte für den neu eingewechselten Emanuele Schimmenti bringt, sein Schuss geht knapp rechts an Torwart Sperandio vorbei. Trotz 6 Minuten Nachspielzeit besiegt Treviso Luparense mit 2:1 und festigt damit den zweiten Platz in der Tabelle. Es ist dies bereits der zweite Sieg in Folge. Chioggia, der Tabellenführer dieser Serie D ist mit 11 Punkten allerdings noch immer ausser Reichweite. Ein eventueller Aufstieg in die Serie C könnte wohl nur über das steinige Play Off der Serie D gelingen. Verdient hätte es sich der Verein mit seiner hervorragenden Infrastruktur auf alle Fälle! 

Genoa CFC 1-1 FC Empoli 2.12.2023
  

Der erneute Aufstieg in die Serie A löste bei Genoa CFC (auch „die Grifoni“ bezeichnet), dem ältesten heute noch existierenden italienischen Fußballverein, eine rekordverdächtige Euphorie aus. An die 30.000 Abonennten sorgen für ein ordentliches Finanzpolster, was in Italien ja durchaus wichtig sein kann, wenn es um das Thema Lizenz geht. Zum Vergleich: Als Lokalrivale Sampdoria 1990/91 italienischer Meister wurde brachten sie es in der Folgesaison nur auf 25.186 Abos. 

Nach langem hatte ich also wieder die Gelegenheit ein Spiel in der ligurischen Hafenstadt Genua, in einem der schönsten Stadien der Welt, zu besuchen. Es steht in einer Stadt, wo man permanent mit dem Fußball in Berührung kommt. Man spürt förmlich an jeder Häuserecke, das sich hier sehr vieles um einen der beiden Vereine Sampdoria oder Genoa dreht. Die Rivalität und die Geschichten um ihr Derby füllen ganze Bücher. Erzählenswert ist aber auch jene des Stadions, welches mitten im Stadtteil Marassi (mit seinen 40.000 Einwohnern wird es von den Grifoni als Stadt in der Stadt bezeichnet) seit über 100 Jahren das Panorama prägt. 

Der erste Fußballplatz im Stadtteil Marassi wurde 1910 gebaut und im Januar 1911 eingeweiht. Es geschah dies auf einem Grundstück in der Nähe der noch heute erhaltenen Villa Musso Piantelli. Man findet sie direkt hinter der Distinti. Es bestand aus einer überdachten Holztribüne für wenige tausend Zuschauer sowie Stehrampen auf der Gegengerade. Im nördlichen Teil dieses Grundstücks befand sich seit 1909 ein Spielfeld mit dem Namen Andrea Doria, das in Ost-West-Richtung angelegt wurde. Eine Übersicht über den Wandel des Stadions kann man sich im sehr empfehlenswerten Museum vom Genoa CFC verschaffen, welches 2009 eröffnet wurde. Es sind hier 3 Modelle ausgestellt, die den baulichen Zustand der Jahre 1911, 1925 und 1933 zeigen.  

Sehr bald wurde das Spielfeld vom Marassi Stadion geändert, um es in Nord-Süd-Richtung zu bauen, so wie es heute ist. Außerdem wurde eine Reitbahn integriert, deren Einweihung im Mai 1911 über die Bühne ging. Die größte Veränderung erfuhr es mit dem Bau einer großzügigen und überdachten Sitzplatztribüne sowie insgesamt 4 Stehrampen aus Holz. Das Fassungsvermögen lag nun bei 25.000 Zuschauern. Im Jahr 1926 gab Andrea Doria die Nutzung seiner Anlagen wieder auf. Der freigewordene Platz wurde zwischen 1929 und 1933 mit einer neuen Tribüne und der Gradinata Nord und Sud erheblich erweitert. Auf der Distinti, direkt vor der Villa, betonierte man 2 kleinere Stehtribünen. Am 1. Januar 1933 wurde das neue Stadion eingeweiht und bei dieser Gelegenheit nach Luigi Ferraris benannt, dem Kapitän der Mannschaft von Genoa, der im ersten Weltkrieg gefallen war. Während der Zeremonie zur Namensgebung wurde seine silberne Medaille für militärische Tapferkeit in der Nähe des Tores unter der Gradintata Nord vergraben. 

Zum Stadion gehörte auch die Reitbahn, auf deren Nutzung die Societa Ippica Genovese (Genueser Jockey Club) Ende der vierziger Jahre verzichtete. Während der Meisterschaft 1945/1946 beherbergte das Ferraris-Stadion drei Mannschaften: Genoa, Andrea Doria und Sampierdarenese. Seit 1946 wurde es von FC Genoa und Sampdoria genutzt. Nun war die größte Kapazität erreicht. Den absoluten Zuschauer Rekord verzeichnete man bei einem freundschaftlichen Länderkampf am 27. Februar 1949, als knapp 60.000 Zuschauer den 4:1 Sieg Italiens gegen Portugal bejubelten. 1987 wurde in Vorbereitung auf die Fußballweltmeisterschaft mit dem Umbau begonnen, das 1989 eingeweiht wurde und wir alle heute bewundern. Die ursprüngliche Substanz der Haupttribüne blieb erhalten, was an der gelblichen Fassade erkennbar ist. 
Das vielerorts genannte Marassi zählt für mich nicht nur dank der roten Ziegelsteinoptik zu einem der schönsten Bauwerke Italiens! Es ist auch eines der ältesten noch in Betrieb befindlichen Stadien Italiens. Leider fasst es nur mehr 36.598 Besucher. 

Nicht so eindeutig war heute das Kräfteverhältnis am Spielfeld. Es war ein Duell um einen Platz im sicheren Mittelfeld, wobei Genoa CFC immer ein Auge auf einen Europacupplatz hat. Stets im Visier der Stürmer war heute auch das Tor der Toskaner, knappe 20 Torschüsse sprechen da eine klare Sprache. Nach vielen vergebenen Chancen, einer klaren optischen Überlegenheit und sogar einem Stangenschuss erlöste der Ukrainer Malinowskyj die Rossoblu in der 36. Minute durch einen großartigen Linksschuss, welcher das 1:0 bedeutete. 

Etwas irritierend war der Umstand, dass Genoa nach dem Seitenwechsel nicht nachsetzte, sondern sich von Empoli besonders über die linke Außenbahn stets unter Druck setzten ließ. Deren Drangphase führte schlussendlich zum verdienten Ausgleich. Eine Punkteteilung, die den Toskanern sicher mehr schmeckte als den Grifoni. Da konnte auch das Comeback des über einen Monat mit Knieproblemen fehlenden Superstar Mateo Retegui nichts bewirken. Mit einem Marktwert von 16 Millionen der teuerste Spieler von Genoa. 

Wenn die Hafenstädter heuer das Ziel und den Anspruch haben, sich nach über 13 Jahren wieder für den Europacup zu qualifizieren dann darf man solche wichtigen Punkte, gerade in einem Heimspiel, nicht so leichtfertig liegen lassen.


