SC Freistadt Rust 4-0 UFC Oggau 20.4.2024

 

Keine zwei Kilometer trennen Rust und Oggau am wieder gut gefüllten Neusiedler See, die gestern im sogenannten See-Derby aufeinander trafen. Aber auch für die Tabelle war es ein wichtiges Spiel, schielt man in Rust doch in Richtung fünftklassiger II. Liga. Bei einem Sieg könnten die Hausherren im äußerst knappen Aufstiegskampf die Tabellenspitze übernehmen, wo man sich zuletzt mit Sankt Andrä, Neudorf, Frauenkirchen und Wallern Woche für Woche duelliert.

Duell ist auch ein gutes Stichwort für dieses Derby, den ein Rückblick auf die Geschichte dieser Rivalität ist äußerst kurios und sucht in Österreich wohl seinesgleichen. Das Rust eine Freistadt ist und mit knapp 2.000 Einwohnern landesweit als der kleinste Verwaltungsbezirk/Statutarstadt gilt ist sicher hinlänglich bekannt. Doch das einst ein „Seekrieg“ für die schlechten Beziehungen zwischen beiden Städten schuld war, ist vielleicht dem einen oder anderen unbekannt. 

Ein Blick in die Chronik der Freistadt Rust verrät (auszugsweise), wie es am 6. November 1866 zu diesem Massaker kam: Im Jahre 1866 entwickelte sich eine kriegerische Auseinandersetzung zwischen den Rustern und Oggauern, welche als Seeschlacht zwischen Oggau und Rust in die Geschichte eingeht. Umstritten war die Zugehörigkeit der Wiesen auf den Erbfischwässern sowie der Verkauf des gesammelten Fischgrases in einer notvollen Zeit, in welcher der Neusiedler See ausgetrocknet war. Am 5. November 1866 befand sich noch eine große Menge dieses trockenen Fischgrases am Oggauer Hotter, welches auch teilweise schon verkauft war. Viele Ruster wünschten nun, sich dieses Gewächs, fremdes Eigentum, zu annektieren. Dazu sahen sie, größtenteils Protestanten, die zwei hohen Gemeinde-Feiertage der echt katholischen Gemeinde Oggau als idealen Zeitpunkt vor. Die Zeit der Andacht benützten die Ruster also zum Raub. Während eines dreistündigen Gottesdienstes fuhren sie mit 30 bis 40 Wagen auf das Oggauer Gebiet hinüber, raubten den armen Leuten ihre Streu, und führten dieselbe ungehindert nach Rust. Als die Oggauer nach dem Ende des Gottesdienstes nach ihrem Eigentum Ausschau halten sahen sie die Bande von Räubern. Sie beanspruchten sofort ihr Eigentum und auch das Oggauer Ortsgericht kam hinzu, um den Streit zu schlichten. Infolgedessen gab der Ruster Stadthauptmann das Kommando zum Feuer; und auf einmal krachte es aus 15 bis 20 scharf geladenen Mordgewehren gegen die noch immer Wehrlosen Oggauer. Zwei fielen, ein Dritter erhielt einen schweren Kolbenschlag auf den Kopf. Viele Kinder und Erwachsene Oggaus erhielten Schrott in Leib und Füße, es floss unschuldiges Blut. Als die Ruster ihr Blei verschossen haben, setzen sich verständlicherweise die Oggauer zur Wehr und holten die mit leeren Gewehren flüchtenden Räuber ein und mehrere von denselben mögen mit durchbläutem Rücken zu Hause angelangt sein. Das Urteil des Strafgerichtshof im sogenannten Raufhandel wurde am 19. April 1870 gefällt. 14 Ruster erhalten Gefängnisstrafen zwischen einem Jahr und einem Monat, 20 Oggauer müssen zwischen einem Monat und sechs Monaten hinter Gitter.

158 Jahre später geht es da schon viel gesitteter zwischen beiden Städten zu, wenngleich sich eine gesunde Derbyrivalität mit Emotionen, wie es sie seit jeher am Fußballplatz gibt, entwickelte. Das konnte man auch gestern wieder sehen. Auch wenn so mancher Schlachtruf in vergangenen Derbys in einer Zeit der „Political correctness“ warum auch immer nicht jedem ins Konzept passte, so blieb es doch immer fair. 
Und sportlich betrachtet hatte Rust sowieso darauf zu schauen, dass der Derbyfluch endlich besiegt wird. Datiert der letzte Sieg gegen Oggau doch vom 8. September 2019, wo man die heutigen Gäste mit einer 6:2 Packung nach Hause schickte. 

Bei wechselhaften Bedingungen, von Sonnenschein und Regen war alles dabei, verfolgten an die 450 Zuschauer im Weinstadtstadion ein in der ersten Halbzeit vom Gastgeber dominiertes Spiel. Was die Besucherzahl angeht, schwankte diese jedoch sehr, der einsetzende Regen und die windige Kälte vertrieb immer wieder die nicht so standhaften. Hier wäre es an der Zeit, an eine zumindest kleine überdachte Tribüne zu denken. Platz genug ist auf der gepflegten und weitläufigen Anlage zuhauf. Der Abzug der Gästefans, lange vor Abpfiff, ist hingegen wohl eher der Enttäuschung über die Derbyschmach zuzuschreiben.  

Diese nahm eindrucksvoll und äußerst klar ihren Lauf. Man ließ Oggau nur wenige Möglichkeiten sich an das Tor der Ruster heranzutasten. Im Gegenzug vernebelte man selbst Chance für Chance, ehe nach gut 25 Minuten Spielzeit und einem schönen Doppelpass Nemeth endlich das ersehnte 1:0 erzielte. Einen Elfer kurz vor Seitenwechsel nutzte Orszagh, um vermeintlich alles klarzumachen. 

Doch auch wenn die Hausherren den Vorsprung bis zur 94. Minute auf 4:0 ausbauten, so hatte man den Eindruck das die Disziplin und der Einsatz insbesondere der Abwehr stark nachließ. Oggau hatte etliche Möglichkeiten auf das eine oder andere Tor, scheiterte aber am eigenen Unvermögen. Die Abwehrkette von Rust könnte im Aufstiegskampf noch das Zünglein an der Waage sein. Hier gilt es für den langgedienten Ruster Trainer Özgür Nurlo die Schrauben noch weiter anzuziehen. Bei einem derart knapp zusammenliegenden Quartett, wie es in der 1. Klasse Nord der Fall ist, dürfte am Ende die Tordifferenz den Ausschlag für den Meistertitel geben.

Ein Aufstieg würde für Rust sicher viel bedeuten, obwohl der größte Erfolg der Vereinsgeschichte beinahe 60 Jahre zurück liegt. Damals waren Rohrbach, Oberwart oder Neusiedl die prominenten Gegner in der Landesliga 1966/67. Und je nach Klasseneinteilung wäre ein Wiedersehen mit dem ein oder anderen Gegner von damals auch in Rust bald wieder möglich. 

Bis dahin wartet auf die Mannschaft aus der Stadt der Störche noch viel Arbeit, so wie auch für die Symbolträger selbst. Diese hatten während dem Derby regen Flugverkehr und sichtbar viel Arbeit mit dem Nestbau. Während die Ruster Spieler den Derbysieg feierten, hatten die Störche Feierabend und suchten zwischen den abertausenden Weinstöcken rund um Rust seelenruhig ihr Futter, unbeeindruckt von den vielen heimfahrenden Spielbesuchern.  

Fazit: Das See-Derby im Norden Burgenlands hat sich in den letzten Jahren zu einem beeindruckenden Duell entwickelt, was Zuschauer aus Nah und Fern anlockt. Besonders hervorzuheben sind hier klar die beiden Fangruppen, die mit bunten und äußerst kreativen Choreografien dem Spektakel eine besondere Note geben. Solche Spiele sollte sich auch der ehemalige UEFA Mitarbeiter und neue Präsident des burgenländischen Fußballverbandes, Georg Pangl, einmal genauer ansehen. Auch um über die Sinnhaftigkeit der gerade für kleine Vereine schwer zu stemmenden Geldstrafen für die Verwendung von Pyrotechnik nachzudenken. Solch ein Spektakel gibt diesen Derbys eine besondere Note und gefährdet absolut niemanden. Hier gilt es als neuer starker Mann an der Spitze ein Zeichen zu setzen und die Verbandsstrafen zu ändern bzw. ein für alle Male abzuschaffen! 

SC/ESV Parndorf 2-2 ASV Siegendorf 12.4.2024

 

Showdown in der Burgenlandliga! 

Das absolute Spitzenspiel um die Tabellenführung zwischen Parndorf und Siegendorf wurde gestern Abend, unter Bundesliga tauglichem Flutlicht, vor einer großartigen Kulisse ausgetragen. In ihrer Spielvorschau haben die Gastgeber ihr Stadion sogar in „Stadio della Heideboden“ umbenannt. Beim Anblick der dichtbesetzten Ränge wurden jedenfalls Erinnerungen an die Zeiten wach, als Parndorf 2006/07, 2007/08 und 2013/14 in der 2. Bundesliga spielte. 

Seither hat sich nicht viel verändert im und um das Heidebodenstadion, welches 1992 samt seiner Haupttribüne und Trainingsplätzen neu eröffnet wurde. Ein Rückblick in die Geschichte verrät, dass jenes Stadion davor, an gleicher Stelle, ein viele Jahrzehnte mit Holzplanken eingezäunter Sportplatz war. So wie damals jeder andere auch im Burgenland. 

Ebenfalls nicht verändert ist auch heuer wieder die Zielsetzung der Parndorfer: Aufstieg in die Regionalliga. Seit Jahren schon versucht der heutige Gastgeber den Fängen der Burgenlandliga zu entkommen. Was die Infrastruktur betrifft, wäre das Stadion sicher auch heute noch, trotz veränderter Ansprüche der Lizenzgeber, mehr als geeignet.   

Glasklar war die Ausgangslage des gestrigen Battles. Parndorf hatte auf Platz zwei stehend einen Rückstand von drei Punkten auf Siegendorf. Ein Verein, der aufgrund seiner Kadergröße, den vielen Ex-Profis (Christoph Kröpfl, Dominik Wydra, Stephan Auer oder die Tormaschine Lukas Grozurek) und dem offensichtlich höheren Budget als klarer Aufstiegsfavorit gilt. Auf der anderen Seite jedoch steht dem Gastgeber mit dem Ex-ÖFB Präsidenten Gerhard Milletich ein erfahrener Mann an der Spitze, welcher den Verein einst zu dem machte, was er heute ist. 

Insgesamt 1.000 Zuschauer haben sich bei besten Fussballwetter eingefunden. Sie sahen eine erste Halbzeit, die in ihrer Anfangsphase sehr vom Abtasten geprägt war. Es dauerte etliche Minuten, bis beide so richtig ins Spiel fanden und die Stürmer ihre Chancen erarbeiteten. Die stärkste Phase der Siegendorfer nahm in der 30. Minute ihren Lauf, als Grozurek mit einem Volleyschuss den Parndorfer Keeper prüfte. In weiterer Folge scheiterten die Gäste nach einem Freistoß in der 38. Minute am Torpfosten. Und wie so oft passiert, wer die Tore nicht macht bekommt sie. Diese alte Weisheit bewahrheitete sich auch heute, den die Parndorfer erzielten kurz vor dem Pausenpfiff wie aus dem Nichts das 1:0. Jani sprintet nach einem genialen Pass allein auf den Tormann zu und bezwingt diesen problemlos.  

Was man auf jeden Fall loben muss, ist die überaus faire Spielweise beider Vereine, sodaß der Schiedsrichter kaum Arbeit hatte und weder rot noch gelb rausholen musste. Auffallend war auch, dass die Parndorfer vor Anpfiff den Rasen wirklich intensiv bewässert haben. Vielleicht ein kleines Hilfsmittel, um den Siegendorfern ihr schnelles und druckvolles Kombinationsspiel zu erschweren für das sie bekannt sind? 

Auch in der zweiten Halbzeit gibt es Chancen auf beiden Seiten, Torgefährlicher waren nun aber die Gäste, wenngleich Parndorf mehr Spielanteile hatte. Bereits nach wenigen Sekunden notierte Siegendorf erneut einen Stangenschuss, ein starker Beginn. Es sollte bis zur 63. Minute dauern, als völlig unerwartet Zeco zum Ausgleich einnetzt. Jetzt läuft es für die rotweißen wie geschmiert. 5 Minuten später ist es erneut Zeco, der heute fast immer goldrichtig steht und zum Leidwesen der Parndorfer das Spiel dreht. Sein Tor zum 1:2 wird von den vielen Gästefans lautstark umjubelt.