SpG Neudorf/Parndorf 4-6 ASV Drassburg  17.11.2023

Achtelfinale des Burgenland Cups. Für den heutigen Winner heißt es noch drei weitere Siege und man steht in der ersten Runde des ÖFB Cup! Diese Chance witterte die SpG Neudorf/Parndorf, 

die nach einem fulminanten Kampf erst im Elfmeterschießen scheiterte. Das der Gegner der ASV Drassburg war, immerhin Regionalligist, lässt den Spielverlauf in einem gänzlich anderen Licht erscheinen. 
Leider wollten diesen spannenden Cup Fight nur 120 wetterfeste Zuschauer sehen. Nach anfänglichem Abtasten und einem schnellen 0:1 Rückstand scheiterten die Gastgeber in der 17. Minute zum ersten Mal mit einem brandgefährlichen Konter an Torhüter Haller. Je länger das Spiel dauerte umso gefährlicher wurden die schnellen Angriffe, mit denen man die Abwehr der Drassburger gehörig ins Wanken brachte. Dieses Rezept wurde den Spielern von ihrem Trainer, dem Bundesliga erfahrenen Paul Hafner (spielte in der Meistersaison 1999/00 bei Wacker Innsbruck!), gut vermittelt. Für die beiden Ausgleichstreffer sorgte ein ebenfalls routinierter Spieler, Christopher Pinter, der es bereits zu mehreren Spielzeiten in der Regionalliga gebracht hat. Da in den Cup Regeln keine Verlängerung vorgesehen ist, worüber sich bei 5 Grad und stürmischem Wind keiner beschwerte, ging es direkt ins Elferschießen. Hier hatte Drassburg die glücklichere Oberhand und stieg mit einem Gesamtscore von 4:6 i.E. (2:2) (1:1) ins Viertelfinale auf. Festzuhalten ist aber eine beachtliche Leistung der Neudorfer, die nie aufgaben und an sich das richtige Rezept gegen die Abwehr der Gäste fanden.


SV Antau 1930 7-0 UFC Neckenmarkt 11.11.2023


Seit Jahren versucht der SV Antau den Klauen der 2. Klasse Mitte (siebte Liga) zu entkommen. Immer wieder scheiterte man knapp, gefühlt haben sie den zweiten Tabellenplatz jedes Jahr aufs neue fix gebucht. Heuer führt der Weg aus der Liga wohl oder übel nur über den UFC Sieggraben, gegen den es daheim ein Remis und Auswärts immerhin einen 2:3 Sieg gab! Auch heute lief das Werkl, an diesem ungewohnten 18h Samstag Abend Termin, wie geschmiert. Gegen den Tabellenletzten Neckenmarkt wurde die Tordifferenz mit einem eindrucksvollen 7:0 Kantersieg ordentlich aufgebessert, sehr zur Freude der exakt 151 Zuschauer. Das Ergebnis täuscht allerdings, denn auch die Gäste hatten ihre Spielanteile und Chancen. Da im Frühjahr nur noch fünf Runden zu spielen sind, müssen die Gastgeber auf einen Umfaller von Sieggraben hoffen und selbst eine makellose Rückrunde hinlegen. Ansonst bleibt es erneut beim undankbaren zweiten Platz. 


ASV Neufeld 5-1 SC Trausdorf 11.11.2023

Der "Kohlenferdl", wie sie den jungen Fred Sinowatz nannten, hätte seine Freude an diesem Spiel gehabt. Dieselbe Freude, die er einst dem Verein und den heute agierenden Spielern zum 60 Jahr Jubiläum 1983 wünschte. Das 100jährige Vereinsjubiläum im September diesen Jahres konnte er leider nicht mehr mitfeiern, denn 2016 starb Altbundeskanzler Sinowatz, ein großer Sohn Neufelds. In besagter Jubiläumszeitschrift erzählte er unter anderem von seiner Jugend, die er zum großen Teil am hiesigen Sportplatz verbrachte. Er erinnerte sich vor allem an die große Jutefabrik Hitiag, wie der ASV damals hieß. Seinen Worten nach hat er in den Jahren nach 1945 selbst Hand angelegt, als der Sportplatz wieder aufgebaut wurde. Trotz schwierigster Lebensverhältnisse waren die Jungen, die den Verein damals mit begründeten, immer optimistisch.    

Frohe Mutes waren die Gastgeber auch heute, galt es doch den Abstand auf Tabellenführer UFC Purbach überschaubar zu halten. Mit dem SC Eisenstadt und den Purbachern spielen in dieser 2. Klasse Nord (die siebente Leistungsklasse im Burgenland) immerhin zwei ehemalige Bundesliga Vereine. Ein Novum! 
Apropos Bundesliga: Dort spielten die Neufelder zwar nie, eliminierten dafür im Sechzehntel-finale des ÖFB Cups Wacker Innsbruck. In der Saison 1963/64 ging es mit getauschtem Heimrecht am Tivoli vor über 3.000 Zuschauern hoch her, 3:4 hieß es am Ende für Neufeld! Im Achtelfinale war dann gegen Sturm Graz Endstation. Dennoch eine heroische Leistung. 

Der heutige Gast aus Trausdorf leistete nicht so viel Gegenwehr wie einst die Innsbrucker,  die Sache lief von Anfang bis zum Ende klar auf das Tor der Gäste. Mit einem 5:1 waren diese noch gut bedient. Es gab noch ein paar weitere gute Chancen, die ungenützt blieben. Den Jungen Anhängern der Neufelder war das egal, diese feierten und unterstützten die Spieler in ungewohntem Outfit. Mit der Zeit wurde mir aber klar, warum hier so viele vermummt und mit Skibrille ausgestattet waren. Fand doch im Nachgang eine Apres Ski Party statt.  


SV 7023 Zemendorf 4-2 Bad Sauerbrunn 1b 11.11.2023

Während in der II. Liga Mitte (die fünfte Liga Burgenlands) der Mattersburger Sportverein auf und davon zieht, kam es in Zemendorf zum Derby gegen die 1b der Kurstädter aus Bad Sauerbrunn. 

Ein klassisches Mittelfeld Duell stand heute an. Beide Vereine sind sowohl nach oben als auch nach unten hin in der Tabelle abgesichert. Viel klarer als es die Tabelle erahnen lies war die anfängliche Dominanz der Gäste, was auch die schnelle Führung unterstrich. Die Gastgeber steckten aber nicht zurück und machten mit dem nötigen Einsatz die vorhandenen Defizite wett. Eine Rote Karte für Gausch in der 28. Minute spielte Zemendorf von nun an sprichwörtlich in die Hände. 
Nach dem Pausentee ging es hier so richtig ab, zur Freude der 150 Zuschauer die es sich unter der altehrwürdigen Holztribüne bequem machten. Im Gegensatz zu den Akteuren, denn trotz hohen Tempo und vielen Fouls forderte der Trainer der Einheimischen, Christian Rotpuller, seine Männer in der 54.Spielminute vehement auf, nicht nach jedem Foul zu jammern: "Das ist ein Männersport, stehts auf". 
Kaum glichen die Gäste in der 55. Minute aus, sorgte Pohl nach einem Konter mit einem sehenswerten Heber zum 1:2, was in nummerischer Unterzahl schon einer Sensation glich. Doch Bad Sauerbrunn konnte sich dieser Führung nur kurz erfreuen, denn es klingelte weiter im Minutentakt. Dem 2:2 Ausgleich lässt Brata das 3:2 folgen, indem er die Kugel seelenruhig ins Tor schiebt. Die kampflustigen Zemendorfer gaben dann aber noch immer nicht auf und setzten mit einem 4:2 in der Nachspielzeit den krönenden Schlusspunkt.     


FC Marchfeld Donauauen 2-1 SR Donaufeld 7.11.2023


Das Nachtragsspiel des 15. Spieltages der Regionalliga Ost hätte einen neuen Tabellenführer an das Tageslicht bringen können. Mit einem Sieg wären die Rasenspieler aus Donaufeld am Thron der dritten Liga gestanden,  wo sie wohl mit einem Auge nur allzu gern in die 2.Division schielen. Dort wo sie sich in den 1990er Jahren zwei Spielzeiten durchaus akzeptabel hielten, was ihnen auch eine Einladung zum berühmten Wiener Stadthallenturnier 1991/92 einbrachte. 
Vielleicht waren aber sich die Wiener ihrer Sache heute zu sicher, schließlich reisten sie mit einer Serie von sieben Spielen ohne Niederlage an!  Denn Marchfeld war dem Aufstiegsaspiranten heute durchaus ebenbürtig. Die Gäste waren zwar über weite Strecken überlegen, konnten aber wenig zwingende Chancen herausspielen. Dieses Manko machten die Gastgeber mit Kampf und Einsatz wett, vor allem als der Regen immer stärker wurde. Spätestens in der 80. Minute jubelten die 220 Zuschauer und konnten ihr Glück kaum fassen, als die Marchfelder das Spiel endgültig drehten und das 2:1 erzielten. 
Die Frühjahrssaison ist zwar noch lang, aber mit so einer Leistung zählen die Donaufelder wohl kaum zum Kreis der Titelanwärter.     


SC Kittsee 2-3 UFC Pama 4.11.2023


Mitte der 1970er Jahre sorgte ein kleines Dorf im Nordburgenland für Furore im österreichischen Fußball. Der Arbeitersportverein Kittsee, kurz ASV genannt, schickte sich an innerhalb von fünf Jahren von der Landesliga in die 2. Division durchzumarschieren. Dank Hauptsponsor Polyair im Hintergrund waren auch die finanzielle Mittel vorhanden, um derartiges stemmen zu können. Das von den Gebrüdern Schmidt geleitete Unternehmen sorgte damals für eine Revolution am Reifensektor. Der erste Autoreifen aus Kunststoff wurde entwickelt, aber auch die in die USA und die kanadischen Ölschiefer Bergwerke exportierten Riesenreifen machten die Firma weltweit bekannt, wovon insgeheim auch der Fußball in Kittsee profitieren sollte.  

Samstag, 18. Juni 1977: Eine Runde vor Meisterschaftsende der Regionalliga Ost liegt der ASV mit zwei Punkten Vorsprung an der Tabellenspitze. Aus der letzten Begegnung, die in Wien gegen Wienerberg stattfand, benötigte man einen Punkt, um die Meisterkrone ins Nordburgenland zu bringen. 77 Minuten lang feierten die 500 mitgereisten Fans aus Kittsee ein torloses Unentschieden, das zum Aufstieg reichen sollten. Das plötzliche 1:0 für Wienerberg in der 78. Minuten lies ihre Hupen und Glocken allerdings für kurze Zeit verstummen. Die Schockstarre legte sich aber sehr bald, denn man warf nun alles nach vorne. Vorerst waren die Gäste zu sehr darauf bedacht, keinen weitern Verlusttreffer einstecken zu müssen. Drei Minuten vor dem Abpfiff dann die Erlösung. „Holcik war durchgebrochen und wurde von Siebenhandl und Csarmann aus den Angeln gehoben: Elfmeter! Wer wird diesen Strafstoß ausführen? Niefergall bewies starke Nerven, verwandelte sicher, womit der Kittseer Fußballhimmel wieder in Ordnung war“, so die Burgenländische Freiheit in ihrem Spielbericht. Der ASV Kittsee stand somit als Aufsteiger in die 2.Division fest! 

Der Lohn waren zwei Saisonen (1977/78 und 1978/79) in der zweiten Liga, wo man gegen namhafte Gegner namens LASK Linz, Austria Salzburg, Austria Klagenfurt oder SC Eisenstadt spielte. Die Zuschauerzahlen lagen meist zwischen 1.000-2.000. Ein schier unglaublicher Besucherrekord datiert vom 10. September 1977. Im ersten Derby gegen den SC Eisenstadt säumten über 4.000 Zuschauer den Sportplatz. Das klare 1:3 beantwortete die Frage nach der Nummer eins im burgenländischen Fußball sehr eindeutig, obwohl Kittsee eine ansprechende Leistung bot „und einer Mannschaft unterlag, die heuer sicher zu den stärksten der 2. Division zählen dürfte“, wie es es im damaligen Sportteil hies. 

Was sich drei Jahre später auch bestätigte als der SCE in die 1.Division Aufstieg. Für den ASV hingegen ging es 1979 zurück in die Regionalliga. Als diese aufgelöst wurde hielt man sich noch ein paar Jahre in der Landesliga, ehe man Anfang der 1980er Jahre von dieser bis in die letzte Klasse (2.Klasse Nord) durchgereicht wurde. Das justament zum selben Zeitpunkt auch die geplante Serienproduktion der Autoreifen aus Kunststoff von Hauptsponsor Polyair ins Wasser fiel, ist wohl eine Ironie des Schicksals. 

Ein Gutes hatte die letzte Saison in der 2. Division noch, man durfte automatisch im ÖFB-Cup 1979/80 mitspielen. Was in der ersten Runde mit einem 1:3 Auswärtssieg in Waidhofen begann endete mit einer 2:0 Niederlage im Halbfinale im Praterstadion vor 4.000 Besuchern gegen den späteren Meister und Cupsieger Austria Wien. Das kuriose an diesem Erfolgslauf war die Tatsache, dass die Nordburgenländer kein einziges Spiel zu Hause bestritten! Das Heimrecht bestimmte damals noch das Los. Weitaus skuriler liest sich ein Zitat vom damaligen ASV-Stürmer Hannes Marzi: „In den Medien wurde berichtet, was wohl wäre, wenn Kittsee im Europacup spielt“ 

1991 kam es zur Fusion des 1921 gegründeten, politisch roten ASV Kittsee und des 1953 gegründeten, politisch schwarzen UFC Kittsee. Auf einem Vortrag über 100 Jahre Fußball in Kittsee erklärte Sektionsleiter Valentin am 28. Oktober 2021 die anfänglichen Schwierigkeiten des neuen SC Kittsee. Unter dem Titel „Der Verein, den niemand wollte“ erklärte er die Ziele jenen, welche die Fusionierung der beiden Altvereine nicht befürworteten. Der anfängliche Unmut legte sich aber mit der Zeit und der Verein entwickelte sich zu einem stabilen gesunden mit starker Nachwuchsarbeit. 