Kurz vor Schluss hätten die Siegendorfer Ex-Profis mit ihrer langjährigen Erfahrung beinahe alles klar machen können. Aber sowohl Grozurek als auch Auer finden in Torhüter Kraus ihren Meister. Und wie schon in Halbzeit eins auch passiert, wer die Tore nicht macht…dank 5 Minuten Nachspielzeit kommt Parndorf nach einem Eckball nochmal vors Tor der Gäste. Pinter hat alles Glück der Welt und egalisiert mit seinem Schuss aus kurzer Distanz die Führung. 

Ein spannendes und sehr faires Spiel ging mit einem Unentschieden zu Ende. Für Siegendorf eine verpasste Chance, die Tabellenführung weiter auszubauen. Da Parndorf in der kommenden Runde „dank“ Ritzing spielfrei hat, muss man auf Umfaller der Siegendorfer hoffen, um im Aufstiegsrennen im Spiel zu bleiben. Realitisch gesehen werden sich die Parndorfer diesen wohl erst in der Saison 2024/25 mit dem Mattersburger Sportverein ausmachen, die aus der II. Liga raufkommen…      

Sportclub Gattendorf 2-0 FC Andau 6.4.2024

 

Die 2024 ungeschlagenen Gattendorfer hatten heute vor gut 200 Zuschauer im Kampf gegen den Abstieg den unmittelbaren Konkurenten aus Andau zu Gast. Bei sommerlichen Temperaturen bestimmten die Gastgeber über weite Strecken das Spiel. Aus einer sicheren Abwehr herauskommend war der Drang zum Tor zwar unermüdlich, wirklich Torgefährlich wurden sie in Halbzeit ein aber nur einmal. In der 25. Minute war es Dominik Krankl, dessen Schuss das Ziel knapp verfehlte. Aber auch die Gäste konnten in der 37. Minute nur eine 100%ige notieren. Auffallend war generell die faire Spielweise, trotz der Brisanz und der Wichtigkeit der heutigen Partie. Das schien auch dem Schiedsrichter zu gefallen, den der pfiff nicht jedes kleine Foul, was phasenweise einen flüssigen Spielverlauf garantierte. Unterbrochen wurde dieser einzig von ein paar Trinkpausen, die der frühsommerlichen Hitze geschuldet waren. 

Auch wenn Andau besser in die zweite Hälfte ging, war es Gattendorf, das in der 64. Minute nach einem Konter in Führung ging und für großen Jubel bei den Zuschauern sorgte. Nun kontrollierten die Einheimischen wieder das Spiel und bauten den Vorsprung in der Nachspielzeit sogar aus. 

Diese zwei Tore können am Ende noch sehr wichtig sein im Kampf gegen den Abstieg. Zumindest ist man mit diesen drei Punkten vorerst am rettenden 11. Tabellenplatz der fünften Liga. Mit einem Punkt Vorsprung auf die rote Zone ist das Polster aber sehr gering. Auch die Tordifferenz ist schlechter als die der Tabellennachbarn. Es gilt dranzubleiben. Auch wenn Gattendorf seit fünf Spielen ungeschlagen ist, hat künftig jede Partie die Bedeutung eines Endspiels. Spannend bleibt die Abstiegsfrage auf jeden Fall, den ob nun zwei oder drei Vereine runter müssen, hängt aber wie immer von den oberen Ligen ab.  

SV Oberwart 0-6 SR Donaufeld 5.4.2024

 

Sorgte Oberwart in der Vorwoche noch für positive Schlagzeilen, indem sie in Krems eine völlig verrückte Partie drehten und drei Punkte mitnahmen, so fanden sie heute in Donaufeld ihren Meister. Obwohl das Ergebnis eine deutliche Sprache spricht, schnupperten die Südburgenländer zumindest in der ersten Hälfte ein paar Mal am Tor der Wiener. Doch sowohl der Torschuss in der 20. Minute als auch die vier Eckbälle hintereinander in der 38. Minute brachten die Gäste kaum in Gefahr. Diese war in der 44. Minute gegeben, den ein Foul an Simon Radostits auf Höhe der Mittelauflage hätte klar mit Rot bewertet gehört. Spätestens nun wurden auch die Stimmen aus dem Publikum laut, welches der Meinung war es handelt sich um ein sehr „Wien lastiges Schiedsrichtertrio“. 

Mit sechs Toren waren die Gastgeber jedenfalls noch gut bedient. Donaufelds Sturm erarbeitete sich Chance um Chance und machte das Spiel über weite Strecken sehr einseitig. Hier fehlte es den Oberwartern heute an der Durchschlagskraft. Das konnte auch der im Winter geholte Stürmerstar Rajko Rep (spielte bei Austria Klagenfurt, LASK Linz, Hartberg etc.) nicht ändern. 

Anspruch und Wirklichkeit klaffen also im Moment noch weit auseinander, hat man bei Oberwart doch ganz andere Vorstellungen und Ziele. Dies hörte man auch bei einem Interview im Februar (Quelle Kronen Zeitung 8.2.2024), wo der sportliche Leiter Lehner diese klar definierte: „Es ist ganz klar unser Ziel und auch unser Anspruch, in fünf Jahren im Profibereich zu sein“.

Was auf jeden Fall für einen Aufstieg sprechen würde, ist das Informstadion und die umliegende Infrastruktur, welche absolut geeignet ist für eine 2.Liga. Neben einer Haupttribüne und einem sehr starken Flutlicht (400 Lux) gibt es ausreichend Platz für einen eventuellen Ausbau oder einen notwendigen Gästesektor. Eine Liga, wo man bekanntlich zuletzt in den 1990er Jahren vertreten war und die Massen ins Stadion strömten. Von 5.000, wie 1992 gegen Donawitz oder 6.500 gegen den Grazer AK 1994 ist man dennoch weit entfernt. Aktuell ist der Zuspruch eher dürftig, was auch die heute 550 zahlenden Besucher belegten. Dabei hätten sich die Südburgenländer, gerade nach dem heroischen Sieg in der Vorwoche, eine weit größere Kulisse verdient! 

UFC Pama 0-3 SV Wimpassing 31.3.2024

 

Am Ostersonntag kam es zu einem um die Tabellenführung vorentscheidenden Spiel in der II. Liga Nord. Wimpassing musste alles riskieren, um den Anschluss nicht zu verlieren. Für ein Spiel dieser Konstellation absolut unwürdig war die Kulisse, die angegebenen 200 Zuschauer im Spielbericht waren sehr wohlwollend geschätzt. Immerhin hat man die Chance auf den Aufstieg in die Burgenlandliga! Warum dies die Bevölkerung nicht honoriert, ist ein Rätsel.

Bei bestem Wetter waren es die Gäste, die das Spiel nach Strich und Faden dominierten und dem UFC kaum Chancen boten. Mit enormem Drang aufs Tor erspielten sich die Wimpassinger viele Möglichkeiten, die ersten in der 10. und 16. Minute. In der 21. Minute schockten die Pamenser mit einem Weitschuss von der Mittelauflage Torhüter Bubak, der das Glück hatte, das der Ball das Tor verfehlte. Dies war über das gesamte Spiel eines ihrer wenigen Ausrufezeichen. 

Kurz vor der Pause wurden die vielen Chancen der Gäste endlich zu zählbaren Erfolgen. In der 39. Minute war es Heinicker, der zum 1:0 traf. Ein paar Minuten später erhöhte Marchuk zum 2:0. Mit dieser klaren Führung in der Tasche konnte Wimpassing beruhigt zum Pausentee schreiten.  

Nach Seitenwechsel änderte sich wenig am Spielverlauf, einzig die Gastgeber wurden nervöser und auch das Mannschaftsgefüge scheint nicht das beste zu sein, was einige lautstarke Diskussionen seitens des Kapitäns erahnen ließen. Mit 0:3 war der UFC noch gut bedient, den Wimpassing hatte über die 90 Minuten gesehen gut und gerne fünf weitere 100% Torchancen. An der Tordifferenz wird es am Ende nicht liegen, sollte der Aufstieg verpasst werden.

Auffallend war jedenfalls die für solch ein Duell faire Spielweise der Gäste. Die von Trainer Hornek (2018/19 Co-Trainer beim VfB Lübeck) gut eingestellte Wimpassinger Elf lies heute wahrlich nichts anbrennen und positionierte sich als echter Aufstiegskandidat im Schatten des UFC Pama. Positiv hervorzuheben ist abschließend der Fakt, das über die gesamten 90 Minuten sechs Spieler aus dem eigenen Nachwuchs für den SV Wimpassing aufliefen, was auf eine gute Nachwuchsarbeit deuten lässt.

ASV Hohenau 2-1 SK Ernstbrunn 30.3.2024

 

1989 bis 1991 spielte ein gewisser Antonin Panenka in den Reihen eines sehr traditionsreichen Vereins, dem ASV Hohenau, an der tschechischen Grenze. Von Spielern solcher Qualität konnte man beim heutigen Duell der Gebietsliga zwar nur träumen, dennoch verzeichnete der Gastgeber einige gute Schüsse aufs Tor der Ernstbrunner. Erste Höhepunkte waren in der 13 Minute zu sehen, als auf beiden Seiten kurz hintereinander nur dank der beiden Tormänner die Führungstreffer verhindert wurden. Vor allem der überragende Schlussmann von Ernstbrunn, Mistelbauer, lieferte eine starke Leistung.

Je länger die erste Halbzeit dauerte, desto mehr Anteile hatte der SK Ernstbrunn und konnte sich in Folge viele Möglichkeiten erarbeiten. Es war aber Hohenau, welches schließlich in der 25. Minute mit 1:0 in Führung ging. Den verdienten Ausgleich erzielte nach einem Doppelpass Voglmayr in der 51. Spielminute. Danach drehte sich das Blatt jedoch zu Gunsten des ASV und der Spielverlauf zog sich Richtung Tor der Ernstbrunner. 

Es sollte nun bis zur 90 Minute dauern, als Delic den Treffer zum 2:1 Heimsieg erzielte und der ASV Hohenau somit seinen Platz im vorderen Tabellendrittel absichert. 

USC Schletz 3-1 AFC Haugsdorf 30.3.2024


Im Niederösterreichischen Fussballverband gibt es die Sonderheit, das im Weinviertel zur Saison 2019/20 die sogenannte Bezirksklasse Weinviertel ins Leben gerufen wurde. Im Ligasystem bedeutet dies die neunte Leistungsklasse. Bis zu jener Saison waren die Vereine in der 3.Klasse Region Mistelbach eingegliedert, da es früher ab und zu mehrere dieser 3.Spielklassen gab. Eine interessante Begebenheit ist in dieser Bezirksklasse der Verzicht auf die Eintrittsgelder. Warum man hier auf diese Einnahmen verzichtet, ist nicht nachvollziehbar, auch wenn die Zuschauerzahlen überschaubar sind. 

Die heutige Partie war am Papier klar. Haugsdorf als überlegener Tabellenführer war der Favorit. Erschwerend kam der sehr starke Wind auf der offen gelegenen Anlage hinzu, was Pässe und Flanken oft zu einer Lotterie machte. Ein Spiel, quasi „Vom Winde verweht“. 

Zur Überraschung der knapp 100 Zuschauer war es aber der USC, welcher die wenigen Chancen (oder Abwehrfehler der Gäste, das ist Ansichtssache) nutzte und mit 2:0 die erste Halbzeit beendete. Die Pausenansprache von Trainer Diem war entsprechend deutlich, die ausgegebenen Parolen wurden jedoch auch in den kommenden 45 Minuten nicht umgesetzt. Viel mehr waren die Gäste mit Kritik an den Entscheidungen des altgedienten Schiedsrichter Kalr Veselka beschäftigt, der offensichtlich eine härtere Gangart aus der Vergangenheit gewohnt ist und diese auch hier so praktizierte. 

In der 80.Minute gelang Haugsdorf noch eine Kosmetik des Ergebniss. Nach einem berechtigten Elfmeter netzte Vaculka zum 3:1 ins rechte Eck ein. Es gilt festzuhalten des dem AFC der Aufstieg auch nach dieser Niederlage sicher scheint, jedoch muss man in den verbleidenden 10 Runden mit mehr Engagement ans Werk gehen, um nicht den ganzen Vorsprung zu verspielen.



UFC Purbach 4-2 ASV Neufeld 29.3.2024
 

Steil bergauf zeigt die Formkurve der Purbacher, die vor etlichen Jahren noch Stammgast in der fünftklassigen Burgenlandliga waren, ehe man im Sommer 2016 freiwillig in der siebenten Liga neu begann. Grund war damals der Rückzug von Obmann und Sponsor Harald Neumayer. 

Es war sicher einer der schmerzhaftesten Momente in der Geschichte eines Vereins, der 1982/83 landesweit bekannt wurde. 30 Runden lang beehrten die Purbacher in jener Saison die 2.Division, wobei der sportliche Erfolg leider sehr zu wünschen über lies. Auch der Zuschauerzuspruch hielt sich mit 2-600 zahlenden sehr in Grenzen. Man muss hier jedoch festhalten, dass zu der Zeit mit dem SC Eisenstand und dem SC Neusiedl gleich zwei Vereine in der 1.Division spielte und entsprechend die Massen anlockte. Für die geographisch in der Mitte liegende und knapp 2.000 Einwohner zählende Gemeinde war dies dennoch ein großer Erfolg, wenngleich er sich kaum mehr wiederholen wird. Überhaupt waren die 1980er Jahre eine Wohltat für den Burgenländischen Fußball, denn auch Oberwart beehrte kurze Zeit später die 2.Division. Von all diesen Erfolgen ist man heute leider weit entfernt, egal wohin man im sonnigsten Bundesland blickt.

Was den UFC Purbach betrifft, scheint es, als ob man nach langen Jahren wieder bereit ist, sich aus der letzten Leistungsklasse (2. Klasse) zu verabschieden und den Weg in die 1. Klasse im Visier hat. Den Erfolgslauf gutieren im heutigen Spitzenspiel immerhin 550 Zuschauer, das sind 50 mehr als 1983 zum Spiel gegen Vorwärts Steyr in der 2.Division kamen! Fairerweise muss man sagen, das auch die mit dem Bus angereisten Neufelder einige Fans mitbrachten.

Sie alle sahen ein flottes und torreiches Match, auch wenn das Spielfeld an einigen Stellen sanierungsbedürftig ist. Purbach war in der Chancenauswertung effizienter, beim 1:0 bedurfte es der Mithilfe eines Neufelder Spieler, der den Ball nach einer Ecke der Gastgeber ins eigene Tor beförderte. 

Mit der 2:0 Pausenführung schien es, als ob die von Trainer Castek gut eingestellte Mannschaft ihre Tabellenführung weiter ausbauen kann. Spätestens nach dem 4:0 durch Holemar war die Angelegenheit durch und die große Anspannung schien verflogen. 

Dachte man, den trotz einem Mann weniger erspielte sich Neufeld just in den letzten Minuten die besten Chancen und kam in den Schlussminuten bis auf zwei Tore heran. Purbach feierte nun verdient den wichtigen Heimsieg gegen einen direkten Konkurrenten, wenngleich es noch zehn lange Runden sind und noch alles passieren kann.

 

Mattersburger Sportverein 4-1 SC Bad Sauerbrunn 1b 28.3.2024

 

Das die Mattersburger auch die fünfte Liga, sprich II. Liga Mitte mehr als dominieren, ist angesichts des großen Kaders keine Überraschung und ein Aufstieg in die Landesliga (=Burgenlandliga) nur mehr eine Frage der Zeit. Der Zuschauerzuspruch ist ebenso beachtlich und ein Lohn der offenbar guten Arbeit, die man hier verrichtet. Auch heute pilgerten trotz Dauerregen und Spieltermin an einem Donnerstagabend 600 Besucher ins Stadion. 

Ein Stadion, welches sich völlig verändert gegenüber den Zeiten in der Bundesliga präsentiert. Durch seine unzähligen monströsen Stahlrohrtribünen erreichte man hier einst astronomische Zuschauerzahlen von bis zu 18.600, wie im Cup gegen den Grazer AK am 9. April 2003 geschehen. Es war damals aber auch wegen dieser mobilen Ungetümer eines jener Objekte, die bei jedem Architekturbewerb durchfallen würden. Und damit meine ich nicht den zuletzt misslungenen und am 26. Dezember 2019 vom Winde verwehnten Versuch einer Überdachung des Auswärtssektors. Das herrliche Panorama der Haupttribüne mit dem Eisenbahnviadukt im Hintergrund ist hiervon selbstverständlich ausgenommen! 

Wer heute auf der mittlerweile seit dem Sommer 2023 mit roten Sitzen ausgestatteten Tribüne Platz nahm, der sah zumindest in der ersten Halbzeit ein offenes Spiel. Eines, das zur Überraschung vieler gut mitspielende und Chancen erabreitende Kurstädter zeigte. Nach einem Doppelschlag auf beiden Seiten stand es unerwartet 1:1, für die Gäste aus Bad Sauerbrunn ein beachtlicher Erfolg. Dieser hielt aber nicht lange an, Mattersburg kam nun immer besser ins Spiel und war vor allem nach Seitenwechsel die dominierende Mannschaft. Mit einem 4:1 Sieg gingen sie als verdienter Sieger in diesem Bezirksderby vom Platz, was offensichtlich auch Trainer Kühbauer mehr als zufrieden stellte. 

ASV Deutsch Jahrndorf 1-0 UFC Pamhagen 22.3.2024
 

In einem klassischen Mittelfeldduell ging die ASV Deutsch Jahrndorf als glücklicher Sieger von der heimischen Anlage. Ein Sportplatz, der sich in der östlichsten Gemeinde Österreichs an der ungarischen und der slowakischen Grenze befindet, was die Deutsch Jahrndorfer Birkenwiese naturgemäß zum östlichst gelegenen Fußballplatz Österreichs macht. 

„Vom Platz gehen“ könnte heute auch ein Wortspiel bilden, den die Härteeinlagen seitens der Gäste aus dem Seewinkel waren sehr oft überzogen. Mit vier gelben und einer gelbroten waren sie hier noch gut bedient. Spielerisch betrachtet lies Schiedsrichter Bukvic so gut es eben ging ein Spiel zu, in welchem in der ersten Halbzeit Pamhagen die größeren Chancen hatte. In der 39. Minute waren sie dem Führungstreffer zum Greifen nahe, der Jahrndofer Torhüter verhinderte mit einer Glanzparade das 1:0. 

Obwohl sich die Gastgeber kaum nennenswerte Chancen erarbeiteten, war das Glück heute auf ihrer Seite, denn in der 69. Minute pfiff der Schiri einen mehr als berechtigten Elfer. Der bis 2019 beim SC Ritzing spielende Slowake David Bodo verwandelte diesen ganz trocken und bescherte den Jahrndorfern drei wichtige Punkte.  

 First Vienna FC 8-1 Austria Salzburg 9.2.2024


Ein Freundschaftsspiel, das früher vom Namen her ein Duell auf Augenhöhe versprach. Dass die Vienna bereits nächsten Samstag in die Frühjahrsrunde startet und die Salzburger Austria erst morgen ins Trainingslager nach Kroatien fährt, zeigt deutlich, dass hier zwei völlig unterschiedlich vorbereitete Mannschaften aufeinandertrafen. Obwohl der Start vielversprechend war für die Gäste. Die Mozartstädter gingen nach wenigen Minuten in Führung. Das war wohl der Weckruf für die Vienna, denn auch wenn Salzburg in Folge brav mitspielt und Einsatz zeigte, waren die Döblinger meist einen Schritt schneller. Der Klassenunterschied und der unterschiedliche Stand in der Vorbereitung zeigte sich in vielen Situationen. Interessant war, dass sich beinahe die ganze Mannschaft ein Tor gönnte, sprich acht verschiedene Torschützen der Vienna ins Netz trafen. Auch wenn Austria Salzburg die Regionalliga dominiert, für die 2. Liga müssen sie an mehreren Schrauben drehen, wollen sie halbwegs mithalten. Und das betrifft nicht nur das Budget. 

Für ein Testspiel definitiv bemerkenswert die enorme Zuschauerzahl, sei es die gut gefüllte Haupttribüne oder der Gästesektor, der mit etwa 500 Leuten dicht besetzt war. Warum aber die Gastronomie derart unterbesetzt war, ist und bleibt ein Rätsel, ein guter Wirt hätte heute den Umsatz des Monats gemacht. Aber auch auf der Haupttribüne sah es diesbezüglich nicht besser aus. Das war schade, denn der Andrang zu dem Spiel war lange vorhersehbar. Lobenswert natürlich, dass der Eintritt gratis war, auch nicht selbstverständlich!

SKN St. Pölten 1-0 Kremser SC 27.1.2024 


Premiere für den Kremser SC. Zum ersten Mal in seiner Vereinsgeschichte spielte der Tabellenzweite der Regionalliga Ost in der NV-Arena von St. Pölten. Die letzte Begegnung in der Landeshauptstadt, ebenfalls ein Freundschaftsspiel welches der SKN 3:0 gewann, wurde am 13. Februar 2015 im NÖ-Sportzentrum vor rund 50 Zuschauern ausgetragen. Heute ursprünglich auf Kunstrasen geplant, verlegte man die Partie doch ins Stadion, weil man wohl mit einem größeren Zuschauerandrang rechnete. Zumindest auf Kremser Seite reisten knappe 150 Besucher an, sodass gesamt etwa 300 Zuschauer bei freiem Eintritt dem einzig wahren Niederösterreich Derby beiwohnten.

Der Spieltag begann auch gleich mit einer Transferüberraschung. Es wurde bekannt, dass der bisherige 1er Tormann von St. Pölten, Franz Stolz, zu Genoa wechselt. Da ich im Dezember erst einem Heimspiel von Genoa CFC beiwohnte, kann ich mir gut vorstellen, warum man ihn holte. Die dortige Nummer 1, Josep Martinez, ist zwar bei hohen Bällen ein sicherer Rückhalt, zeigt jedoch auf der Linie und beim direkten Duell schwächen. Möchte Genoa das Ziel, den Europacupplatz erreichen, müssen sie an der aktuellen Tordifferenz arbeiten. Das wird für Stolz eine große Bewährungsprobe.

Die Generalprobe für das ÖFB-Cupspiel gegen Rapid hingegen nutzte der SKN vor allem, um beiden Torhütern, Turner und Strasser, je 45 Minuten Spielpraxis zu geben. 90 Minuten in der NÖ-Landesliga bei den St. Pölten Juniors sind halt doch etwas anderes als ein Cupspiel bei Rapid. Ansonsten ließ Trainer Semlic zwei völlig unterschiedliche Mannschaften in beiden Hälften auflaufen, sodass man für das Cup Viertelfinale wenig Rückschlüsse machen kann. Das die 11 Spieler in der zweiten Halbzeit nicht die Stammformation darstellen war unverkennbar. Hier hatte auch Krems einige Spielanteile und durchaus Zug zum Tor. Mangelnden Einsatz im direkten Zweikampf kann man der Mannschaft heute nicht vorwerfen. Der Klassenunterschied zweigte sich halt spätestens an der Abwehr der St. Pöltner, die die wenigen Chancen der Kremser zunichte machten. Das der ehemalige St. Pölten Tormann Riegler, über 10 Jahre feste Größe der Gastgeber, die meisten Chancen des SKN abwehrte war hingegen fast schon zu erwarten. Heute musste er nur einmal hinter sich greifen, um einen Kopfball von Bauer aus dem Netz zu fischen.