Fast 50 Jahre ist es also her, dass die Nordburgenländer für Furore sorgten. Heute spielen sie in der fünften Liga, wo sie im vorderen Tabellendrittel um den Aufstieg in die viertklassige Burgenlandliga kämpfen. Das der Aufstieg in diese aber ruhig noch etwas warten kann, verriet Sektionsleiter Dieter Valentin in einem Interview mit der Kronen Zeitung am 10. Oktober 2023: „Wir sind natürlich unglaublich stolz, dass wir mit unserer Eigenbautruppe oben mitspielen können, mit dem Aufstieg würden wir uns aber lieber noch ein bis zwei Jahre Zeit lassen“. 

Kampf und Leidenschaft konnte man dem SC Kittsee trotz der heutigen 2:3 Niederlage aber nicht absprechen. Leider wohnten diesem Spitzenspiel nur 200 Zuschauer bei, obwohl die Bedingungen bei herrlichem Sonnenschein einen idealen Fußballnachmittag versprachen. Der UFC startete gut ins Spiel und kontrollierte dieses in der Anfangsphase über weite Strecken. Nach dem 1:0 in der 16. Minute (Eigentor von Szegner) schienen sie aber das Spiel aus der Hand zu geben. Das veranlasste die Nummer 18, Markus Fabsich von Pama, in der 22. Spielminute zu einem lautstarken Weckruf an seine Kameraden: „Geht schon verlieren wir nicht den Faden, wir waren so gut in da Partie drin!“. 

Obwohl der SC folglich gefühlt mehr Spielanteile und Eckbälle hatte, führte eine mehr als kuriose Situation in der 36. Minute zum 1:1. Nach einem Foul pfiff Schiedsrichter Manuel Gregorits Strafstoß. Zu diesem trat Markus Szegner an, Tormann Banoci konnte den scharfen Schuss jedoch parieren. Zum Unmut der Gastgeber wurde der Elfer aber wiederholt, nun traf Szegner zielsicher ins rechte untere Eck. In der Pause meinte der Spielleiter auf meine Anfrage nach dem Grund der Wiederholung: „Der Tormann stand nicht mit mindestens einem Bein auf, über oder hinter der Torlinie, somit musste der Strafstoß wiederholt werden“. Klarer Regelverstoß also, was die Regel 14 des ÖFB bestätigt: „Bis der Ball im Spiel ist, muss er zumindest mit einem Fuß auf der Torlinie stehen oder diese berühren“. 

Nach Seitenwechsel war es erneut ein Eigentor, was das Spiel drehte. Diesmal war es Machovec, der den Ball unglücklich ins Kittseer Tor lenkte und dem UFC die 1:2 Führung bescherte. Mit Fortdauer des Spiels hatten beide Seiten ihre Anteile, ausgeglichen war es auch bei den Gelben Karten. Jeweils fünf auf beiden Seiten waren Beleg für eine hart geführte Partie, die dennoch spielerisch ein gutes Niveau zeigte. 

In der 72.  Minute überschlugen sich die Ereignisse erneut. Einem Stangenschuss folgte ein trockener Abstauber von Wisak, der zum großen Jubel der Gastgeber das 2:2 erzielte. Es sollte keine Minute vergehen, ehe Gallus im Gegenzug mit einem schönen Schuss ins rechte Eck das 2:3 erzielte, gleichzeitig der Siegestreffer. Obwohl Kittsee in den Schlussminuten alles nach vorne warf, sogar der Tormann spielte im gegnerischen 16er mit, war das Glück heute auf Seiten des UFC. 

Somit duellieren sich in der ersten Frühjahrsrunde beim Pamenser Derby die beiden Tabellennachbarn von Platz ein und zwei. Wird dieses Derby am 16. März für volle Ränge am UFC-Platz sorgen und schafft es gar einer der beiden in die vierte Liga Österreichs? Es bleibt spannend in der II. Liga Nord. Übrigens steht das besagte Wochenende generell im Zeichen der Burgenland Derbys, wird doch auch in Eisenstadt das Stadtderby zwischen dem SC Eisenstadt und St.Georgen ausgetragen! 

Rapid Wien 3-3 LASK 29.10.2023
 

Mehrere vergebene Chancen auf Seiten Rapids und eine unfassbare Nachspielzeit die ein 3:3 brachte, aber nichts für schwache Nerven war. Das war das Ergebnis der Punkteteilung an diesem nebligen Sonntag Abend. Mit einem Mann weniger war die Leistung der Hütteldorfer in den verbleibenden 25 Minuten sehr überzeugend, vor allem in Punkto Kampf und Einsatz.  
Wenig berauschend war hingegen die Leistung der VAR Kameras. Diese sind scheinbar technisch noch nicht im Jahr 2023 angekommen,  denn die Halbzeitpause dauerte gefühlte 30 Minuten. Obwohl am Spielfeld einwandfreie Sicht von Tor zu Tor war, hing der Rauch der Pyrotechnik unter dem Dach fest, was wohl bei Niederdruckwetter ein permanentes Problem sein wird. Hier wäre die Bundesliga gefragt, ob man im Sinne der Zuschauer nicht temporär den VAR aussetzen kann. Immerhin waren heute wieder an die 20.000 Zuschauer im Stadion!
Man erinnere sich in diesem Zusammenhang an das Spiel Rapid-WSG Wattens am 27. August 2023, wo ohne VAR aufgrund eines technischen Gebrechens gespielt wurde. Was beweist, das die Schiedsrichter und die Bundesliga hier sehr wohl einen Spielraum haben. Dass die Analysen jedes Mal eine Ewigkeit dauern, ist das eine, bei klarer Sicht ewig zu warten, ist aber nicht im Sinne der zahlenden Zuschauer. Hier wäre ein Umdenken nötig und ein Service an die Fans! 


FC Hill Jois 2-3 SC Eisenstadt 28.10.2023


Es ist schon sehr bedauerlich, dass der SC Eisenstadt seit Jahren sein Dasein in der 7. Liga fristet. Derweil gilt der ehemalige Europacupsieger von 1984 (der gewonnene Mitropa Cup gilt als Vorgänger der Champions League bzw. Cup der Landesmeister) als DER erfolgreichster Verein im Burgenland. Eine höhere Liga würde den Hauptstädtern sicher besser schmecken, so wie einst der Wein des ehemaligen Hauptsponsors Roter Husar. Hier ist auch die Wirtschaft gefordert, der Einstieg eines finanzkräftigen Sponsors könnte sicher einiges bewirken. 

Seitens des Vereins wäre man aber auch gut beraten, würde man seine großartige Vergangenheit besser in Rampenlicht stellen und speziell der jüngeren Generation weitergeben. In ihrem Fanshop finden sich zwar massenhaft Textilien, aber keine Schriftstücke, Bücher oder zumindest Broschüren über deren glorreiche Vergangenheit und großartigen Erfolge. Auch nicht über das heurige 70 Jahre Jubiläum des Lindenstadions. Hier würde sich 2024 eine neue Chance ergeben, wo man 40 Jahre Mitropacupsieg feiert... 

Gefeiert wurde zumindest in Jois, wo sich Eisenstadt auf einem mehr als schwierigem Geläuf die effizienteren Chancen erarbeitete und einen verdienten Sieg einfuhr. Der Platz hier war so uneben wie die Weinberge von Hauptsponsor Hillinger, was über kurz oder lang nach einer Generalüberholung schreit. 

Angesagt war heute auch permanente Kritik an Schiedsrichter Velic Adnan, in welche vor allem die Spieler der Heimmannschaft viel Energie investierten. Gewisser Tendenz für Eisenstadt konterte der Spielleiter lautstark in der 19. Minute: "Ich pfeif für niemanden, mir ist das egal"! Diese Klarstellung sorgte allerdings nur für ein paar Minuten für Ruhe...

In der 24. Minute nahm das Spiel sportlich so richtig fahrt auf, Dragan netzte zum 0:1 ein. Jois reklamiert Abseits, doch "der Ball kam von einem Spieler aus Jois", so Schiri Adnan zu der aufgebrachten Heimmannschaft. Die Kritik an permanenter Abseitsstellung der Eisenstädter sollte sich bis zum Ende wie ein roter Faden durch das Spiel ziehen.

Weitere sportliche Highlights waren die Chance der Nr.7, Horvath, der in der 29. Minute alleine aufs Tor zog es aber verpasste die Führung auszubauen. Dafür hatte Jois in der 33. die Chance auf den Ausgleich, der Kopfball verfehlte das Tor nur knapp. Nur ein Foul von Cano konnte den Joiser Sturmlauf in der 41. Minute stoppen,  der den Gegner mit einem Materialtest am Trikot zu Fall brachte.  

Nach dem Seitenwechsel kam Jois zwar immer wieder zu Chancen, Eisenstadt war aber effizienter in dessen Verwertung. Einen schönen Doppelpass in der 52. Minute schloss Horvath mit dem 0:2 ab.  In der 66. Minute lieferte Matias mit einem Steilpass eine gute Vorlage für den Joiser Sturm, die aber nicht genutzt wurde. Es sollte bis zur 83. Minute dauern, ehe Pollreisz nach einer schön herausgespielten Aktion den Anschlusstreffer erzielte.

Dann ging es Schlag auf Schlag, der erste Konter nach dem Wiederanstoß führte zum 1:3, Heindl war der Torschütze. Abermals reklamierten die Gastgeber Abseits. In der Nachspielzeit wurde es nochmal eng, Eisenstadt fühlte sich als sicherer Sieger, vergab Chance um Chance. Dann plötzlich wie aus dem Nichts das 2:3. Nachdem sich zwei Hauptstädter im Weg standen kam über links abermals Pollreisz an den Ball und netzte sicher ins rechte Eck ein. Den Schlusspunkt setzte die Nr.6, Luis Steurer, der mit lautstarker Kritik am Spielleiter sofort die Rote Karte kassierte. 


SK Sturm Graz 2-2 Atalanta Bergamo 26.10.2023

 

Dass Sturm Graz diese Saison Meister werden sollte, mit dieser Meinung steht deren letzter Meistertrainer, Franco Foda, wohl nicht alleine da. Sein gestriges Halbzeitinterview war vielleicht justament zum Zeitpunkt der Tabellenführung ein gutes Omen, dass sie auch am Ende der Saison noch immer vom Platz an der Sonne lachen. In guter Stimmung waren sie am auch gestern, denn dieses Remis in Unterzahl gegen einen am Papier überlegenen Gegner zählte wie ein Sieg. Wenn Kampf, Einsatz und Moral passen ist auch ein 300 Millionen Euro Kader nicht unbedingt ein Garant für Erfolg. 
Viele Euros einbringen wird Sturm in Zukunft mit Sicherheit Alexander Prass, der dank dem schnellen 1:0 die Bergamasken doch etwas verunsicherte. Spätestens nach der roten Karte in der zweiten Halbzeit rechnete wohl niemand mehr mit einem Punkt für Sturm. Zum erstaunen der begeisterten Zuschauer erkämpften sich die Grazer in Unterzahl sogar mehr Chancen als Atalanta!
Was den himmlischen Beistand betraf so hatte der Fußballgott heute mehr Einsehen mit dem Gastgeber und belohnte ihn mit einem Elfmeter, der das 2:2 bedeutete! Die Stars der "La Dea" (die Göttin), wie die Norditaliener auch genannt werden, schlichen mit hängenden Köpfen vom Schlachtfeld. Der verdutzte Trainer Gasperini spielte das Ergebnis im Anschluss zwar etwas runter, es war aber offensichtlich, dass der Stachel nicht nur bei ihm sehr tief saß. Das Rückspiel verspricht ein heißer Abend im kühlen Norden der Lombardei zu werden.      


UFC Pama 4-0 FC Winden 15.10.2023

 

Der 1967 eröffnete Sportplatz der Union war heute Schauplatz einer soliden Vorstellung des neuen Tabellenführers und gleichzeitig ersten Aufstiegsaspiranten in die viertklassige Burgenlandliga. Die Hinweisschilder auf der zum Platz führenden Gasse sind zwar schon etwas verblasst, die Anlage macht aber einen guten Eindruck. Die überdachte Tribüne fügt sich gut in das von Bäumen gesäumte Areal ein, der Name UFC Arena ist jedoch etwas übertrieben. Schönes Detail ist ein schmiedeeisernes Wappen der Sport Union im Eingangsbereich. Ein wirkliches Highlight ist die am Sportplatzgelände etwas abseitsstehende Hubertuskapelle, welche 1850 errichtet wurde und von der Jägerschaft betreut wird. Ähnliches ist mir bisher erst in Polen widerfahren, wo direkt hinter der Haupttribüne von Tarnovia Tarnow am Stadiongelände eine Glaubensstätte steht. 

An einen Sieg vom FC Winden haben heute wohl nicht einmal die größten Optimisten geglaubt, auch wenn man ihnen den Einsatz und Drang zum Tor nicht absprechen konnte. Der UFC hingegen stand unter Zugzwang, konnte dem Druck und der Aussicht auf Platz eins aber bravourös standhalten. Da Kittsee am Samstag in Gattendorf sensationell verlor, lockte für Pama bei einem Sieg als Belohnung der Platz an der Sonne. 

In der ersten Hälfte ging es Schlag auf Schlag. In der siebenten Minute erzielte Markus Szegner nach einem Elfmeter das 1:0. Keine drei Minuten später rollten die überwiegend von der rechten Seite kommenden Angriff weiter auf das Windener Tor. Die Nummer neun, Erik Micovcak netzte zum 2:0 ein. Die Gäste konnten heute zwar über weite Strecken gut mithalten und erarbeiteten sich viele Bälle, deren Angriffe endeten aber meist wirkungslos vor dem 16er.  So auch nach einem Stürmerfoul in der 20.Minute. Der daraus resultierende Freistoß der Nummer 12, Jakub Hrncar, war für den UFC Tormann eine leichte Beute. Ein einziges Mal landete der Ball heute im Tor des UFC. Und zwar nach einem Angriff über die linke Seite, jedoch geschah der Abschluss aus klarer Abseitsposition. Das vermeintliche Tor sorgte zumindest auf der Bank der Gastgeber für einen kurzen Schockmoment. 