Ferencvaros 1-1 Fiorentina 14.12.2023


20.657 Zuschauer strömten in die Groupama Arena in der Hoffnung, das Ferencvaros den notwendigen Punkt holt, der ein Weiterkommen in der Conference League bedeutet. Die Vorzeichen gegen die bereits fix qualifizierte Fiorentina waren allerdings denkbar schlecht. Beim Abschlusstraining am Dienstag davor konnten die Ungarn nur mit 14 Spieler trainieren, wovon 3 gar nicht für die Gruppenphase nominiert sind. 
Zu Beginn des Spieles sehen die Zuschauer eine Choreographie, die den Titel der Göttlichen Komödie von Dante Alighieri neu interpretierte. Für die Gäste war es nach 18 Minuten vorbei mit der Komödie. Das Spiel wird für zwei Minuten unterbrochen, nachdem sich Nicolás González nach einem unglücklichen Tritt verletzt und sich die Kniesehne verstaucht hat. Der argentinische Nationalspieler wird mit einer Bahre vom Platz getragen werden. Aber auch bei den Gastgebern hadert man mit den Verletzungen, so stehen gleich drei Spieler zum ersten Mal in der Conference League in der Startaufstellung. 
Die Italiener hatten zu Beginn des Spiels die Oberhand, doch in den letzten 15 Minuten der ersten Halbzeit kämpfte sich Fradi ins Spiel zurück und glich zumindest in der Ballbesitz Quote aus: 52% für Fiorentina, 48% für Ferencváros. Nach Seitenwechsel ging es Schlag auf Schlag. In der 48. Minute schickt Abu Fani einen Ball durch die Mitte, der von den Beinen eines Verteidigers abprallt und in den Weg von Zachariassen gelangt, der ihn mit einem feinen Spitz aus fünf Metern in die Mitte des Tores befördert. Ein paar Minuten später muss Trainer Sztankovic den bisherigen Doppeltorschützen im laufenden Wettbewerb, Barnabas Varga, austauschen. In der 73. Minute wird der Sturmlauf der Fiorentina belohnt. Ranieri trifft nach einem Eckball, er schießt den Ball aus vier Metern ins Netz. 
Nun merkt man beiden Mannschaften an, das sie mit dem Resultat zufrieden sind. Von den Gastgebern war es auf jeden Fall eine starke kämpferische Leistung. In der Zwischenrunde um den Aufstieg ins Achtelfinale treffen sie auf Olympiakos Piräus, hingegen ist Fiorentina als Gruppensieger fix qualifiziert. 

Rapid Wien 0-1 Red Bull Salzburg 9.12.2023

„Wir müssen schauen das wir die Qualität der Eingaben noch mehr verbessern, noch mehr Verlässlichkeit. Grundsätzlich haben wir gute Schützen, aber die sind nicht ganz so verlässlich, das heißt die Streuung ist noch etwas zu groß von den Zielräumen…“, sagt Rapid Trainer Klauß nach der erneuten Niederlage gegen Red Bull Salzburg. Zuverlässiger sind die Rapid Fans, unglaubliche 20.400 strömten am zweiten Adventsamstag bei frostigen Temperaturen nach Hütteldorf. Man möge sich nicht ausdenken, was passiert, wenn Rapid wieder einmal einen Lauf bekommt und eine Siegesserie hinlegt…
Auch wenn heute die Statistik und der Spielverlauf mindestens für ein Unentschieden sprach, so war es der Tabellenführer, welcher aus zwei Eckbällen ein Tor machte und effizienter agierte. Die Abwehr der Gäste ließ kaum Chancen von Rapid zu. Obwohl mit Innenverteidiger Pavlovic die teuerste Aktie (Marktwert 25 Millionen) für das Spiel gegen Benfica geschont wurde und sein Companion Solet (bringt es derzeit auf 17 Millionen) verletzt pausierte, war diese noch immer äußerst stark und bot wenig Räume für Rapid. Die wenigen Torschüsse der Gastgeber wurden vernebelt oder lösten sich durch den VAR in Luft auf. 
Sicher mag jeder Verein irgendwann von diesem Instrument profitieren oder tat dies bereits im Laufe der Saison. Jedoch gilt es die Abläufe einmal grundsätzlich zu überdenken, denn die Nettospielzeit entfernt sich schon sehr weit von den klassischen 90 Minuten. Vor allem in der kalten Jahreszeit wäre da etwas mehr Rücksicht geboten. Das so manch ein Zuschauer oder Spieler sich bei einem Tor gar nicht mehr freut spricht auch Bände. Gut beobachten konnte man das heute bei Burgstallers Abstauber zum vermeintlichen 1:1. Eine bedenkliche Entwicklung…
Erfreulich aus Sicht der Hütteldorfer war die Ehrung von Antonin „Tondo“ Panenka vor Anpfiff, der seinen 75. Geburtstag feierte und heute das begehrteste Fotomotiv war. Vielleicht findet sich ja irgendwann ein Rapid Spieler, der auf seinen Spuren wandelt… 

Treviso FBC 2-1 Luparense 3.12.2023

Sonntag 1430h, Schauplatz Stadio Omobono Tenni, nahe der historischen Stadtmauer zu Treviso. Dort wo einst Spielergrößen wie Bonucci oder ein gewisser Luca Toni dem runden Leder nachjagten, lautet die heutige Realität Serie D. Nach Trevisos Höhenflug bis in die Serie A 2005/06 ging es die folgenden Jahre, nach Pleiten und Neugründungen, gar bis in die 6. Liga runter. 2020/21 in der Promozione Veneto war man am absoluten Tiefpunkt der letzten Jahrzehnte angekommen. 

Schön langsam kehrt aber eine gewisse Stabilität ein, was sich auch am Zuschauerzuspruch messen lässt. Bei lokalen Derbys erreicht man öfters hohe vierstellige Besucherzahlen. Heute waren es bei Postkartenwetter beachtliche 1.021 zahlende.

Für den Gegner aus Vigonza war es natürlich das Spiel des Jahres, was sie auch eindrucksvoll am Feld demonstrierten. In der ersten Hälfte waren sie über weite Strecken in allen Belangen, sprich Chancen und Ballbesitz, überlegen. Das erste Tor aber gelingt den Gastgebern. Ein schöner Kopfball von Edoardo Mamelli lässt Tormann Ferretti alt aussehen. Es geht weiter Schlag auf Schlag, in der 26. Minute ist es Alessio de Cerchio der einnetzt. Als sich schon alle mit einem Remis in der Pause sehen passierte Luparense ein fataler Abwehrfehler. Nach einer Aktion von der linken Seite gibt es ein Handspiel im Strafraum der Gäste. Alessandro Amedeo de Respinis tritt zum Elfmeterpunkt an, sein Schuss findet von Torhüter Ferretti ab. Den Abpraller verwertet Diego Orlando Simonetta, was die Gastgeber in Führung bringt.

Die 2. Halbzeit bringt in der 79. Minute die größte Chance für Daniele Buongiorno, der den Ball in die Mitte für den neu eingewechselten Emanuele Schimmenti bringt, sein Schuss geht knapp rechts an Torwart Sperandio vorbei. Trotz 6 Minuten Nachspielzeit besiegt Treviso Luparense mit 2:1 und festigt damit den zweiten Platz in der Tabelle. Es ist dies bereits der zweite Sieg in Folge. Chioggia, der Tabellenführer dieser Serie D ist mit 11 Punkten allerdings noch immer ausser Reichweite. Ein eventueller Aufstieg in die Serie C könnte wohl nur über das steinige Play Off der Serie D gelingen. Verdient hätte es sich der Verein mit seiner hervorragenden Infrastruktur auf alle Fälle! 

Genoa CFC 1-1 FC Empoli 2.12.2023
  

Der erneute Aufstieg in die Serie A löste bei Genoa CFC (auch „die Grifoni“ bezeichnet), dem ältesten heute noch existierenden italienischen Fußballverein, eine rekordverdächtige Euphorie aus. An die 30.000 Abonennten sorgen für ein ordentliches Finanzpolster, was in Italien ja durchaus wichtig sein kann, wenn es um das Thema Lizenz geht. Zum Vergleich: Als Lokalrivale Sampdoria 1990/91 italienischer Meister wurde brachten sie es in der Folgesaison nur auf 25.186 Abos. 

Nach langem hatte ich also wieder die Gelegenheit ein Spiel in der ligurischen Hafenstadt Genua, in einem der schönsten Stadien der Welt, zu besuchen. Es steht in einer Stadt, wo man permanent mit dem Fußball in Berührung kommt. Man spürt förmlich an jeder Häuserecke, das sich hier sehr vieles um einen der beiden Vereine Sampdoria oder Genoa dreht. Die Rivalität und die Geschichten um ihr Derby füllen ganze Bücher. Erzählenswert ist aber auch jene des Stadions, welches mitten im Stadtteil Marassi (mit seinen 40.000 Einwohnern wird es von den Grifoni als Stadt in der Stadt bezeichnet) seit über 100 Jahren das Panorama prägt. 

Der erste Fußballplatz im Stadtteil Marassi wurde 1910 gebaut und im Januar 1911 eingeweiht. Es geschah dies auf einem Grundstück in der Nähe der noch heute erhaltenen Villa Musso Piantelli. Man findet sie direkt hinter der Distinti. Es bestand aus einer überdachten Holztribüne für wenige tausend Zuschauer sowie Stehrampen auf der Gegengerade. Im nördlichen Teil dieses Grundstücks befand sich seit 1909 ein Spielfeld mit dem Namen Andrea Doria, das in Ost-West-Richtung angelegt wurde. Eine Übersicht über den Wandel des Stadions kann man sich im sehr empfehlenswerten Museum vom Genoa CFC verschaffen, welches 2009 eröffnet wurde. Es sind hier 3 Modelle ausgestellt, die den baulichen Zustand der Jahre 1911, 1925 und 1933 zeigen.  

Sehr bald wurde das Spielfeld vom Marassi Stadion geändert, um es in Nord-Süd-Richtung zu bauen, so wie es heute ist. Außerdem wurde eine Reitbahn integriert, deren Einweihung im Mai 1911 über die Bühne ging. Die größte Veränderung erfuhr es mit dem Bau einer großzügigen und überdachten Sitzplatztribüne sowie insgesamt 4 Stehrampen aus Holz. Das Fassungsvermögen lag nun bei 25.000 Zuschauern. Im Jahr 1926 gab Andrea Doria die Nutzung seiner Anlagen wieder auf. Der freigewordene Platz wurde zwischen 1929 und 1933 mit einer neuen Tribüne und der Gradinata Nord und Sud erheblich erweitert. Auf der Distinti, direkt vor der Villa, betonierte man 2 kleinere Stehtribünen. Am 1. Januar 1933 wurde das neue Stadion eingeweiht und bei dieser Gelegenheit nach Luigi Ferraris benannt, dem Kapitän der Mannschaft von Genoa, der im ersten Weltkrieg gefallen war. Während der Zeremonie zur Namensgebung wurde seine silberne Medaille für militärische Tapferkeit in der Nähe des Tores unter der Gradintata Nord vergraben. 

Zum Stadion gehörte auch die Reitbahn, auf deren Nutzung die Societa Ippica Genovese (Genueser Jockey Club) Ende der vierziger Jahre verzichtete. Während der Meisterschaft 1945/1946 beherbergte das Ferraris-Stadion drei Mannschaften: Genoa, Andrea Doria und Sampierdarenese. Seit 1946 wurde es von FC Genoa und Sampdoria genutzt. Nun war die größte Kapazität erreicht. Den absoluten Zuschauer Rekord verzeichnete man bei einem freundschaftlichen Länderkampf am 27. Februar 1949, als knapp 60.000 Zuschauer den 4:1 Sieg Italiens gegen Portugal bejubelten. 1987 wurde in Vorbereitung auf die Fußballweltmeisterschaft mit dem Umbau begonnen, das 1989 eingeweiht wurde und wir alle heute bewundern. Die ursprüngliche Substanz der Haupttribüne blieb erhalten, was an der gelblichen Fassade erkennbar ist. 
Das vielerorts genannte Marassi zählt für mich nicht nur dank der roten Ziegelsteinoptik zu einem der schönsten Bauwerke Italiens! Es ist auch eines der ältesten noch in Betrieb befindlichen Stadien Italiens. Leider fasst es nur mehr 36.598 Besucher. 

Nicht so eindeutig war heute das Kräfteverhältnis am Spielfeld. Es war ein Duell um einen Platz im sicheren Mittelfeld, wobei Genoa CFC immer ein Auge auf einen Europacupplatz hat. Stets im Visier der Stürmer war heute auch das Tor der Toskaner, knappe 20 Torschüsse sprechen da eine klare Sprache. Nach vielen vergebenen Chancen, einer klaren optischen Überlegenheit und sogar einem Stangenschuss erlöste der Ukrainer Malinowskyj die Rossoblu in der 36. Minute durch einen großartigen Linksschuss, welcher das 1:0 bedeutete. 

Etwas irritierend war der Umstand, dass Genoa nach dem Seitenwechsel nicht nachsetzte, sondern sich von Empoli besonders über die linke Außenbahn stets unter Druck setzten ließ. Deren Drangphase führte schlussendlich zum verdienten Ausgleich. Eine Punkteteilung, die den Toskanern sicher mehr schmeckte als den Grifoni. Da konnte auch das Comeback des über einen Monat mit Knieproblemen fehlenden Superstar Mateo Retegui nichts bewirken. Mit einem Marktwert von 16 Millionen der teuerste Spieler von Genoa. 