„Guad is des, weiter weiter“, so ein lautstarkes Statement von Winden Trainer Zoltan Fekete in der 28. Minute zu seinen Spielern. Aus diesem Hoffnungsschimmer wurde aber nichts, den in der 36. Minute war es erneut Pama, was anschrieb. Peter Gallus war jetzt an der Reihe. Keine vier Minuten später traf der heutige Doppeltorschützen Micovcak nach einem Abpraller aus kurzer Distanz zum 4:0. 

Somit ging es mit einer klaren Führung in die Pause, was schlussendlich auch das Endergebnis bedeutete. Auch wenn Winden, wie in der 50. Spielminute durch Sascha Savorico oder in der 73. Minute einige Möglichkeiten hatte den Anschlusstreffer zu erzielen, sollte es bis zum Ende bei diesem Resultat bleiben. 

Einige Pfiffe des Schiedsrichters sorgten heute für Kopfschütteln auf beiden Seiten, was den Tormann von Winden, Lukas Kolba, in der 68. Minute zu einem lautstarken Weckruf Richtung Spielleiter veranlasste: “Aber Herr Schiedsrichter, du hast doch draußen einen Linienrichter stehen, der wachelt ja nicht einmal, das muss er ja anzeigen…“ Das ganze nach einem Foul an einen UFC-Spieler, welches der Schiri pfiff, der Linienrichter hingegen sah das gar nicht so!    

Ein direkter Freistoß in der 70. Minute, welchen die Nummer 10, Emil Haladej, an die Stange setzte war einer der letzten Höhepunkte in einem torreichen Spiel. Mit dieser Leistung, auch dank dem starken Kollektiv im Mittelfeld und im Sturm, ist der UFC Pama der neue und verdiente Tabellenführer der II.Liga Nord! 


ASV Nickelsdorf 2-1 ASV Zurndorf 30.9.2023

  

"Derbysieger Derbysieger" skandierten die gut 500 Zuschauer auf der Haupttribüne des außerordentlich gut gefüllten Nickelsdorfer Sportplatz. Aufgrund der zwei überdachten Tribünen dürfte sich dieser durchaus als Stadion deklarieren. Es war jedenfalls ein kampfbetontes Derby zwischen den beiden Arbeitersportvereinen aus der Grenzregion zu Ungarn. Garniert natürlich mit etlichen Härteeinlagen, die Schiedsrichter Thomas Kaplan mit 5 gelben Karten ahndete. Beide Kontrahenten zeigten aber, dass sie als Sieger vom Platz gehen wollten, denn das Tempo war gut und es gab etliche Chancen auf beiden Seiten. 
Nach der 1:0 Führung in der 36. Minute forderte der Zurndorfer Trainer Markus Geissler lauthals seine Mannschaft auf "Spiel ma weiter Fußball". Er erinnerte damit seine Jungs an das zu Jahresbeginn ausgegebene Motto "wieder mit schönem Fußball zu überzeugen", wie man in einem Interview lesen konnte. Das nahmen sich die in blau-gelb spielenden Zurndorfer zu Herzen, denn obwohl Nickelsdorf gleich nach Seitenwechsel vor dem Tor scheiterte, gelang alsbald der Ausgleich. Pethö traf nach einem Kopfball in der 59. Minute 1:1, womit wieder alles offen war. Es folgten einige Wechsel hüben und drüben. Was sich nicht änderte waren die rollenden Angriffe, die oft nur von rüden Fouls gestoppt wurden. Da schenkte man sich heute wenig. 
Wirklich sehenswert und die Aktion des Spiels war unter Flutlicht der Konter über die rechte Seite in der 75. Spielminute, welchen der Nickelsdorfer Goalgetter mit der Nummer 7, Robert Kovacs, verwertete. Somit war der Sack zu, die Gastgeber ließen sich den Derbysieg nicht mehr nehmen und feierte diesen wohl bis in die späte Nacht beim hiesigen Oktoberfest. 
Dank der vielen Zuschauer und etlichen Chancen in einem temporeichen Spiel war das eine gute Werbung für das Unterhaus, genauer gesagt für die 6. Liga! 


SV Austria Salzburg 0-4 Red Bull Salzburg 26.9.2023

  

Wohl kein Spiel der Welt hat im Vorfeld jemals mehr internationale Solidarität in Form von Spruchbändern erhalten wie dieses Cup-Duell in der Mozartstadt. Obwohl es gegen den eigenen Totengräber von 2005 ging, war man sich auf den Rängen und im Verein bewusst, was hier am Spiel stand. Aktuell ist ja das Stadion Thema wohl das wichtigste für den Tabellenführer der Regionalliga West. Neben der immensen Aufmerksamkeit der Medien machten sich auch der Herr Landeshauptmann Wilfried Haslauer und Bürgermeister Harald Preuner ein Bild von der Lage. Grödig als Ausweichstadion ist zwar kurzfristig eine Möglichkeit im Falle eines Aufstiegs, für die Stadt Salzburg wäre es aber mehr als blamabel. Vor allem angesichts der großartigen Arbeit im Nachwuchsfußball von Austria Salzburg. So gut man sich als Gastgeber auch auf dieses Spiel vorbereitet hat, war für jeden ersichtlich das dieses Stadion und die gegebene Infrastruktur (wie auch schon zu Bundesligazeiten) gänzlich ungeeignet ist.  

Viel Arbeit war auch das Spiel an sich. Die sportliche Übermacht des Werk Vereins war einfach zu groß. Sie hatten permanent Möglichkeiten und Räume, um ihr Spiel zu machen. Dennoch hielten die Violetten mit Kampf und Einsatz dagegen, sodass die sogenannten Stars von Red Bull einige Male ins Gras beißen mussten. Es war sicher keine Schande, hier als Underdog 0:4 zu verlieren. Der große Sieger waren die jahrelang leidgeprüften Fans von Austria Salzburg und der Verein, welche als Einheit ihre Message des Tages gut transportieren konnte, nämlich die Suche nach einem Stadion! Dank ihrer Disziplin bekam die Öffentlichkeit nicht den erhofften Skandal, vielmehr sahen die Entscheidungsträger das Dilemma, was auf die Violetten im Falle eines Aufstiegs zukommen wird.  


DSV Leoben 1-2 Grazer AK 15.9.2023

  

Mission 2028, so lautet das Motto der Donawitzer mit dem ausgerufenen Ziel 1.Bundesliga. Bis dahin ist es noch ein steiniger Weg, zumindest die Kulisse stimmte aber an diesem stimmungsvollen Freitagabend. Der in seinen Anfangsjahren unter anderem als Werksportverein Donawitz firmierende Verein im Schatten des riesigen Werkes der Voestalpine Stahl (die leider seit 1992 kein Sponsor mehr ist) begrüßte exakt 6.172 Zuschauer im für 6.900 kommissionierten Stadion Donawitz. Eine Euphorie, wie man sie noch aus Zeiten des großen Walter Schachners kennt. Er stürmte hier in den 1970er Jahren für den damals Donawitzer SV Alpine genannten Verein und wurde mit seinen Toren zum Teamspieler. Wohlgemerkt als Spieler der 2.Bundesliga! Sein späterer Weg führte ihn bekanntlich zu Cesena, Torino, Pisa und Avellino.    

Seit der Saison 2023/24 wird das Stadion offiziell Monte Schlacko bezeichnet, ein Name, der laut Aussagen von alten Stadiongehern auf einen ehemaligen Stadionsprecher zurückgeht. Bei seiner Erbauung wurde es wohl auf einer alten Schlackenhalde der Voest errichtet, wodurch sich dieser Name (vergleichbar mit Sankt Hanappi) eingebürgert hat da dieser die Fans in eben jener Willkommen hies. Dies ist aber nur eine von vielen Mythen um die Geschichte des Stadions.    

Gedampft und geraucht haben heute nicht nur die Öfen der Fabrik, auch auf den Rängen war es hitzig, aber immer fair. Selbiges galt für das Spiel, welches der Grazer AK über weite Strecken dominierte und die Chancen effizienter nutzte. Daraus resultierte die 2:0 Pausenführung. Leoben konnte in den zweiten 45 Minuten gut dagegenhalten und sorgte des Öfteren für Konter über die rechte Seite, von der Michael Kingsley mehrere Vorlagen lieferte. Eine davon verwertete Friesenbichler in der 52. Spielminute zum 1:2 Anschlusstreffer. Leoben drängte in der 2. Halbzeit, doch selbst mit einem 3er Wechsel in der 75. Minute konnten sie den Ausgleich nicht erzwingen obwohl sie dem 2:2 näher waren als der GAK dem 1:3. Der Grazer AK machte sich mit dem heutigen Sieg zum Spitzenreiter in der Tabelle. Wobei sich hier bis zum Saisonende bekanntlich noch viel ändern kann, denn sportlich scheint die Liga eine sehr ausgeglichen zu sein.


AC Fiorentina 2-0 Rapid Wien 31.8.2023

 

Eine höchst beachtliche Leistung von Rapid in der Anfangsphase brachte den "La torre di Maratona" fast ins Wanken. Zumindest mussten die heimischen Fans in der Curva Fiesole ordentlich schlucken, sie waren äußerst überrascht, was ihnen die Wiener entgegensetzten. Die wieder stark agierenden Seidl und Grüll ließen die anfänglich sehr euphorischen Zuschauer schnell verstummen. Im mit 2.000 Rapidlern stark besetzten Gästeblock zitterte wiederum das Plexiglas ob des ausbleibenden Torjubels nicht nur beim Stangenschuss von Seidl. Der Auswärtssektor stand heute übrigens im Zeichen des Comebacks vom "Vecchio Capo" Oliver Pohle, der es sich nicht nehmen ließ, den Auftritt vom Block West im violetten Florenz zu dirigieren.   
Zum weiteren Spielverlauf: Auch wenn Hedl wieder eine Glanzleistung hinlegte, so war es nach der Pause schwer dem Druck standzuhalten. Geld schießt nicht immer Tore, aber heute war Nico Gonzalez seine vielen Dollars wert. Bei der Elfmeterentscheidung glänzten die Kollegen vom VAR durch Abwesenheit oder standen wahrscheinlich bei einem Espresso, den diese Entscheidung war schon sehr hart. Der Rest war nun ein Selbstläufer für den Finalisten der vorigen Saison.
Zwar feierte nun das halbe Stadion den Aufstieg von Florenz, über weite Strecken war es jedoch der Block West, der hier im Schatten des Marathon-Turmes das Kommando vorgab.
Dieses Symbol des durch seine D-Form (das D steht für "Duce" Mussolini) bekannten Stadio Artemio Franchi wurde 1932 erbaut. Mit seinen 75 Metern ist er das fünfthöchste Gebäude der Stadt. Im Inneren befindet sich ein Aufzug, der auf zwei Ebenen und an der Spitze halten kann. An der Spitze des Turms befindet sich ein begehbarer Boden, in dessen Mitte sich eine Fahnenstange erhebt, an der eine Fahne gehisst werden kann. Wann dies das letzte Mal passiert ist, ist mir jedoch nicht bekannt. 
Eine Anmerkung noch zur Zuschauerzahl: Hier nennt die offizielle Seite 25.197 zahlende inklusive 2.000 Gästefans, was für italienische Verhältnisse sehr stark ist. Traditionell geben sie auch die erzielten Einnahmen bekannt, welche sich auf 488.597 Euro beliefen was einen durchschnittlichen Ticketpreis von 19 Euro ergibt. 


Rapid Wien 1-0 AC Fiorentina 24.8.2023


Fantastischer Europacupabend in Hütteldorf! Das erinnerte an die großen Spiele gegen Aston Villa und PAOK Saloniki im alten Hanappi. Die gute Stimmung hat sich die Mannschaft heute regelrecht mit Kampf, Mut und Einsatz erspielt, wer hätte das gedacht? 

Bereits in der 10. Minute zitterte das Stadiondach, als ein Kopfball von Grüll das Tor verfehlte. Überhaupt gelang von einer gutstehenden Abwehr ausgehend bis nach vorne sehr viel, auch wenn die letzten Pässe nicht immer ankamen. Wie zum Beispiel nach einem Konter von Schick in der 21. Minute. Man muss aber auch hervorheben das Rapid heute mit 11 Österreicher gespielt hat, davon 5 Eigenbauspieler. Ob das eine Premiere im Europacup war? 

Dann plötzlich in der 34. Minute ein Jubelschrei, der kroatische Schiedsrichter pfeift Elfmeter. Der stark spielende Hoffmann wird am Dress niedergezogen. War sicher berechtigt, solche Vergehen lassen manche Schiedsrichter aber gerne auch durchgehen. Der 1,93m lange Tormann Terracciano erriet zwar das linke Eck, der Schuss von Grüll war aber zu präzise. Die Stimmung und Lautstärke erfuhren in Folge nochmals eine Steigerung, viel mehr geht hier nicht mehr!  

Es war heute der Verdienst der ganzen Mannschaft das man diesen Sieg über die Runden brachte. Hervorheben muss man sicher die Leistung von Tormann Hedl, der einige Male glänzend parierte und Rapid vor Gegentoren verschonte. Nachdem Trainer Barisic sogar die Rapid Viertelstunde mit einklatschte wurde Fiorentina zusehends nervös. Das merkte man an den Reaktionen und den typischen Handbewegungen sowohl der Spieler als auch vom Trainer Italiano. Als seine Mannschaft in der Nachspielzeit den Ball nur mehr hin und herschob war er sichtlich wütend. Das wird eine Nachbesprechung, der man lieber nicht beiwohnen will.