Wenn die Hafenstädter heuer das Ziel und den Anspruch haben, sich nach über 13 Jahren wieder für den Europacup zu qualifizieren dann darf man solche wichtigen Punkte, gerade in einem Heimspiel, nicht so leichtfertig liegen lassen.


SpG Neudorf/Parndorf 4-6 ASV Drassburg  17.11.2023

Achtelfinale des Burgenland Cups. Für den heutigen Winner heißt es noch drei weitere Siege und man steht in der ersten Runde des ÖFB Cup! Diese Chance witterte die SpG Neudorf/Parndorf, 

die nach einem fulminanten Kampf erst im Elfmeterschießen scheiterte. Das der Gegner der ASV Drassburg war, immerhin Regionalligist, lässt den Spielverlauf in einem gänzlich anderen Licht erscheinen. 
Leider wollten diesen spannenden Cup Fight nur 120 wetterfeste Zuschauer sehen. Nach anfänglichem Abtasten und einem schnellen 0:1 Rückstand scheiterten die Gastgeber in der 17. Minute zum ersten Mal mit einem brandgefährlichen Konter an Torhüter Haller. Je länger das Spiel dauerte umso gefährlicher wurden die schnellen Angriffe, mit denen man die Abwehr der Drassburger gehörig ins Wanken brachte. Dieses Rezept wurde den Spielern von ihrem Trainer, dem Bundesliga erfahrenen Paul Hafner (spielte in der Meistersaison 1999/00 bei Wacker Innsbruck!), gut vermittelt. Für die beiden Ausgleichstreffer sorgte ein ebenfalls routinierter Spieler, Christopher Pinter, der es bereits zu mehreren Spielzeiten in der Regionalliga gebracht hat. Da in den Cup Regeln keine Verlängerung vorgesehen ist, worüber sich bei 5 Grad und stürmischem Wind keiner beschwerte, ging es direkt ins Elferschießen. Hier hatte Drassburg die glücklichere Oberhand und stieg mit einem Gesamtscore von 4:6 i.E. (2:2) (1:1) ins Viertelfinale auf. Festzuhalten ist aber eine beachtliche Leistung der Neudorfer, die nie aufgaben und an sich das richtige Rezept gegen die Abwehr der Gäste fanden.


SV Antau 1930 7-0 UFC Neckenmarkt 11.11.2023


Seit Jahren versucht der SV Antau den Klauen der 2. Klasse Mitte (siebte Liga) zu entkommen. Immer wieder scheiterte man knapp, gefühlt haben sie den zweiten Tabellenplatz jedes Jahr aufs neue fix gebucht. Heuer führt der Weg aus der Liga wohl oder übel nur über den UFC Sieggraben, gegen den es daheim ein Remis und Auswärts immerhin einen 2:3 Sieg gab! Auch heute lief das Werkl, an diesem ungewohnten 18h Samstag Abend Termin, wie geschmiert. Gegen den Tabellenletzten Neckenmarkt wurde die Tordifferenz mit einem eindrucksvollen 7:0 Kantersieg ordentlich aufgebessert, sehr zur Freude der exakt 151 Zuschauer. Das Ergebnis täuscht allerdings, denn auch die Gäste hatten ihre Spielanteile und Chancen. Da im Frühjahr nur noch fünf Runden zu spielen sind, müssen die Gastgeber auf einen Umfaller von Sieggraben hoffen und selbst eine makellose Rückrunde hinlegen. Ansonst bleibt es erneut beim undankbaren zweiten Platz. 


ASV Neufeld 5-1 SC Trausdorf 11.11.2023

Der "Kohlenferdl", wie sie den jungen Fred Sinowatz nannten, hätte seine Freude an diesem Spiel gehabt. Dieselbe Freude, die er einst dem Verein und den heute agierenden Spielern zum 60 Jahr Jubiläum 1983 wünschte. Das 100jährige Vereinsjubiläum im September diesen Jahres konnte er leider nicht mehr mitfeiern, denn 2016 starb Altbundeskanzler Sinowatz, ein großer Sohn Neufelds. In besagter Jubiläumszeitschrift erzählte er unter anderem von seiner Jugend, die er zum großen Teil am hiesigen Sportplatz verbrachte. Er erinnerte sich vor allem an die große Jutefabrik Hitiag, wie der ASV damals hieß. Seinen Worten nach hat er in den Jahren nach 1945 selbst Hand angelegt, als der Sportplatz wieder aufgebaut wurde. Trotz schwierigster Lebensverhältnisse waren die Jungen, die den Verein damals mit begründeten, immer optimistisch.    

Frohe Mutes waren die Gastgeber auch heute, galt es doch den Abstand auf Tabellenführer UFC Purbach überschaubar zu halten. Mit dem SC Eisenstadt und den Purbachern spielen in dieser 2. Klasse Nord (die siebente Leistungsklasse im Burgenland) immerhin zwei ehemalige Bundesliga Vereine. Ein Novum! 
Apropos Bundesliga: Dort spielten die Neufelder zwar nie, eliminierten dafür im Sechzehntel-finale des ÖFB Cups Wacker Innsbruck. In der Saison 1963/64 ging es mit getauschtem Heimrecht am Tivoli vor über 3.000 Zuschauern hoch her, 3:4 hieß es am Ende für Neufeld! Im Achtelfinale war dann gegen Sturm Graz Endstation. Dennoch eine heroische Leistung. 

Der heutige Gast aus Trausdorf leistete nicht so viel Gegenwehr wie einst die Innsbrucker,  die Sache lief von Anfang bis zum Ende klar auf das Tor der Gäste. Mit einem 5:1 waren diese noch gut bedient. Es gab noch ein paar weitere gute Chancen, die ungenützt blieben. Den Jungen Anhängern der Neufelder war das egal, diese feierten und unterstützten die Spieler in ungewohntem Outfit. Mit der Zeit wurde mir aber klar, warum hier so viele vermummt und mit Skibrille ausgestattet waren. Fand doch im Nachgang eine Apres Ski Party statt.  


SV 7023 Zemendorf 4-2 Bad Sauerbrunn 1b 11.11.2023

Während in der II. Liga Mitte (die fünfte Liga Burgenlands) der Mattersburger Sportverein auf und davon zieht, kam es in Zemendorf zum Derby gegen die 1b der Kurstädter aus Bad Sauerbrunn. 

Ein klassisches Mittelfeld Duell stand heute an. Beide Vereine sind sowohl nach oben als auch nach unten hin in der Tabelle abgesichert. Viel klarer als es die Tabelle erahnen lies war die anfängliche Dominanz der Gäste, was auch die schnelle Führung unterstrich. Die Gastgeber steckten aber nicht zurück und machten mit dem nötigen Einsatz die vorhandenen Defizite wett. Eine Rote Karte für Gausch in der 28. Minute spielte Zemendorf von nun an sprichwörtlich in die Hände. 
Nach dem Pausentee ging es hier so richtig ab, zur Freude der 150 Zuschauer die es sich unter der altehrwürdigen Holztribüne bequem machten. Im Gegensatz zu den Akteuren, denn trotz hohen Tempo und vielen Fouls forderte der Trainer der Einheimischen, Christian Rotpuller, seine Männer in der 54.Spielminute vehement auf, nicht nach jedem Foul zu jammern: "Das ist ein Männersport, stehts auf". 
Kaum glichen die Gäste in der 55. Minute aus, sorgte Pohl nach einem Konter mit einem sehenswerten Heber zum 1:2, was in nummerischer Unterzahl schon einer Sensation glich. Doch Bad Sauerbrunn konnte sich dieser Führung nur kurz erfreuen, denn es klingelte weiter im Minutentakt. Dem 2:2 Ausgleich lässt Brata das 3:2 folgen, indem er die Kugel seelenruhig ins Tor schiebt. Die kampflustigen Zemendorfer gaben dann aber noch immer nicht auf und setzten mit einem 4:2 in der Nachspielzeit den krönenden Schlusspunkt.     


FC Marchfeld Donauauen 2-1 SR Donaufeld 7.11.2023


Das Nachtragsspiel des 15. Spieltages der Regionalliga Ost hätte einen neuen Tabellenführer an das Tageslicht bringen können. Mit einem Sieg wären die Rasenspieler aus Donaufeld am Thron der dritten Liga gestanden,  wo sie wohl mit einem Auge nur allzu gern in die 2.Division schielen. Dort wo sie sich in den 1990er Jahren zwei Spielzeiten durchaus akzeptabel hielten, was ihnen auch eine Einladung zum berühmten Wiener Stadthallenturnier 1991/92 einbrachte. 
Vielleicht waren aber sich die Wiener ihrer Sache heute zu sicher, schließlich reisten sie mit einer Serie von sieben Spielen ohne Niederlage an!  Denn Marchfeld war dem Aufstiegsaspiranten heute durchaus ebenbürtig. Die Gäste waren zwar über weite Strecken überlegen, konnten aber wenig zwingende Chancen herausspielen. Dieses Manko machten die Gastgeber mit Kampf und Einsatz wett, vor allem als der Regen immer stärker wurde. Spätestens in der 80. Minute jubelten die 220 Zuschauer und konnten ihr Glück kaum fassen, als die Marchfelder das Spiel endgültig drehten und das 2:1 erzielten. 
Die Frühjahrssaison ist zwar noch lang, aber mit so einer Leistung zählen die Donaufelder wohl kaum zum Kreis der Titelanwärter.     


SC Kittsee 2-3 UFC Pama 4.11.2023


Mitte der 1970er Jahre sorgte ein kleines Dorf im Nordburgenland für Furore im österreichischen Fußball. Der Arbeitersportverein Kittsee, kurz ASV genannt, schickte sich an innerhalb von fünf Jahren von der Landesliga in die 2. Division durchzumarschieren. Dank Hauptsponsor Polyair im Hintergrund waren auch die finanzielle Mittel vorhanden, um derartiges stemmen zu können. Das von den Gebrüdern Schmidt geleitete Unternehmen sorgte damals für eine Revolution am Reifensektor. Der erste Autoreifen aus Kunststoff wurde entwickelt, aber auch die in die USA und die kanadischen Ölschiefer Bergwerke exportierten Riesenreifen machten die Firma weltweit bekannt, wovon insgeheim auch der Fußball in Kittsee profitieren sollte.  

Samstag, 18. Juni 1977: Eine Runde vor Meisterschaftsende der Regionalliga Ost liegt der ASV mit zwei Punkten Vorsprung an der Tabellenspitze. Aus der letzten Begegnung, die in Wien gegen Wienerberg stattfand, benötigte man einen Punkt, um die Meisterkrone ins Nordburgenland zu bringen. 77 Minuten lang feierten die 500 mitgereisten Fans aus Kittsee ein torloses Unentschieden, das zum Aufstieg reichen sollten. Das plötzliche 1:0 für Wienerberg in der 78. Minuten lies ihre Hupen und Glocken allerdings für kurze Zeit verstummen. Die Schockstarre legte sich aber sehr bald, denn man warf nun alles nach vorne. Vorerst waren die Gäste zu sehr darauf bedacht, keinen weitern Verlusttreffer einstecken zu müssen. Drei Minuten vor dem Abpfiff dann die Erlösung. „Holcik war durchgebrochen und wurde von Siebenhandl und Csarmann aus den Angeln gehoben: Elfmeter! Wer wird diesen Strafstoß ausführen? Niefergall bewies starke Nerven, verwandelte sicher, womit der Kittseer Fußballhimmel wieder in Ordnung war“, so die Burgenländische Freiheit in ihrem Spielbericht. Der ASV Kittsee stand somit als Aufsteiger in die 2.Division fest! 

Der Lohn waren zwei Saisonen (1977/78 und 1978/79) in der zweiten Liga, wo man gegen namhafte Gegner namens LASK Linz, Austria Salzburg, Austria Klagenfurt oder SC Eisenstadt spielte. Die Zuschauerzahlen lagen meist zwischen 1.000-2.000. Ein schier unglaublicher Besucherrekord datiert vom 10. September 1977. Im ersten Derby gegen den SC Eisenstadt säumten über 4.000 Zuschauer den Sportplatz. Das klare 1:3 beantwortete die Frage nach der Nummer eins im burgenländischen Fußball sehr eindeutig, obwohl Kittsee eine ansprechende Leistung bot „und einer Mannschaft unterlag, die heuer sicher zu den stärksten der 2. Division zählen dürfte“, wie es es im damaligen Sportteil hies. 

Was sich drei Jahre später auch bestätigte als der SCE in die 1.Division Aufstieg. Für den ASV hingegen ging es 1979 zurück in die Regionalliga. Als diese aufgelöst wurde hielt man sich noch ein paar Jahre in der Landesliga, ehe man Anfang der 1980er Jahre von dieser bis in die letzte Klasse (2.Klasse Nord) durchgereicht wurde. Das justament zum selben Zeitpunkt auch die geplante Serienproduktion der Autoreifen aus Kunststoff von Hauptsponsor Polyair ins Wasser fiel, ist wohl eine Ironie des Schicksals. 

Ein Gutes hatte die letzte Saison in der 2. Division noch, man durfte automatisch im ÖFB-Cup 1979/80 mitspielen. Was in der ersten Runde mit einem 1:3 Auswärtssieg in Waidhofen begann endete mit einer 2:0 Niederlage im Halbfinale im Praterstadion vor 4.000 Besuchern gegen den späteren Meister und Cupsieger Austria Wien. Das kuriose an diesem Erfolgslauf war die Tatsache, dass die Nordburgenländer kein einziges Spiel zu Hause bestritten! Das Heimrecht bestimmte damals noch das Los. Weitaus skuriler liest sich ein Zitat vom damaligen ASV-Stürmer Hannes Marzi: „In den Medien wurde berichtet, was wohl wäre, wenn Kittsee im Europacup spielt“ 

1991 kam es zur Fusion des 1921 gegründeten, politisch roten ASV Kittsee und des 1953 gegründeten, politisch schwarzen UFC Kittsee. Auf einem Vortrag über 100 Jahre Fußball in Kittsee erklärte Sektionsleiter Valentin am 28. Oktober 2021 die anfänglichen Schwierigkeiten des neuen SC Kittsee. Unter dem Titel „Der Verein, den niemand wollte“ erklärte er die Ziele jenen, welche die Fusionierung der beiden Altvereine nicht befürworteten. Der anfängliche Unmut legte sich aber mit der Zeit und der Verein entwickelte sich zu einem stabilen gesunden mit starker Nachwuchsarbeit. 

Fast 50 Jahre ist es also her, dass die Nordburgenländer für Furore sorgten. Heute spielen sie in der fünften Liga, wo sie im vorderen Tabellendrittel um den Aufstieg in die viertklassige Burgenlandliga kämpfen. Das der Aufstieg in diese aber ruhig noch etwas warten kann, verriet Sektionsleiter Dieter Valentin in einem Interview mit der Kronen Zeitung am 10. Oktober 2023: „Wir sind natürlich unglaublich stolz, dass wir mit unserer Eigenbautruppe oben mitspielen können, mit dem Aufstieg würden wir uns aber lieber noch ein bis zwei Jahre Zeit lassen“. 

Kampf und Leidenschaft konnte man dem SC Kittsee trotz der heutigen 2:3 Niederlage aber nicht absprechen. Leider wohnten diesem Spitzenspiel nur 200 Zuschauer bei, obwohl die Bedingungen bei herrlichem Sonnenschein einen idealen Fußballnachmittag versprachen. Der UFC startete gut ins Spiel und kontrollierte dieses in der Anfangsphase über weite Strecken. Nach dem 1:0 in der 16. Minute (Eigentor von Szegner) schienen sie aber das Spiel aus der Hand zu geben. Das veranlasste die Nummer 18, Markus Fabsich von Pama, in der 22. Spielminute zu einem lautstarken Weckruf an seine Kameraden: „Geht schon verlieren wir nicht den Faden, wir waren so gut in da Partie drin!“. 

Obwohl der SC folglich gefühlt mehr Spielanteile und Eckbälle hatte, führte eine mehr als kuriose Situation in der 36. Minute zum 1:1. Nach einem Foul pfiff Schiedsrichter Manuel Gregorits Strafstoß. Zu diesem trat Markus Szegner an, Tormann Banoci konnte den scharfen Schuss jedoch parieren. Zum Unmut der Gastgeber wurde der Elfer aber wiederholt, nun traf Szegner zielsicher ins rechte untere Eck. In der Pause meinte der Spielleiter auf meine Anfrage nach dem Grund der Wiederholung: „Der Tormann stand nicht mit mindestens einem Bein auf, über oder hinter der Torlinie, somit musste der Strafstoß wiederholt werden“. Klarer Regelverstoß also, was die Regel 14 des ÖFB bestätigt: „Bis der Ball im Spiel ist, muss er zumindest mit einem Fuß auf der Torlinie stehen oder diese berühren“. 

Nach Seitenwechsel war es erneut ein Eigentor, was das Spiel drehte. Diesmal war es Machovec, der den Ball unglücklich ins Kittseer Tor lenkte und dem UFC die 1:2 Führung bescherte. Mit Fortdauer des Spiels hatten beide Seiten ihre Anteile, ausgeglichen war es auch bei den Gelben Karten. Jeweils fünf auf beiden Seiten waren Beleg für eine hart geführte Partie, die dennoch spielerisch ein gutes Niveau zeigte. 

In der 72.  Minute überschlugen sich die Ereignisse erneut. Einem Stangenschuss folgte ein trockener Abstauber von Wisak, der zum großen Jubel der Gastgeber das 2:2 erzielte. Es sollte keine Minute vergehen, ehe Gallus im Gegenzug mit einem schönen Schuss ins rechte Eck das 2:3 erzielte, gleichzeitig der Siegestreffer. Obwohl Kittsee in den Schlussminuten alles nach vorne warf, sogar der Tormann spielte im gegnerischen 16er mit, war das Glück heute auf Seiten des UFC. 

Somit duellieren sich in der ersten Frühjahrsrunde beim Pamenser Derby die beiden Tabellennachbarn von Platz ein und zwei. Wird dieses Derby am 16. März für volle Ränge am UFC-Platz sorgen und schafft es gar einer der beiden in die vierte Liga Österreichs? Es bleibt spannend in der II. Liga Nord. Übrigens steht das besagte Wochenende generell im Zeichen der Burgenland Derbys, wird doch auch in Eisenstadt das Stadtderby zwischen dem SC Eisenstadt und St.Georgen ausgetragen! 

Rapid Wien 3-3 LASK 29.10.2023
 

Mehrere vergebene Chancen auf Seiten Rapids und eine unfassbare Nachspielzeit die ein 3:3 brachte, aber nichts für schwache Nerven war. Das war das Ergebnis der Punkteteilung an diesem nebligen Sonntag Abend. Mit einem Mann weniger war die Leistung der Hütteldorfer in den verbleibenden 25 Minuten sehr überzeugend, vor allem in Punkto Kampf und Einsatz.  
Wenig berauschend war hingegen die Leistung der VAR Kameras. Diese sind scheinbar technisch noch nicht im Jahr 2023 angekommen,  denn die Halbzeitpause dauerte gefühlte 30 Minuten. Obwohl am Spielfeld einwandfreie Sicht von Tor zu Tor war, hing der Rauch der Pyrotechnik unter dem Dach fest, was wohl bei Niederdruckwetter ein permanentes Problem sein wird. Hier wäre die Bundesliga gefragt, ob man im Sinne der Zuschauer nicht temporär den VAR aussetzen kann. Immerhin waren heute wieder an die 20.000 Zuschauer im Stadion!
Man erinnere sich in diesem Zusammenhang an das Spiel Rapid-WSG Wattens am 27. August 2023, wo ohne VAR aufgrund eines technischen Gebrechens gespielt wurde. Was beweist, das die Schiedsrichter und die Bundesliga hier sehr wohl einen Spielraum haben. Dass die Analysen jedes Mal eine Ewigkeit dauern, ist das eine, bei klarer Sicht ewig zu warten, ist aber nicht im Sinne der zahlenden Zuschauer. Hier wäre ein Umdenken nötig und ein Service an die Fans! 


FC Hill Jois 2-3 SC Eisenstadt 28.10.2023


Es ist schon sehr bedauerlich, dass der SC Eisenstadt seit Jahren sein Dasein in der 7. Liga fristet. Derweil gilt der ehemalige Europacupsieger von 1984 (der gewonnene Mitropa Cup gilt als Vorgänger der Champions League bzw. Cup der Landesmeister) als DER erfolgreichster Verein im Burgenland. Eine höhere Liga würde den Hauptstädtern sicher besser schmecken, so wie einst der Wein des ehemaligen Hauptsponsors Roter Husar. Hier ist auch die Wirtschaft gefordert, der Einstieg eines finanzkräftigen Sponsors könnte sicher einiges bewirken. 

Seitens des Vereins wäre man aber auch gut beraten, würde man seine großartige Vergangenheit besser in Rampenlicht stellen und speziell der jüngeren Generation weitergeben. In ihrem Fanshop finden sich zwar massenhaft Textilien, aber keine Schriftstücke, Bücher oder zumindest Broschüren über deren glorreiche Vergangenheit und großartigen Erfolge. Auch nicht über das heurige 70 Jahre Jubiläum des Lindenstadions. Hier würde sich 2024 eine neue Chance ergeben, wo man 40 Jahre Mitropacupsieg feiert... 

Gefeiert wurde zumindest in Jois, wo sich Eisenstadt auf einem mehr als schwierigem Geläuf die effizienteren Chancen erarbeitete und einen verdienten Sieg einfuhr. Der Platz hier war so uneben wie die Weinberge von Hauptsponsor Hillinger, was über kurz oder lang nach einer Generalüberholung schreit. 

Angesagt war heute auch permanente Kritik an Schiedsrichter Velic Adnan, in welche vor allem die Spieler der Heimmannschaft viel Energie investierten. Gewisser Tendenz für Eisenstadt konterte der Spielleiter lautstark in der 19. Minute: "Ich pfeif für niemanden, mir ist das egal"! Diese Klarstellung sorgte allerdings nur für ein paar Minuten für Ruhe...

In der 24. Minute nahm das Spiel sportlich so richtig fahrt auf, Dragan netzte zum 0:1 ein. Jois reklamiert Abseits, doch "der Ball kam von einem Spieler aus Jois", so Schiri Adnan zu der aufgebrachten Heimmannschaft. Die Kritik an permanenter Abseitsstellung der Eisenstädter sollte sich bis zum Ende wie ein roter Faden durch das Spiel ziehen.

Weitere sportliche Highlights waren die Chance der Nr.7, Horvath, der in der 29. Minute alleine aufs Tor zog es aber verpasste die Führung auszubauen. Dafür hatte Jois in der 33. die Chance auf den Ausgleich, der Kopfball verfehlte das Tor nur knapp. Nur ein Foul von Cano konnte den Joiser Sturmlauf in der 41. Minute stoppen,  der den Gegner mit einem Materialtest am Trikot zu Fall brachte.  

Nach dem Seitenwechsel kam Jois zwar immer wieder zu Chancen, Eisenstadt war aber effizienter in dessen Verwertung. Einen schönen Doppelpass in der 52. Minute schloss Horvath mit dem 0:2 ab.  In der 66. Minute lieferte Matias mit einem Steilpass eine gute Vorlage für den Joiser Sturm, die aber nicht genutzt wurde. Es sollte bis zur 83. Minute dauern, ehe Pollreisz nach einer schön herausgespielten Aktion den Anschlusstreffer erzielte.

Dann ging es Schlag auf Schlag, der erste Konter nach dem Wiederanstoß führte zum 1:3, Heindl war der Torschütze. Abermals reklamierten die Gastgeber Abseits. In der Nachspielzeit wurde es nochmal eng, Eisenstadt fühlte sich als sicherer Sieger, vergab Chance um Chance. Dann plötzlich wie aus dem Nichts das 2:3. Nachdem sich zwei Hauptstädter im Weg standen kam über links abermals Pollreisz an den Ball und netzte sicher ins rechte Eck ein. Den Schlusspunkt setzte die Nr.6, Luis Steurer, der mit lautstarker Kritik am Spielleiter sofort die Rote Karte kassierte. 