Das Rückspiel wird hart, für Fiorentina wäre es eine Blamage mit so einem Kader bereits im Playoff auszuscheiden. Aber zum Glück entscheidet nicht immer das Geld über den Erfolg…  


SK Pama 1-1 UFC Pama 19.8.2023

Das in der 5. Leistungsklasse Burgenlands ausgetragene Pamener Derby oder umgangssprachlich auch Duell der Pamanesen genannt wird seit der Saison 1962/63 bestritten. Der kroatischstämmigen Minderheit geschuldet ist der Begriff des „Krawodn Derbys“. Vor allem in den letzten 11 Jahren wurde es von fast allen großen Medien als das sogenannte „kleinste Derby Österreichs“ tituliert.

Bei gut 32 Grad bekamen die 450 Besucher eine kampfbetonte Partie zu sehen, wobei Schiedsrichter Roland Braunschmidt in manchen Situationen etwas härter durchgreifen hätte können. So zumindest die Meinung der vielen dutzenden „Schiedsrichter“ im Zuschauerbereich. Die 6 gelben Karten waren jedenfalls durchaus berechtigt und nicht zu wenig. 

Ob der enormen Hitze war das Tempo hier überraschend hoch. Angesichts der Tatsache das es die erste Runde nach der Sommerpause war, fanden beide Seiten jedenfalls gut in das Spiel. Über weite Strecken schien es punkto Ballbesitz ausgeglichen zu sein. Bei den herausgespielten Torchancen waren wiederum leichte Vorteile für den SK Pama zu erkennen. Nach einer ersten Trinkpause in der 24. Minute ging es frisch gestärkt Schlag auf Schlag. Ein Angriff über die linke Seite brachte fast den Führungstreffer für die Gastgeber. Der Schuss von Marcel Szikony verfehlte nur knapp das Tor. Kurz darauf jedoch das viel Umjubelte 1:0 in der 32. Spielminute, wieder war es Szikonya der diesmal aber einnetzte. Das Spiel nahm nun noch mehr Fahrt auf, was bei der Hitze doch beachtlich war. Eine schöne Aktion der Gäste über die rechte Seite mit einem Doppelpass in die Tiefe konnte die Nummer 10 von UFC Pama, Emil Haladej, zum 1:1 Ausgleich verwerten. Ein Spieler mit viel Erfahrung, der in der Sommerpause vom 1. MAV Wiener Neustädter SC kam. 

Nach Seitenwechsel kochten die Emotionen in der 60. Minute erneut über, diesmal aber nicht ob eines Torjubels. Ein Angriff des UFC wurde auf Höhe der Mittelauflage durch ein Faul an Haladej vehement gestoppt, was eine längere Unterbrechung zur Folge hatte. Der Spieler konnte schlussendlich aber weiterspielen. Auch die erhitzten Gemüter auf Seiten der Gastgeber beruhigten sich wieder, nachdem bei dieser Aktion doch ein paar Bierbecher durch die Luft segelten. Bei einem schön herausgespielten Angriff in der 64. Minute hatten die Gastgeber mit einem wuchtigen Kopfball von Szikony erneut Pech, den der neu verpflichtete UFC-Tormann Milan Vincler parieren konnte. Viele der Zuseher sahen den Ball schon hinter der Linie des routinierten Schlußmann, der vor 8 Jahren sogar beim zypriotischen Verein Olympiakos Nikosia ein halbes Jahr spielte.   

In den letzten Minuten drückte der SK Pama vehement, hatte einige Chancen aber haderte heute etwas mit dem Abschluss. Mit ein paar Minuten Nachspielzeit endete das 72. Pamener Derby schlussendlich mit einem Remis, dem 19. in der Derbystatistik! 


SC Neusiedl 1919 0-1 Kremser SC 18.8.2023

Spitzenspiel in der Regionalliga Ost. Die mit 2 Siegen und einen Remis sehr gut in die Saison gestarteten grün-weißen aus der Seestadt empfingen den Tabellenzweiten Kremser SC. Jener Traditionsverein, der vor 35 Jahren österreichischer Cupsieger war und sogar im Europacup spielte. Leider wollten dieses Duell nur etwa 300 Zuschauer sehen, die ein sehr umkämpftes und teilweise zerfahrenes Spiel sahen, zu dem auch der Schiedsrichter seinen Teil beitrug. Der gute Saisonstart von Neusiedl scheint verpufft, den ein kontrollierter Spielaufbau fand selten statt. Auch der zur Pause gebrachte Matchwinner Patrick Kienzl, welcher den Siegestreffer im letzten Auswärtsspiel in Oberwart erzielte, konnte keinen Umschwung bringen. Krems hingegen nutzte die wenigen Chancen und steht jetzt dank Torschütze Simon Temper an der Tabellenspitze.  
Zumindest in Sachen Infrastruktur wäre den Wachauern ein Aufstieg in die zweithöchste Spielklasse wirklich zu vergönnen, verfügen sie doch mit dem 10.000 Zuschauer fassenden Sepp-Doll-Stadion über eine perfekte Anlage!


Debreceni VSC 0-5 Rapid Wien 17.8.2023

Es wäre wohl nicht Rapid, würden sie nicht in unregelmäßigen Abständen für eine Überraschung sorgen! So auch in Ostungarn , wo wirklich vieles gelang und die Chancen optimal ausgenützt wurden. Auch wenn der Gegner nur ins eigene Tor traf.  Da konnte der pingelige Schiedsrichter Stavrev noch so viele Gelbe Karten geben, heute sollte das Glück Rapid hold sein. 
Im Playoff wartet die Fiorentina, die letzte Saison erst im Finale gegen West Ham knapp mit 1:2 verlor. Aktuell sind die Toskaner zwar noch nicht in die Serie A gestartet, befinden sich aber mitten in der Vorbereitungsphase. Die letzten Spiele endeten 7:1 gegen Sestri Levante und 1:1 gegen den griechischen Erstligisten OFI Kreta. Man wird sehen ob das liebe Geld Tore schießen wird, bei einem kolportierten Marktwert von bis zu 300 Millionen darf man sich wohl auf einiges gefasst machen.    


Rapid Wien 0-0 Debreceni VSC 10.8.2023


Nachdem Debrecen erst vorige Woche im mehr als dramatischen Elmeterschießen gegen Alashkert aus Armenien in die nächste Runde gestolpert ist, waren die Ungarn ein unerwartet spielstarker Gegner der sogar zwei Stangenschüsse verbuchen konnte. Hingegen konnte Rapid wie so oft in der Vergangenheit die vielen Chancen nicht nutzen. Somit wartet beim Rückspiel in Debrecen ein heißer Tanz vor ausverkauftem Haus. Bei einem Aufstieg ins Play Off würde die Fiorentina warten, eine echte Hausnummer im italienischen Fußball! 

Zalaegerszegi TE FC 1-2 NK Osijek 3.8.2023

Nach der 1:0 Niederlage im Hinspiel brachte sich Zalaegerszeg im Rückspiel nach vielen vergebenen Chancen selbst um den Aufstieg. Schlussendlich gewann Osijek nach schneller aber sehr abseitsverdächtiger Führung mit 1:2 und stieg mit einem Gesamtscore von 1:3 in die dritte Qualifikationsrunde der UEFA Europa Conference League auf, wo Adana Demirspor wartet.