SK Sturm Graz 2-2 Atalanta Bergamo 26.10.2023

 

Dass Sturm Graz diese Saison Meister werden sollte, mit dieser Meinung steht deren letzter Meistertrainer, Franco Foda, wohl nicht alleine da. Sein gestriges Halbzeitinterview war vielleicht justament zum Zeitpunkt der Tabellenführung ein gutes Omen, dass sie auch am Ende der Saison noch immer vom Platz an der Sonne lachen. In guter Stimmung waren sie am auch gestern, denn dieses Remis in Unterzahl gegen einen am Papier überlegenen Gegner zählte wie ein Sieg. Wenn Kampf, Einsatz und Moral passen ist auch ein 300 Millionen Euro Kader nicht unbedingt ein Garant für Erfolg. 
Viele Euros einbringen wird Sturm in Zukunft mit Sicherheit Alexander Prass, der dank dem schnellen 1:0 die Bergamasken doch etwas verunsicherte. Spätestens nach der roten Karte in der zweiten Halbzeit rechnete wohl niemand mehr mit einem Punkt für Sturm. Zum erstaunen der begeisterten Zuschauer erkämpften sich die Grazer in Unterzahl sogar mehr Chancen als Atalanta!
Was den himmlischen Beistand betraf so hatte der Fußballgott heute mehr Einsehen mit dem Gastgeber und belohnte ihn mit einem Elfmeter, der das 2:2 bedeutete! Die Stars der "La Dea" (die Göttin), wie die Norditaliener auch genannt werden, schlichen mit hängenden Köpfen vom Schlachtfeld. Der verdutzte Trainer Gasperini spielte das Ergebnis im Anschluss zwar etwas runter, es war aber offensichtlich, dass der Stachel nicht nur bei ihm sehr tief saß. Das Rückspiel verspricht ein heißer Abend im kühlen Norden der Lombardei zu werden.      


UFC Pama 4-0 FC Winden 15.10.2023

 

Der 1967 eröffnete Sportplatz der Union war heute Schauplatz einer soliden Vorstellung des neuen Tabellenführers und gleichzeitig ersten Aufstiegsaspiranten in die viertklassige Burgenlandliga. Die Hinweisschilder auf der zum Platz führenden Gasse sind zwar schon etwas verblasst, die Anlage macht aber einen guten Eindruck. Die überdachte Tribüne fügt sich gut in das von Bäumen gesäumte Areal ein, der Name UFC Arena ist jedoch etwas übertrieben. Schönes Detail ist ein schmiedeeisernes Wappen der Sport Union im Eingangsbereich. Ein wirkliches Highlight ist die am Sportplatzgelände etwas abseitsstehende Hubertuskapelle, welche 1850 errichtet wurde und von der Jägerschaft betreut wird. Ähnliches ist mir bisher erst in Polen widerfahren, wo direkt hinter der Haupttribüne von Tarnovia Tarnow am Stadiongelände eine Glaubensstätte steht. 

An einen Sieg vom FC Winden haben heute wohl nicht einmal die größten Optimisten geglaubt, auch wenn man ihnen den Einsatz und Drang zum Tor nicht absprechen konnte. Der UFC hingegen stand unter Zugzwang, konnte dem Druck und der Aussicht auf Platz eins aber bravourös standhalten. Da Kittsee am Samstag in Gattendorf sensationell verlor, lockte für Pama bei einem Sieg als Belohnung der Platz an der Sonne. 

In der ersten Hälfte ging es Schlag auf Schlag. In der siebenten Minute erzielte Markus Szegner nach einem Elfmeter das 1:0. Keine drei Minuten später rollten die überwiegend von der rechten Seite kommenden Angriff weiter auf das Windener Tor. Die Nummer neun, Erik Micovcak netzte zum 2:0 ein. Die Gäste konnten heute zwar über weite Strecken gut mithalten und erarbeiteten sich viele Bälle, deren Angriffe endeten aber meist wirkungslos vor dem 16er.  So auch nach einem Stürmerfoul in der 20.Minute. Der daraus resultierende Freistoß der Nummer 12, Jakub Hrncar, war für den UFC Tormann eine leichte Beute. Ein einziges Mal landete der Ball heute im Tor des UFC. Und zwar nach einem Angriff über die linke Seite, jedoch geschah der Abschluss aus klarer Abseitsposition. Das vermeintliche Tor sorgte zumindest auf der Bank der Gastgeber für einen kurzen Schockmoment. 

„Guad is des, weiter weiter“, so ein lautstarkes Statement von Winden Trainer Zoltan Fekete in der 28. Minute zu seinen Spielern. Aus diesem Hoffnungsschimmer wurde aber nichts, den in der 36. Minute war es erneut Pama, was anschrieb. Peter Gallus war jetzt an der Reihe. Keine vier Minuten später traf der heutige Doppeltorschützen Micovcak nach einem Abpraller aus kurzer Distanz zum 4:0. 

Somit ging es mit einer klaren Führung in die Pause, was schlussendlich auch das Endergebnis bedeutete. Auch wenn Winden, wie in der 50. Spielminute durch Sascha Savorico oder in der 73. Minute einige Möglichkeiten hatte den Anschlusstreffer zu erzielen, sollte es bis zum Ende bei diesem Resultat bleiben. 

Einige Pfiffe des Schiedsrichters sorgten heute für Kopfschütteln auf beiden Seiten, was den Tormann von Winden, Lukas Kolba, in der 68. Minute zu einem lautstarken Weckruf Richtung Spielleiter veranlasste: “Aber Herr Schiedsrichter, du hast doch draußen einen Linienrichter stehen, der wachelt ja nicht einmal, das muss er ja anzeigen…“ Das ganze nach einem Foul an einen UFC-Spieler, welches der Schiri pfiff, der Linienrichter hingegen sah das gar nicht so!    

Ein direkter Freistoß in der 70. Minute, welchen die Nummer 10, Emil Haladej, an die Stange setzte war einer der letzten Höhepunkte in einem torreichen Spiel. Mit dieser Leistung, auch dank dem starken Kollektiv im Mittelfeld und im Sturm, ist der UFC Pama der neue und verdiente Tabellenführer der II.Liga Nord! 


ASV Nickelsdorf 2-1 ASV Zurndorf 30.9.2023

  

"Derbysieger Derbysieger" skandierten die gut 500 Zuschauer auf der Haupttribüne des außerordentlich gut gefüllten Nickelsdorfer Sportplatz. Aufgrund der zwei überdachten Tribünen dürfte sich dieser durchaus als Stadion deklarieren. Es war jedenfalls ein kampfbetontes Derby zwischen den beiden Arbeitersportvereinen aus der Grenzregion zu Ungarn. Garniert natürlich mit etlichen Härteeinlagen, die Schiedsrichter Thomas Kaplan mit 5 gelben Karten ahndete. Beide Kontrahenten zeigten aber, dass sie als Sieger vom Platz gehen wollten, denn das Tempo war gut und es gab etliche Chancen auf beiden Seiten. 
Nach der 1:0 Führung in der 36. Minute forderte der Zurndorfer Trainer Markus Geissler lauthals seine Mannschaft auf "Spiel ma weiter Fußball". Er erinnerte damit seine Jungs an das zu Jahresbeginn ausgegebene Motto "wieder mit schönem Fußball zu überzeugen", wie man in einem Interview lesen konnte. Das nahmen sich die in blau-gelb spielenden Zurndorfer zu Herzen, denn obwohl Nickelsdorf gleich nach Seitenwechsel vor dem Tor scheiterte, gelang alsbald der Ausgleich. Pethö traf nach einem Kopfball in der 59. Minute 1:1, womit wieder alles offen war. Es folgten einige Wechsel hüben und drüben. Was sich nicht änderte waren die rollenden Angriffe, die oft nur von rüden Fouls gestoppt wurden. Da schenkte man sich heute wenig. 
Wirklich sehenswert und die Aktion des Spiels war unter Flutlicht der Konter über die rechte Seite in der 75. Spielminute, welchen der Nickelsdorfer Goalgetter mit der Nummer 7, Robert Kovacs, verwertete. Somit war der Sack zu, die Gastgeber ließen sich den Derbysieg nicht mehr nehmen und feierte diesen wohl bis in die späte Nacht beim hiesigen Oktoberfest. 
Dank der vielen Zuschauer und etlichen Chancen in einem temporeichen Spiel war das eine gute Werbung für das Unterhaus, genauer gesagt für die 6. Liga! 


SV Austria Salzburg 0-4 Red Bull Salzburg 26.9.2023

  

Wohl kein Spiel der Welt hat im Vorfeld jemals mehr internationale Solidarität in Form von Spruchbändern erhalten wie dieses Cup-Duell in der Mozartstadt. Obwohl es gegen den eigenen Totengräber von 2005 ging, war man sich auf den Rängen und im Verein bewusst, was hier am Spiel stand. Aktuell ist ja das Stadion Thema wohl das wichtigste für den Tabellenführer der Regionalliga West. Neben der immensen Aufmerksamkeit der Medien machten sich auch der Herr Landeshauptmann Wilfried Haslauer und Bürgermeister Harald Preuner ein Bild von der Lage. Grödig als Ausweichstadion ist zwar kurzfristig eine Möglichkeit im Falle eines Aufstiegs, für die Stadt Salzburg wäre es aber mehr als blamabel. Vor allem angesichts der großartigen Arbeit im Nachwuchsfußball von Austria Salzburg. So gut man sich als Gastgeber auch auf dieses Spiel vorbereitet hat, war für jeden ersichtlich das dieses Stadion und die gegebene Infrastruktur (wie auch schon zu Bundesligazeiten) gänzlich ungeeignet ist.  

Viel Arbeit war auch das Spiel an sich. Die sportliche Übermacht des Werk Vereins war einfach zu groß. Sie hatten permanent Möglichkeiten und Räume, um ihr Spiel zu machen. Dennoch hielten die Violetten mit Kampf und Einsatz dagegen, sodass die sogenannten Stars von Red Bull einige Male ins Gras beißen mussten. Es war sicher keine Schande, hier als Underdog 0:4 zu verlieren. Der große Sieger waren die jahrelang leidgeprüften Fans von Austria Salzburg und der Verein, welche als Einheit ihre Message des Tages gut transportieren konnte, nämlich die Suche nach einem Stadion! Dank ihrer Disziplin bekam die Öffentlichkeit nicht den erhofften Skandal, vielmehr sahen die Entscheidungsträger das Dilemma, was auf die Violetten im Falle eines Aufstiegs zukommen wird.  


DSV Leoben 1-2 Grazer AK 15.9.2023

  

Mission 2028, so lautet das Motto der Donawitzer mit dem ausgerufenen Ziel 1.Bundesliga. Bis dahin ist es noch ein steiniger Weg, zumindest die Kulisse stimmte aber an diesem stimmungsvollen Freitagabend. Der in seinen Anfangsjahren unter anderem als Werksportverein Donawitz firmierende Verein im Schatten des riesigen Werkes der Voestalpine Stahl (die leider seit 1992 kein Sponsor mehr ist) begrüßte exakt 6.172 Zuschauer im für 6.900 kommissionierten Stadion Donawitz. Eine Euphorie, wie man sie noch aus Zeiten des großen Walter Schachners kennt. Er stürmte hier in den 1970er Jahren für den damals Donawitzer SV Alpine genannten Verein und wurde mit seinen Toren zum Teamspieler. Wohlgemerkt als Spieler der 2.Bundesliga! Sein späterer Weg führte ihn bekanntlich zu Cesena, Torino, Pisa und Avellino.    

Seit der Saison 2023/24 wird das Stadion offiziell Monte Schlacko bezeichnet, ein Name, der laut Aussagen von alten Stadiongehern auf einen ehemaligen Stadionsprecher zurückgeht. Bei seiner Erbauung wurde es wohl auf einer alten Schlackenhalde der Voest errichtet, wodurch sich dieser Name (vergleichbar mit Sankt Hanappi) eingebürgert hat da dieser die Fans in eben jener Willkommen hies. Dies ist aber nur eine von vielen Mythen um die Geschichte des Stadions.    

Gedampft und geraucht haben heute nicht nur die Öfen der Fabrik, auch auf den Rängen war es hitzig, aber immer fair. Selbiges galt für das Spiel, welches der Grazer AK über weite Strecken dominierte und die Chancen effizienter nutzte. Daraus resultierte die 2:0 Pausenführung. Leoben konnte in den zweiten 45 Minuten gut dagegenhalten und sorgte des Öfteren für Konter über die rechte Seite, von der Michael Kingsley mehrere Vorlagen lieferte. Eine davon verwertete Friesenbichler in der 52. Spielminute zum 1:2 Anschlusstreffer. Leoben drängte in der 2. Halbzeit, doch selbst mit einem 3er Wechsel in der 75. Minute konnten sie den Ausgleich nicht erzwingen obwohl sie dem 2:2 näher waren als der GAK dem 1:3. Der Grazer AK machte sich mit dem heutigen Sieg zum Spitzenreiter in der Tabelle. Wobei sich hier bis zum Saisonende bekanntlich noch viel ändern kann, denn sportlich scheint die Liga eine sehr ausgeglichen zu sein.


AC Fiorentina 2-0 Rapid Wien 31.8.2023

 

Eine höchst beachtliche Leistung von Rapid in der Anfangsphase brachte den "La torre di Maratona" fast ins Wanken. Zumindest mussten die heimischen Fans in der Curva Fiesole ordentlich schlucken, sie waren äußerst überrascht, was ihnen die Wiener entgegensetzten. Die wieder stark agierenden Seidl und Grüll ließen die anfänglich sehr euphorischen Zuschauer schnell verstummen. Im mit 2.000 Rapidlern stark besetzten Gästeblock zitterte wiederum das Plexiglas ob des ausbleibenden Torjubels nicht nur beim Stangenschuss von Seidl. Der Auswärtssektor stand heute übrigens im Zeichen des Comebacks vom "Vecchio Capo" Oliver Pohle, der es sich nicht nehmen ließ, den Auftritt vom Block West im violetten Florenz zu dirigieren.   
Zum weiteren Spielverlauf: Auch wenn Hedl wieder eine Glanzleistung hinlegte, so war es nach der Pause schwer dem Druck standzuhalten. Geld schießt nicht immer Tore, aber heute war Nico Gonzalez seine vielen Dollars wert. Bei der Elfmeterentscheidung glänzten die Kollegen vom VAR durch Abwesenheit oder standen wahrscheinlich bei einem Espresso, den diese Entscheidung war schon sehr hart. Der Rest war nun ein Selbstläufer für den Finalisten der vorigen Saison.
Zwar feierte nun das halbe Stadion den Aufstieg von Florenz, über weite Strecken war es jedoch der Block West, der hier im Schatten des Marathon-Turmes das Kommando vorgab.
Dieses Symbol des durch seine D-Form (das D steht für "Duce" Mussolini) bekannten Stadio Artemio Franchi wurde 1932 erbaut. Mit seinen 75 Metern ist er das fünfthöchste Gebäude der Stadt. Im Inneren befindet sich ein Aufzug, der auf zwei Ebenen und an der Spitze halten kann. An der Spitze des Turms befindet sich ein begehbarer Boden, in dessen Mitte sich eine Fahnenstange erhebt, an der eine Fahne gehisst werden kann. Wann dies das letzte Mal passiert ist, ist mir jedoch nicht bekannt. 
Eine Anmerkung noch zur Zuschauerzahl: Hier nennt die offizielle Seite 25.197 zahlende inklusive 2.000 Gästefans, was für italienische Verhältnisse sehr stark ist. Traditionell geben sie auch die erzielten Einnahmen bekannt, welche sich auf 488.597 Euro beliefen was einen durchschnittlichen Ticketpreis von 19 Euro ergibt. 


Rapid Wien 1-0 AC Fiorentina 24.8.2023


Fantastischer Europacupabend in Hütteldorf! Das erinnerte an die großen Spiele gegen Aston Villa und PAOK Saloniki im alten Hanappi. Die gute Stimmung hat sich die Mannschaft heute regelrecht mit Kampf, Mut und Einsatz erspielt, wer hätte das gedacht? 

Bereits in der 10. Minute zitterte das Stadiondach, als ein Kopfball von Grüll das Tor verfehlte. Überhaupt gelang von einer gutstehenden Abwehr ausgehend bis nach vorne sehr viel, auch wenn die letzten Pässe nicht immer ankamen. Wie zum Beispiel nach einem Konter von Schick in der 21. Minute. Man muss aber auch hervorheben das Rapid heute mit 11 Österreicher gespielt hat, davon 5 Eigenbauspieler. Ob das eine Premiere im Europacup war? 

Dann plötzlich in der 34. Minute ein Jubelschrei, der kroatische Schiedsrichter pfeift Elfmeter. Der stark spielende Hoffmann wird am Dress niedergezogen. War sicher berechtigt, solche Vergehen lassen manche Schiedsrichter aber gerne auch durchgehen. Der 1,93m lange Tormann Terracciano erriet zwar das linke Eck, der Schuss von Grüll war aber zu präzise. Die Stimmung und Lautstärke erfuhren in Folge nochmals eine Steigerung, viel mehr geht hier nicht mehr!  

Es war heute der Verdienst der ganzen Mannschaft das man diesen Sieg über die Runden brachte. Hervorheben muss man sicher die Leistung von Tormann Hedl, der einige Male glänzend parierte und Rapid vor Gegentoren verschonte. Nachdem Trainer Barisic sogar die Rapid Viertelstunde mit einklatschte wurde Fiorentina zusehends nervös. Das merkte man an den Reaktionen und den typischen Handbewegungen sowohl der Spieler als auch vom Trainer Italiano. Als seine Mannschaft in der Nachspielzeit den Ball nur mehr hin und herschob war er sichtlich wütend. Das wird eine Nachbesprechung, der man lieber nicht beiwohnen will.

Das Rückspiel wird hart, für Fiorentina wäre es eine Blamage mit so einem Kader bereits im Playoff auszuscheiden. Aber zum Glück entscheidet nicht immer das Geld über den Erfolg…  


SK Pama 1-1 UFC Pama 19.8.2023

Das in der 5. Leistungsklasse Burgenlands ausgetragene Pamener Derby oder umgangssprachlich auch Duell der Pamanesen genannt wird seit der Saison 1962/63 bestritten. Der kroatischstämmigen Minderheit geschuldet ist der Begriff des „Krawodn Derbys“. Vor allem in den letzten 11 Jahren wurde es von fast allen großen Medien als das sogenannte „kleinste Derby Österreichs“ tituliert.

Bei gut 32 Grad bekamen die 450 Besucher eine kampfbetonte Partie zu sehen, wobei Schiedsrichter Roland Braunschmidt in manchen Situationen etwas härter durchgreifen hätte können. So zumindest die Meinung der vielen dutzenden „Schiedsrichter“ im Zuschauerbereich. Die 6 gelben Karten waren jedenfalls durchaus berechtigt und nicht zu wenig. 

Ob der enormen Hitze war das Tempo hier überraschend hoch. Angesichts der Tatsache das es die erste Runde nach der Sommerpause war, fanden beide Seiten jedenfalls gut in das Spiel. Über weite Strecken schien es punkto Ballbesitz ausgeglichen zu sein. Bei den herausgespielten Torchancen waren wiederum leichte Vorteile für den SK Pama zu erkennen. Nach einer ersten Trinkpause in der 24. Minute ging es frisch gestärkt Schlag auf Schlag. Ein Angriff über die linke Seite brachte fast den Führungstreffer für die Gastgeber. Der Schuss von Marcel Szikony verfehlte nur knapp das Tor. Kurz darauf jedoch das viel Umjubelte 1:0 in der 32. Spielminute, wieder war es Szikonya der diesmal aber einnetzte. Das Spiel nahm nun noch mehr Fahrt auf, was bei der Hitze doch beachtlich war. Eine schöne Aktion der Gäste über die rechte Seite mit einem Doppelpass in die Tiefe konnte die Nummer 10 von UFC Pama, Emil Haladej, zum 1:1 Ausgleich verwerten. Ein Spieler mit viel Erfahrung, der in der Sommerpause vom 1. MAV Wiener Neustädter SC kam. 

Nach Seitenwechsel kochten die Emotionen in der 60. Minute erneut über, diesmal aber nicht ob eines Torjubels. Ein Angriff des UFC wurde auf Höhe der Mittelauflage durch ein Faul an Haladej vehement gestoppt, was eine längere Unterbrechung zur Folge hatte. Der Spieler konnte schlussendlich aber weiterspielen. Auch die erhitzten Gemüter auf Seiten der Gastgeber beruhigten sich wieder, nachdem bei dieser Aktion doch ein paar Bierbecher durch die Luft segelten. Bei einem schön herausgespielten Angriff in der 64. Minute hatten die Gastgeber mit einem wuchtigen Kopfball von Szikony erneut Pech, den der neu verpflichtete UFC-Tormann Milan Vincler parieren konnte. Viele der Zuseher sahen den Ball schon hinter der Linie des routinierten Schlußmann, der vor 8 Jahren sogar beim zypriotischen Verein Olympiakos Nikosia ein halbes Jahr spielte.   

In den letzten Minuten drückte der SK Pama vehement, hatte einige Chancen aber haderte heute etwas mit dem Abschluss. Mit ein paar Minuten Nachspielzeit endete das 72. Pamener Derby schlussendlich mit einem Remis, dem 19. in der Derbystatistik! 


SC Neusiedl 1919 0-1 Kremser SC 18.8.2023

Spitzenspiel in der Regionalliga Ost. Die mit 2 Siegen und einen Remis sehr gut in die Saison gestarteten grün-weißen aus der Seestadt empfingen den Tabellenzweiten Kremser SC. Jener Traditionsverein, der vor 35 Jahren österreichischer Cupsieger war und sogar im Europacup spielte. Leider wollten dieses Duell nur etwa 300 Zuschauer sehen, die ein sehr umkämpftes und teilweise zerfahrenes Spiel sahen, zu dem auch der Schiedsrichter seinen Teil beitrug. Der gute Saisonstart von Neusiedl scheint verpufft, den ein kontrollierter Spielaufbau fand selten statt. Auch der zur Pause gebrachte Matchwinner Patrick Kienzl, welcher den Siegestreffer im letzten Auswärtsspiel in Oberwart erzielte, konnte keinen Umschwung bringen. Krems hingegen nutzte die wenigen Chancen und steht jetzt dank Torschütze Simon Temper an der Tabellenspitze.  
Zumindest in Sachen Infrastruktur wäre den Wachauern ein Aufstieg in die zweithöchste Spielklasse wirklich zu vergönnen, verfügen sie doch mit dem 10.000 Zuschauer fassenden Sepp-Doll-Stadion über eine perfekte Anlage!


Debreceni VSC 0-5 Rapid Wien 17.8.2023

Es wäre wohl nicht Rapid, würden sie nicht in unregelmäßigen Abständen für eine Überraschung sorgen! So auch in Ostungarn , wo wirklich vieles gelang und die Chancen optimal ausgenützt wurden. Auch wenn der Gegner nur ins eigene Tor traf.  Da konnte der pingelige Schiedsrichter Stavrev noch so viele Gelbe Karten geben, heute sollte das Glück Rapid hold sein. 
Im Playoff wartet die Fiorentina, die letzte Saison erst im Finale gegen West Ham knapp mit 1:2 verlor. Aktuell sind die Toskaner zwar noch nicht in die Serie A gestartet, befinden sich aber mitten in der Vorbereitungsphase. Die letzten Spiele endeten 7:1 gegen Sestri Levante und 1:1 gegen den griechischen Erstligisten OFI Kreta. Man wird sehen ob das liebe Geld Tore schießen wird, bei einem kolportierten Marktwert von bis zu 300 Millionen darf man sich wohl auf einiges gefasst machen.    


Rapid Wien 0-0 Debreceni VSC 10.8.2023


Nachdem Debrecen erst vorige Woche im mehr als dramatischen Elmeterschießen gegen Alashkert aus Armenien in die nächste Runde gestolpert ist, waren die Ungarn ein unerwartet spielstarker Gegner der sogar zwei Stangenschüsse verbuchen konnte. Hingegen konnte Rapid wie so oft in der Vergangenheit die vielen Chancen nicht nutzen. Somit wartet beim Rückspiel in Debrecen ein heißer Tanz vor ausverkauftem Haus. Bei einem Aufstieg ins Play Off würde die Fiorentina warten, eine echte Hausnummer im italienischen Fußball! 

Zalaegerszegi TE FC 1-2 NK Osijek 3.8.2023

Nach der 1:0 Niederlage im Hinspiel brachte sich Zalaegerszeg im Rückspiel nach vielen vergebenen Chancen selbst um den Aufstieg. Schlussendlich gewann Osijek nach schneller aber sehr abseitsverdächtiger Führung mit 1:2 und stieg mit einem Gesamtscore von 1:3 in die dritte Qualifikationsrunde der UEFA Europa Conference League auf, wo Adana Demirspor wartet.